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Bundespräsidentenwahl: Gauck-Kandidatur spaltet die Koalition

Für den rot-grünen Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck gibt es auch unter FDP- und CDU-Politikern Zustimmung. Mehrere Politiker aus den Koalitionsparteien äußerten am Wochenende ihre Sympathien für den Kandidaten von SPD und Grünen. Zu der Frage, ob die Linke einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, gibt es widersprüchliche Aussagen.

Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck genießt auch im bürgerlichen Lager hohes Ansehen. Quelle: APN
Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck genießt auch im bürgerlichen Lager hohes Ansehen. Quelle: APN

HB BERLIN. Unterstützung für den rot-grünen Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck gibt es jetzt auch im schwarz-gelben Lager. „Herr Gauck ist eine hervorragende Idee. Er ist politisch im Pulverdampf erprobt, kommt aber nicht aus der Parteikiste“, sagte die ehemalige FDP-Präsidentschaftskandidatin Hildegard Hamm-Brücher der „Welt am Sonntag“. Sie unterstütze Gauck, „weil seine Kandidatur in unserer verunsicherten Demokratie in Ost und West auf jeden Fall ein Zeichen der Hoffnung gibt“. Der schwarz-gelbe Kandidat Christian Wulff betonte, er sei weder zur Kandidatur gedrängt worden, noch habe er sich beworben.

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Der langjährige brandenburgische CDU-Vorsitzende Jörg Schönbohm sagte dem „Spiegel“, er frage sich, warum es nicht möglich gewesen sei, „sich im bürgerlichen Lager mit der SPD auf Gauck zu einigen“. Schönbohm sitzt bei der Wahl am 30. Juni in der Bundesversammlung.

Der sächsische FPD-Vorsitzende Holger Zastrow sagte der „Welt am Sonntag“, es gebe keinen Blankoscheck für den Kandidaten der schwarz-gelben Koalition, Christian Wulff. „Ich persönlich habe große Sympathien für Joachim Gauck.“ Beide Kandidaten könnten das Amt gut ausfüllen.

Der Fraktionschef der FDP im Landtag von Sachsen-Anhalt, Veit Wolpert, sagte: „Wir werden in der Fraktion darüber zu sprechen haben, ob wir trotz Bedenken mit Herrn Wulff leben können.“ Er sprach von einer „massiven Verärgerung“ darüber, dass die Länder von Parteichef Guido Westerwelle nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden seien.

  • 05.06.2010, 17:35 UhrArminius

    Es wäre doch so einfach gewesen wenn statt, aus parteiinternem Kalkül, Joachim Gauck an Stelle von Christian Wulff, von der Koalition vorgeschlagen worden wäre. Aber heute wird nur im eigenem interesse gehandelt. Deutschland ist zweitrangig. Auch die blamage für Ursula von der Leyen hätte man sich sparen können . Traurig und dilettantisch!

  • 05.06.2010, 19:56 Uhraruba

    Guten Tag,.....Da ich weder Koenige noch Diktatoren anerkenne glaube ich fast dass Herr Gauck besser geeignet waere. Es hat etwas mit Moral zu tun. Fuer alle Jugbanker : ( nicht bankiers ), Moral ist etwas das sogar etwas mit " Vorbild-funktion " zu tun hat. Also Dinge die es heute nicht mehr gibt. besten Dank

  • 05.06.2010, 21:48 UhrValentin

    Es ist ein Armutszeugnis füt die Koalition und insbesondere Kanzlerin Merkel, dass man den Kandidaten Wulff in einer Art Geheimaktion so "gemacht" hat wie seinerzeit Köhler. Damals hat dieses Geschachere der Demokratie geschadet; diesmal noch mehr, da die Parteiuntergliederungen total übergangen wurde.
    Was Merkel wollte, ist klar: Den Parteikonkurrenten Wulff für die Parteivorsitzende und Kanzlerin unschädlich zu machen...
    Aber Gauck könnte ihr dabei die Suppe versalzen...

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