Bundespräsidentenwahl
Gesine Schwan übt Kritik an Köhler

Die SPD-Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl, Gesine Schwan, hat Amtsinhaber Horst Köhler indirekt vorgeworfen, Politikverdrossenheit zu verstärken.

HB BERLIN. Sie verfolge eine andere Grundhaltung, sagte Schwan dem "Hamburger Abendblatt" vom Samstag mit Bezug auf Köhler. Sie würde "der Versuchung widerstehen, unter Berufung auf die Stimme des Volkes die aktiven Politiker zu kritisieren und dadurch die Politikverdrossenheit nur noch weiter zu schüren".

Schwan sagte, sie glaube nicht, dass Deutschland um jeden Preis Reformen brauche. "Eher denke ich, dass wir uns in einem intensiven Dialog der Grundlagen unseres Zusammenlebens neu versichern müssen", fügte die Wissenschaftlerin hinzu. Sie habe Köhler als sehr sympathisch, unprätentiös und freundlich erlebt. Ihr Amtsverständnis sei jedoch ein anderes.

Die SPD-Kandidatin gab sich mit Blick auf die Wahl in der Bundesversammlung im Mai siegessicher. Sie vertraue darauf, dass die Wahlmänner und-frauen eine Gewissensentscheidung träfen. Auch bei der vorherigen Wahl habe sie zehn bis 15 Stimmen aus dem Lager von Union und FDP bekommen, die damals wie heute Amtsinhaber Köhler favorisieren. Schwan sagte, sie formuliere ein überparteiliches Angebot an alle. Sie könne sich nicht vorstellen, dass die Linke im Falle eines dritten Wahlgangs ihren Kandidaten Peter Sodann im Rennen halte. Zieht sie diesen zurück, würden die Chancen für Schwan steigen. Die Linkspartei hat ihr Verhalten bei einem zweiten oder dritten Wahlgang bisher offengelassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%