Bundespräsidentenwahl
Köhler bewirbt sich um zweite Amtszeit

Er machts: Bundespräsident Horst Köhler tritt zu einer zweiten Amtszeit an. Das kündigte Köhler am Donnerstag in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue an. Bereits zuvor war durchgesickert, dass eine Entscheidung des Staatsoberhaupts kurz bevor steht. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes gebe“, sagte Köhler in seiner knappen Bewerbungsrede.

HB BERLIN. Ein Jahr vor Bundesversammlung solle Klarheit herrschen, sagte Köhler in seiner Erklärung. Dieses gegebene Wort löse er jetzt ein. Er wolle den „Weg des Wandels und der Bewahrung“ für Deutschland weiter gehen. Dabei wolle er sein Bestes geben, fügte Köhler hinzu.

Er sei vor vier Jahren mit dem Wunsch angetreten, dem Land etwas zurückzugeben, was es ihm gegeben habe. Er habe gelernt, dass Deutschland viele Stärken habe, aber auch die Schwächen seien ihm bewusster geworden, sagte Köhler in einer kurzen Pressekonferenz.

Zum dem Risiko einer Niederlage durch einen möglichen eigenen Kandidaten der SPD, sagte Köhler, er gehe nicht davon aus, dass er verliere. „Einen demokratischen Wahlkampf braucht niemand zu fürchten“, sagte der Bundespräsident und verwies auf die große Zustimmung für ihn in der Bevölkerung.

Der 65-Jährige war im Mai 2004 mit Unterstützung von CDU und FDP in der Bundesversammlung gewählt worden. Die Wahl des neuen Bundespräsidenten für fünf Jahre findet am 23. Mai 2009 statt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich „ausgesprochen“ erfreut über Köhlers Bereitschaft für eine zweite Amtszeit. Die CDU-Vorsitzende sagte auf dem Katholikentag in Osnabrück: „Ich gehe davon aus, dass er eine breite Unterstützung bekommt.“

Auf die Frage, wie sie zu einer möglichen Gegenkandidatin der SPD stehe, sagte sie: „Die Sozialdemokraten müssen sich entscheiden.“ Sie wolle keine hypothetischen Fragen beantworten.

Die SPD kündigte kurz nach Köhlers Erklärung an, am kommenden Montag im SPD-Parteivorstand darüber zu entscheiden, ob sie einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten aufstellt. Die SPD nehme die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler für eine neuerliche Kandidatur „mit Respekt“ zur Kenntnis, erklärte Parteichef Kurt Beck am Donnerstag in Berlin.

Im Gespräch als SPD-Gegegenkandidatin ist erneut die Hochschulpräsidentin Gesine Schwan, die 2004 knapp gegen Köhler unterlegen war.

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