Bundespräsidentenwahl
Steinmeier ist Favorit der Deutschen

Anders als die Mehrheit der Deutschen, konnte sich die Große Koalition bisher auf keinen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl einigen. Bei der Union wird über einen anderen Kandidaten spekuliert.

Mainz/BerlinDie Bundesbürger sähen am liebsten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als neuen Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Mit 25 Prozent wurde sein Name beim ZDF-"Politbarometer" auf die Frage, wer neues Staatsoberhaupt werden soll, am häufigsten genannt. Steinmeier liegt der Befragung zufolge weit vor Winfried Kretschmann (Grüne), den zwei Prozent nannten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident wurde am Freitag ebenfalls als möglicher Anwärter auf das höchste Amt im Staat gehandelt. Kretschmann schließt eine Kandidatur um die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck nicht aus. „Wenn man mich dann ruft – der Ruf wird aber ziemlich sicher gar nicht kommen – dann muss ich mir das reiflich überlegen“, sagte der Grünen-Politiker dem SWR-Fernsehen. Er strebe das Bundespräsidentenamt „aber erstmal“ nicht an. Das für Freitagnachmittag geplante Treffen der Parteichefs von CDU, CSU und SPD zur Suche eines gemeinsamen Kandidaten wurde wegen einer Erkrankung von SPD-Chef Sigmar Gabriel abgesagt. Nun wollen die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und Gabriel am Sonntag einen neuen Anlauf nehmen.

Mit deutlichem Abstand auf Steinmeier rangieren in der Liste des "Politbarometers" auch Norbert Lammert (CDU, vier Prozent), Joachim Gauck (vier Prozent), Margot Käßmann (zwei Prozent) und Angela Merkel (CDU, zwei Prozent). Keiner von ihnen steht jedoch zur Verfügung. Allerdings konnte überhaupt nur jeder zweite Befragte einen Namen für das Bundespräsidentenamt nennen, wenn keine Vorgaben gemacht wurden.

Die SPD hatte Steinmeier als möglichen gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition bereits vorgeschlagen. Dem stimmte die Union bislang aber nicht zu. Scheitert die Suche nach einem Konsenskandidaten, wird erwartet, dass die SPD Steinmeier offiziell aufstellt. Mit wem die Union dann ins Rennen geht, ist bislang offen.


Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU auf 34 Prozent und die SPD auf 22 Prozent. Die Grünen würden 13 Prozent erreichen, die Linke zehn Prozent und die FDP fünf Prozent. Weiterhin stark würde mit zwölf Prozent die AfD abschneiden. Für das "Politbarometer" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen Dienstag und Donnerstag telefonisch 1276 Wahlberechtigte.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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