Bundespresseball
Ein Krisenfest

Wirtschaftskrise hin, Regierungskrise her – auf dem diesjährigen Bundespresseball gab es statt der üblichen Debatten über Krisen Hummer und Champagner. Zum aktuellen Geschehen wollten sich die Politiker partout nichts entlocken lassen. Wenn die Politprominenz wortkarg feiert.
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HB. Krisenfest war das Motto des diesjährigen Bundespresseballs. Wie passend, wie prophetisch. Krisenfest, das bezog sich natürlich auf die Wirtschaftskrise, über die, zumindest einen Abend lang, Atlantik-Hummer und Champagner hinwegtrösten sollten. Krisenfest, das konnte man aber auch als Frage formuliert verstehen an die noch frische schwarz-gelbe Bundesregierung, die 31 Tage nach ihrem Start schon den ersten Minister verloren hat. Und da auch noch die Personalie des abgesägten ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender die Gemüter erregte, stand trinkfesten Debatten eigentlich nichts mehr im Weg. Nun ja, außer die Feierlaune der Politiker, die sich partout nichts zum aktuellen Geschehen entlocken lassen wollten. „Heute Abend geht’s mal nicht um Politik“, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle, der im Smoking zusammen mit seinem Freund Michael Mronz durch das Spalier der Mikrofone und Scheinwerfer schritt. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), Arm in Arm mit seiner Frau Wiebke, die im glänzenden rosa Abendkleid auftrat, seufzte: „Es war ein anstrengender Tag. Ich denke, wir sollten heute probieren, uns zu entspannen.“ Und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CDU) versuchte ein Lächeln: „Man musste erst mal durchatmen, bevor man herkommt.“ Gefeiert wurde dann bis in die frühen Morgenstunden - Wirtschaftskrise hin, Regierungskrise her.

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