_

Bundesrat stoppt Gesetz: Neue Job-Förderung benachteiligt Arbeitslose

Das Arbeitsmarkt-Eingliederungsgesetz ist im Bundesrat durchgefallen. Die Bundesländer lehnen unter anderem Einsparungen bei der Gründer-Förderung ab. Nun soll der Vermittlungsausschuss einen Kompromiss finden.

Die Länderkammer fordert Nachbesserungen bei der Förderung von Arbeitslosen. Quelle: Reuters
Die Länderkammer fordert Nachbesserungen bei der Förderung von Arbeitslosen. Quelle: Reuters

BerlinDas geplante Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt muss überarbeitet werden. Die Länder überwiesen am Freitag den Entwurf in den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Zentrale Forderung der Länderkammer ist, den Gründungszuschuss für Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, in der jetzigen Form zu erhalten. Weder dürften die Bedingungen dafür verschlechtert noch die Dauer der Zahlung verkürzt werden.

Anzeige

Darüber hinaus fordern die Länder, die dem Ausbildungsbeginn vorgeschaltete Einstiegsqualifizierung auf Dauer zu erhalten. Sie soll aber nur noch der Zielgruppe der nicht oder nicht vollständig ausbildungsreifen Jugendlichen angeboten werden.

Schließlich soll aus dem Entwurf die Kürzung des Eingliederungszuschusses für ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahren auf bis zu zwölf Monaten gestrichen werden. Wie bisher soll er für einen Zeitraum bis zu 36 Monaten gewährt werden.

Die Bundesregierung plant mit dem Gesetz, Arbeitsvermittlern mehr Freiheit für eine passgenaue Förderung von Jobsuchenden zu geben. Sie sollen aber auch Mitnahmeeffekte stärker als bisher verhindern. Geplant ist, dass das Gesetz am 1. April 2012 in Kraft tritt.

Die Bundesregierung will mit dem Gesetz bei der Bundesagentur für Arbeit bis 2015 etwa acht Milliarden Euro sparen.

  • 17.10.2011, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: Gisbert

    Durch das "Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt" werden die Bedingungen verschlechtert und die Dauer der Zahlung verkürzt? Zudem sollen bis 2015 etwa acht Milliarden Euro eingespart werden. Wer entdeckt den logischen Widerspruch zwischen dem Titel der Gesetzesänderung und dem eigentlichen Ziel, Milliarden einzusparen? Nun, die Bankenrettung und die Sicherung der Managergehälter sind jedenfalls so sichergestellt - dank der Superministerin und Internet-Zensurexpertin.

  • Die aktuellen Top-Themen
Wüstenrot-Studie: Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Rund 44 Prozent der Deutschen halten die Preise für Häuser und Wohnungen für deutlich überhöht. Sie fürchten sich vor einer Immobilienblase. Vor allem die Bürger eines Bundeslandes sind besonders skeptisch.

Weltwirtschaftswachstum: EU rüffelt China, Japan und die USA

EU rüffelt China, Japan und die USA

EU-Kommissionspräsident Barroso und Ratspräsident Van Rompuy fordern, dass alle G20-Länder das Weltwirtschaftswachstum fördern. Europa sei seiner Verantwortung nachgekommen, hieß es, jetzt seien die anderen dran.

Erzieher-Mangel: Kommunen wollen Ungelernte in Kitas einsetzen

Kommunen wollen Ungelernte in Kitas einsetzen

Ab dem nächsten Jahr haben Eltern ein Recht auf einen Kita-Platz. Doch vielerorts fehlen die Erzieher. Städte und Gemeinden erwägen, ungelernte Hilfskräfte einzusetzen. Eine Katastrophe, meint der Kinderschutzbund.