Bundesrechnungshof
Finanzbeamte scheitern am deutschen Steuerrecht

Nicht nur die Bürger sind überfordert - auch die Finanzbeamte können die Flut von Steuergesetzen nicht mehr umsetzen, kritisiert der Bundesrechnungshof. Die Fehler der Finanzämter häufen sich.
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DüsseldorfDas deutsche Steuerrecht ist so kompliziert, dass nicht nur Bürger und Unternehmen stöhnen, sondern auch der Fiskus die Flut von Regeln nicht mehr bewältigen kann. „In den letzten fünf Jahren hat ein kompliziertes und sich rasch wandelndes Steuerrecht die Arbeit der Veranlagungsstellen und den Vollzug der Steuergesetze erheblich erschwert“, schreibt der Bundesrechungshof in einem neuen Bericht.

Allein im Einkommensteuergesetz, das für 27 Millionen Steuerpflichtige maßgebend ist, wurden laut Rechnungshof zwischen 2006 und 2010 428 Bestimmungen durch 48 Gesetze geändert. Etwa zehn Reformen müssten die Finanzbeamten Jahr für Jahr verdauen - und das mit immer weniger Personal. So sei die Zahl der Steuererklärungen zwischen 2006 und 2009 zwar um 1,4 Prozent gesunken, doch gleichzeitig sank die Zahl der Finanzbeamten um 1,9 Prozent.

Das Steuerchaos führt dazu, dass die Finanzbeamten immer mehr Fehler machen. "Die gesetzmäßige Besteuerung von Arbeitnehmern ist nicht gewährleistet", sagte der Präsident des Bundesrechnungshofs Dieter Engels. So sei etwa der Steuervorteil für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in 80 bis 90 Prozent der Fälle gewährt worden, ohne dass die Finanzämter die Voraussetzungen geprüft hätten.

Um die Masse der Steuererklärungen bewältigen zu können, setzt der Fiskus inzwischen immer mehr auf Software. Risikofilter sollen warnen, wenn Angaben der Steuerpflichtigen unplausibel erscheinen und der Finanzbeamte genauer nachschauen sollte - eigentlich.

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„Großer Handlungsbedarf zur Verbesserung des Steuervollzugs“

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  • Finanzbeamte scheitern am deutschen Steuerrecht
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    Der Bürger scheitert daran schon lange.
    Es ist nur noch zum kotzen, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Mir graust es jedes Jahr erneut davor und jedes Jahr aufs Neue verfluche ich diese Typen, die das alles vorschreiben, diesen undurchschaubaren Zirkus in die Welt setzen. Das grenzt schon an Beschäftigungstherapie, was man da alles machen muß.
    Wann kommt das Konzept von Prof. Kirchhof.den aht man schnell beseitigt, weil sie gar kein einfaches wollen
    Einheitlicher Steuersatz für alle und weg mit allen Ausnahmen und Subventionen, dieser ganze Kram, furchtbar.
    Für all diese kleinkarierten Büroktaten und Abgeordneten gibt es dazu sicher wieder 100 -" ja aber"-- typisch deutsch. Und so palavern sie noch in 100 Jahren weiter wenn sie da noch leben...oder der Finanztsunamie sie hinweggefegt hat.

  • http://dzig.de/search/node/einfache%20steuer

    Es ist ermüdend.

  • Hier hilft nur noch eine radikle Refom in allen Bereichen.
    Nur noch eine Steuerart: die Umsatzsteuer.
    Ein komplettes Konzept finden Sie unter
    " Wirtschaftswunder 2.0 "

    http://is.gd/SJh8js

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