Bundesregierung fürchtet Freispruch der Terrorverdächtigen
Schily bittet USA um Hilfe im Terrorprozess

Bundesinnenminister Schily hat die USA gebeten, weiteres Material gegen den Terrorverdächtigen Mzoudi bereitzustellen. Ansonsten bestehe die Gefahr eines Freispruchs.

HB BERLIN. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat sich nach Angaben des Nachrichtenmagazins «Spiegel» um amerikanische Hilfe in dem Prozess gegen den als Terrorhelfer verdächtigten Marokkaner Abdelghani Mzoudi gebeten. Schily habe sein Anliegen bei einem Treffen mit US-Justizminister John Ashcroft Anfang Dezember vorgetragen, heißt es.

Grund sei die Befürchtung der Bundesregierung, dass das Gericht Mzoudi freisprechen könnte, wenn nicht weiteres belastendes Material auftaucht. Bereits mehrfach war darum gebeten worden, den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September, Ramzi Binalshibh, der in den USA inhaftiert ist, in dem Prozess als Zeugen vernehmen zu dürfen. Dies hatten die Amerikaner stets abgelehnt.

Auch Dokumente über dessen Vernehmung in den USA werden wohl nicht herausgegeben werden. Die USA fürchteten innenpolitische Schwierigkeiten, wenn sie ausländische Gerichte großzügiger versorgten als die eigenen, so der «Spiegel». Auch amerikanischen Gerichten werden Zeugen und Dokumente verweigert.

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