Bundesregierung: Jede zweite ausländische Mutter arbeitslos

Bundesregierung
Jede zweite ausländische Mutter arbeitslos

Immer mehr Mütter in Deutschland gehen arbeiten, auch ihre Wochenarbeitszeit hat sich erhöht. Nachholbedarf sieht der Fachkräftebericht der Regierung bei Ausländerinnen – hier ist jede Zweite ohne Job.
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BerlinIn der Bundesrepublik hat nur jede zweite Mutter mit ausländischen Wurzeln einen Job. Unter den deutschen Müttern sind es dagegen 72 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsbericht der Bundesregierung zum Thema Fachkräfte hervor, aus dem die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ vorab zitiert. Demnach sieht die Regierung in dieser Gruppe besonderen Handlungsbedarf und will Förderprojekte auflegen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Entwicklung in einer Pressekonferenz am Mittwoch erläutern. Auch das Bundeskabinett befasst sich mit dem Thema Fachkräfte.

Nach Informationen der Zeitung war die Arbeitslosigkeit unter Ausländern zum Jahresende doppelt so hoch wie unter Deutschen. Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten keinen anerkannten Berufsabschluss. „Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von (arbeitslosen) Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden“, zitiert das Blatt aus der Bilanz des Arbeitsministeriums. Dies sei auch „volkswirtschaftlich geboten“.

Insgesamt gehen dem Bericht zufolge aber mehr und mehr Mütter mit minderjährigen Kindern arbeiten. Der Anteil habe sich seit 2006 von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht, wie die Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Mittwoch) unter Berufung auf den Fortschrittsbericht schreiben. Damit sei ihre Zahl um 60.000 auf jetzt 5,6 Millionen gestiegen.

Die Entwicklung schlage sich auch im Arbeitsvolumen nieder. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Müttern ist demnach zwischen 2010 und 2011 um etwas mehr als eine halbe Stunde auf 25,6 Stunden gestiegen. Insgesamt arbeiteten die Mütter 142,2 Millionen Stunden - das entspricht einer Zunahme um rund 5,2 Millionen Stunden.

Der Fortschrittsbericht geht auf das im Juni 2011 beschlossene Konzept zur langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs zurück. Er sieht sowohl Fortschritte als auch weiteren Handlungsbedarf.

Ziel des Fachkräftekonzepts ist es, mehr junge Leute, Frauen und Ältere fürs Erwerbsleben zu gewinnen. Ferner sollen Arbeitslose für die Integration in den Arbeitsmarkt qualifiziert und ausländische Spezialisten angeworben werden. In der Sicherung des Fachkräftebedarfs sehen Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften eine Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Jede zweite ausländische Mutter... Da hätte ich doch gern gewußt, aus welcher Sozialisation denn jede zweite ausländische Mutter kommt und in welchem Bereich diese als Fachkraft denn arbeiten sollen. Bei über 70% ohne Berufsabschluß müßten diese Arbeitsplätze wohl erst geschaffen werden, am Ende wird Frau vdL feststellen, daß diese gar nicht nachgefragt werden, weil es dafür keine Arbeit gibt. Hat Frau vdL auch einmal nachgefragt, weshalb diese „Arbeitskräfte“ keinen Berufsabschluß haben? Könnte es sein, daß der für einen Berufsabschluß so wichtige Schulabschluß auch fehlt? Könnte es sein, daß dieser deshalb fehlt, weil ein viel zu großer Teil der angesprochenen Gruppe beides deshalb nicht erreicht, weil er nur über rudimentäre bis keine Deutschkenntnisse verfügt? Ist es auch möglich, daß ein sehr großer Teil dieser Frauen deshalb nicht arbeitet, weil es in deren Sozialisation gewisse Traditionen gibt, die den Mann bestimmen lassen was Frau zu tun und zu lassen hat? Könnte es sein, daß bestimmte Gesetze es geradezu herausfordern sich eben nicht selbst um sein Fortkommen in dieser Gesellschaft zu kümmern, und es sinnvoll erscheinen lassen, lieber zu Hause zu bleiben und in der eingerichteten Parallelwelt zu verharren, weil man ja über den Staat versorgt ist? Wäre es nicht sinnvoller qualifizierte einheimische Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen, statt sie das Land verlassen oder arbeitslos zu lassen, statt ausländische Arbeitskräfte anwerben zu wollen? Hat sich Frau vdL schon einmal mit Personalchefs bezüglich „älterer“ Arbeitnehmer unterhalten und gefragt, weshalb diese bevorzugt entsorgt werden?

  • Unsere zugewanderten 'Potenziale'.

    "Wir brauchen den Zuzug von Migranten, damit dereinst unsere Renten gesichert sind".

    Merke: Wer immer nur für 20 Euro tankt, für den bleiben die Benzinkosten stets konstant.

  • ...hat auch schon...

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