Bundesregierung
Spekulieren nicht über neue Hilfen für Athen

Griechenland macht derzeit erstaunliche Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Dennoch spekuliert der „Spiegel“ über weitere finanzielle Unterstützung nach der Wahl. Die Bundesregierung dementiert.
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BerlinDie Bundesregierung sieht derzeit keinen Anlass für Überlegungen zu weiteren finanziellen Erleichterungen für Griechenland. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus, sagte am Montag in Berlin, die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission habe dem Euro-Land erst vor knapp zwei Wochen gute Fortschritte bei der Umsetzung des vereinbarten Reformprogramms bescheinigt und die jüngste Hilfstranche freigegeben. „Daher habe ich Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wo die neue Aufregung herkommt“, sagte Kotthaus: „Die setzen ihr Programm gut fort.“

Der „Spiegel“ hatte berichtet, die Bundesbank rechne mit einem neuen Hilfspaket nach der Bundestagswahl am 22. September. Das gehe aus einer Stellungnahme der Bundesbank für das Bundesfinanzministerium und den Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor. Darin heiße es, die Europäer müssten spätestens Anfang 2014 „wohl in jedem Fall ein neues Kreditprogramm mit Griechenland beschließen“. Kotthaus sagte, er wisse nicht, worauf sich der „Spiegel“ beziehe. Möglicherweise gehe es um eine Bundesbank-Stellungnahme vor der IWF-Jahrestagung.

Kotthaus bekräftigte, dass ein zweiter Schuldenschnitt für die Bundesregierung nicht infrage komme. Sollten aber nach dem Auslaufen des jetzigen Programms Ende 2014 weitere Hilfen - etwa bei der Kofinanzierung von EU-Strukturfonds - notwendig sein, werde darüber geredet werden, wenn Griechenland die Bedingungen dafür erfülle. Dafür gebe es derzeit keinen Anlass: „Wir sind kurz nach der Auszahlung der letzten Tranche auf Basis eines Troika-Reports, in dem drinsteht, dass die Griechen in ihrem Programm gute Fortschritte machen“, sagte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesregierung: Spekulieren nicht über neue Hilfen für Athen"

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  • 'hafnersp' sagt
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    Das ist ein Zitat aus dem verlinkten Artikel.
    siehe die weiter fortgeschrittene Diskussion hierzu in

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/athen-2-6-milliarden-haushaltsueberschuss-aber-ohne-zinsen-/v_detail_tab_comments/8627170.html

    Warum Sie hier herumgiften ist mir ein Rätsel. Die Existenz von Gasfeldern muß in der zahlenden Öffentlichkeit bekannt werden [...]
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    Es ist vollkommen unklar, ob diese "Gasfelder" wirtschaftlich ausbeutbar sind und in welchem Maße.

    Und solange das so bleibt ist es unsinnig zwischen diesen Gasfeldern und den griechischen Schulden einen Zusammenhang herzustellen.

    ...

    Abgesehen davon daß die Griechen sehrwohl dazu in der Lage wären ihren Schuldendienst zu leisten ohne einen einzigen Kubikmeter Gas.

  • "Spekulieren"

    Gewiss nicht. man weiß es schon lange, dass Griechenland neue Hilfen braucht und erhält. Schließlich hat man schon viel gutes Geld in den Brunnen geworfen und das muss man retten.

    Gibt es ein noch dümmeres "Krisenmanagement" und zum Schluss kann sich der Schäuble nicht einmal mehr daran erinnern. Zuoft hat der Mann schon in diese Trickkiste gegriffen. Das funktioniert nur, weil die Politik die Staatsanwaltschaften unter Kontrolle hat. Es gibt keinen Unterschied zur ehemaligen DDR.

    Wer so schlecht den Geist zusammen hat, sollte keine öffentlichen Ämter begleiten dürfen!

  • alle meckern, alle kritisieren, alle jammern. Aber ! Grosse Überraschung ! Wie wird wohl die BT Wahl ausgehen ? LOL

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