Bundesrepublik muss USA nicht kontrollieren Verwaltungsgericht weist Klage von Drohnenopfern ab

Die Angehörigen von US-Drohnenopfern im Jemen haben einen Prozess gegen die Bundesrepublik verloren. Sie wollten, dass Deutschland den USA verbietet, Ramstein für den Einsatz von Kampfdrohnen im Jemen zu nutzen.
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Demonstrant gegen den Einsatz von Kampfdrohnen. Das Verwaltungsgericht Köln hat eine Klage von Drohnenopfern aus dem Jemen abgewiesen. Quelle: AFP
Drohnensteuerung via Ramstein

Demonstrant gegen den Einsatz von Kampfdrohnen. Das Verwaltungsgericht Köln hat eine Klage von Drohnenopfern aus dem Jemen abgewiesen.

(Foto: AFP)

KölnDie Bundesregierung muss den USA die Nutzung des US-Stützpunktes Ramstein für Drohnenangriffe im Jemen nicht verbieten. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Mittwoch entschieden. Geklagt hatten drei Jemeniten, die bei einem Drohnenangriff 2012 zwei Verwandte verloren hatten und sich selbst in Lebensgefahr sehen. Ihrer Überzeugung nach leiten die USA die Daten für die Steuerung von Kampfdrohnen über Ramstein weiter. Das Gericht wies die Klage ab. Die Kläger wollen nach Angaben ihres Anwalts in Berufung gehen.

Zwar könnten sich die Kläger auf die Pflicht des Staates zum Schutz von Leib und Leben nach dem Grundgesetz berufen, erläuterte die Vorsitzende Richterin. Daraus leite sich aber nicht zwingend eine Handlungspflicht des Staates ab. Vielmehr stehe der Bundesregierung - gerade wenn es um außenpolitische Angelegenheiten gehe - ein weiter Ermessensspielraum zu. Dieser umfasse auch die völkerrechtliche Bewertung der Drohnenangriffe.

Die Drohnen-Projekte der Bundeswehr
Drohne Luna
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Für die Soldaten der Bundeswehr ist der Umgang mit Drohnen nicht neu. „Aladin“, „Luna“ (Foto), „Mikado“ und „Heron“ heißen die Modelle, die schon seit Jahren eingesetzt werden.

Aufklärungsdrohne in Afghanistan
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Die kleinste hat einen Durchmesser von nur einem Meter und wiegt 1,3 Kilogramm. Die größte ist 8,5 Meter lang und wiegt 1,25 Tonnen. Alle sind ausschließlich zur Aufklärung, Überwachung oder Zielortung da.

Erstes Drohnenmodell „Talarion“ von Airbus
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Jetzt will Deutschland gemeinsam mit Frankreich und Italien bis 2025 eine mittelgroße Drohne entwickeln. Sie soll 5000 bis 15.000 Meter hoch fliegen und sich 24 Stunden oder sogar länger in der Luft halten können. Mit etwa zehn Metern Länge und um die fünf Tonnen Gewicht sind solche Drohnen groß genug, um auch Waffen tragen zu können.

Das Raubtier
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Da die Bundeswehr noch zehn Jahre auf die Euro-Drohne warten muss, soll als Übergangslösung eine bewaffnungsfähige Drohne gemietet oder gekauft werden. Zur Auswahl stehen eine amerikanische Drohne, die wahlweise „Predator B“ (Raubtier) oder „Reaper“ (Sensenmann) genannt wird, ...

Drohne Heron TP beim Start
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... und die israelische Drohne „Heron TP“ (Reiher). Mit diesem Hersteller hat die Bundeswehr schon Erfahrungen gesammelt...

Im Auslandseinsatz
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In Afghanistan – im Feldlager der Bundeswehr in Masar-i-Scharif – hatte die Bundeswehr drei Drohnen des Typs Heron 1 im Einsatz.

Zur Aufklärung
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Zu Aufklärungszwecken möchte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Drohne anschaffen, die bis zu 20 Kilometer hoch fliegen und von dort aus riesige Gebiete überwachen kann.

Die Bundesregierung habe gegenüber den USA stets betont, dass bei der Nutzung von Ramstein das deutsche Recht und das Völkerrecht beachtet werden müssten. Dies habe die US-Regierung auch zugesagt. Das Gericht habe wegen des Prinzips der Gewaltenteilung nur eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten und könne somit keine weitergehenden Verpflichtungen aussprechen. (Aktenzeichen 3 K 5625/14)

  • dpa
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1 Kommentar zu "Bundesrepublik muss USA nicht kontrollieren: Verwaltungsgericht weist Klage von Drohnenopfern ab"

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  • "Die Bundesregierung habe gegenüber den USA stets betont, dass bei der Nutzung von Ramstein das deutsche Recht und das Völkerrecht beachtet werden müssten. Dies habe die US-Regierung auch zugesagt. Das Gericht habe wegen des Prinzips der Gewaltenteilung nur eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten und könne somit keine weitergehenden Verpflichtungen aussprechen. (Aktenzeichen 3 K 5625/14)"

    Was will der Richter damit sagen?
    "Im Namen des Volkes" hatte er gewiss seiner Meinung vornan gestellt. Verstehen kann man das, was er da von sich gegeben hat nicht.

    Wenn er als Richter nur eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten hat, dann durfte er m.E. kein Urteil fällen und die Klage zurückweisen, weil er nicht der richtige Ansprechpartner ist.

    m Übrigen sollte die Gerichtsakte eingesehen werden, um festzustellen, auf welche Dokumente er sich bezieht. Erfahrungsgemäß befindet sich in den Gerichtsakte gähnende Leere und die Sprüche werden von den Richtern aus der hohlen Hand gezaubert. Das versteht man nämlich unter dem Schlagwort "Unabhängigkeit der Justiz". Nichts haben die, nicht einmal ein Gesetz, an das sie sich halten.

    Wir müssen viel kritischer mit der Justiz umgehen, statt diese Herren "anzubeten".

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