0 Bewertungen
06.06.2008 
Energie

Bundestag beschließt Klimapaket

Der Bundestag hat nach wochenlangem Streit ein umfassendes Gesetzespaket zum Klimaschutz verabschiedet. Nach Gesetzen zum Ausbau von der Kraft-Wärme-Kopplung und zur Liberalisierung des Messwesens billigte das Parlament am Freitag mehrheitlich auch die Pläne zum Ausbau von Ökostrom und Ökowärme.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte das erste Klima- und Energiepaket der Regierung gegen scharfe Kritik der Opposition. Foto: apLupe

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte das erste Klima- und Energiepaket der Regierung gegen scharfe Kritik der Opposition. Foto: ap

HB BERLIN. Die Gesetze sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. 20 Prozentpunkte sind bereits erreicht. Mit den nun beschlossenen vier Gesetzen sollen weitere zehn Punkte erzielt werden.

Der Bundesrat muss über das Klimapaket noch entscheiden. Das zweite Klimaschutzpaket war zuvor wegen des Streits über die Kfz-Steuerreform verschoben worden.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte das erste Klima- und Energiepaket der Regierung gegen scharfe Kritik der Opposition. „Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorne“, sagte er am Freitag bei der Bundestagsdebatte in Berlin. Er räumte aber zugleich Mehrbelastungen der Bürger ein.

Als Teil des Pakets soll Ökostrom in den nächsten Jahren kräftiger gefördert werden und bis 2020 rund ein Drittel der Elektrizität in Deutschland liefern. Der Bundestag beschloss dazu eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), das vor allem Strom aus Wind und Biomasse stärker als bisher vorgesehen fördert.

Derzeit liegt der Ökostromanteil bei 14 Prozent. Die Unterstützung für die umstrittene Solar-Energie wurden deutlich geringer gesenkt als von Teilen der Union gefordert. Den durchschnittlichen Haushalt wird die Ökostrom-Förderung im Jahr 2015 etwa fünf Euro im Monat kosten, derzeit sind es rund drei Euro.

Zugleich beschloss der Bundestag eine Pflicht für Ökowärme in Neubauten und ein Förderprogramm von bis zu 500 Millionen Euro für den Einsatz in Altbauten.

Das EEG ist das entscheidende Instrument zum Ausbau von Strom aus Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse. Es verpflichtet die Konzerne zur Abnahme zu festgelegten Preisen, die über denen von konventionellem Strom liegen.

Die Differenz wird durch eine Umlage auf alle Verbraucher bezahlt. Sie beträgt derzeit 4,3 Milliarden Euro und wird bis 2015 auf 7,1 Milliarden Euro steigen. Danach sinkt sie wieder, weil Ökostrom dann zunehmend zu Marktpreisen produziert werden kann.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Misstrauen durchdringt all...

    Finanzkrise: Misstrauen durchdringt alle Bereiche

    Keine Frage, die Finanzkrise, die wir derzeit erleben, ist außergewöhnlich. Alle Vergleiche mit vorherigen Wirtschaftskrisen hinken. Und das Vertrauen ist zerstört, wie ein Blick auf wichtige Indikatoren des Finanzmarktes zeigt.Bildergalerie 

  • Hier versickern unsere Steuergelder

    Hier versickern unsere Steuergelder

    Ein Schwimmbad, das niemand nutzt. Gratis-Fitness für städtische Angestellte. Staatliche Tipps zum Umgang mit Wölfen ("Sie sind keine Kuscheltiere") – das neue "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler listet wieder die krassesten Fälle öffentlicher Verschwendung auf.Bildergalerie 

  • Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bed...

    Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bedeutet

    In Berlin steht eine Kabinettsumbildung an. Da Bundesagrarmnister Horst Seehofer (CSU) als Ministerpräsident nach Bayern wechselt, muss sein Posten in der Bundesregierung neu besetzt werden. Möglicherweise nutzt Kanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit, um auch Veränder...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

In der loose-loose-Falle  Artikel in Merkliste

10.10.2008, 14:43 Uhr von Barbara Gillmann

Die große Mehrheit, mit der die Hamburger Grünen für die Fortsetzung der Koalition gestimmt haben, verblüfft. Die Ökopartei, die im Bundestagswahlkampf vor allem mit dem Klimaschutz punkten will, riskiert, dass sie den Kredit beim Wähler auf dem für sie existienziellen Feld verliert. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Zeit für gemeinsames Handeln  Artikel in Merkliste

10.10.2008, 05:00 Uhr

Noch sinnen die Mächtigen der Finanzwelt auf nationale Rettungsaktionen. Doch bei ihrem Treffen in Washington müssen sie koordinierte Schritte beschließen, sonst ist der Fall der Märkte nicht zu stoppen. Kommentar