Deutschland

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Bundestag: Gesetz für Kampf gegen Krebs beschlossen

Jedes Jahr erkranken fast eine halbe Million Deutsche an Krebs. Es ist die zweithäufigste Todesursache. Jetzt sollen die Therapien systematisch verbessert werden. Der Bundestag hat dazu ein Gesetz beschlossen.

Dank eines neuen Gesetzes sollen Krebserkrankungen besser bekämpft werden. Quelle: dpa
Dank eines neuen Gesetzes sollen Krebserkrankungen besser bekämpft werden. Quelle: dpa

BerlinDie Krebskranken in Deutschland sollen von mehr Früherkennung und besseren Therapien profitieren. Einheitliche Krebsregister sollen sämtliche Patientendaten erfassen, damit die Behandlungen optimiert werden können. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalition bei Enthaltung der Opposition.

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„Das ist ein starkes Signal, dass die Politik dem Krebs den Kampf ansagt“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch der Bundesrat das Gesetz billigen wird, obwohl es dort nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen eine rot-grüne Mehrheit gibt.

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Direkt spürbar wird für viele Menschen sein, dass künftig umfangreicher als bisher zur Früherkennung eingeladen wird. Regelmäßige persönliche Briefe sollen auf Untersuchungen zu Darm- und Gebärmutterhalskrebs aufmerksam machen. Bisher gibt es ein organisiertes Früherkennungsprogramm nur für Brustkrebs. Altersgrenzen und Einladungsrhythmus sind noch offen. Menschen ab 50 Jahren kommen bei Darmkrebs infrage, bei Gebärmutterhalskrebs Frauen zwischen 20 und 65.

Die unterschiedlichen klinischen Krebsregister werden bundesweit vereinheitlicht. Erfasst werden sollen die Daten der Patienten zu Diagnose, Behandlung, aber auch Nachsorge und Rückfällen. Einerseits sollen mögliche Schwächen laufender Behandlungen abgestellt werden. Darüber hinaus sollen im Nachhinein Lehren für künftige Fälle gezogen werden und Therapien verbessert werden.

Gesundheits- und Pflegepolitik

Vor allem in Ostdeutschland gibt es solche Datensammlungen traditionell seit Jahren, auch in Bayern sind Krebsregister aufgebaut, im Westen klaffen aber noch große Lücken.

Experten begrüßten das Gesetz. „Das ist ein großer Schritt für Deutschland“, sagte die Regensburger Krebsspezialistin Monika Klinkhammer-Schalke der Deutschen Presse-Agentur. „Die Daten werden zusammengeführt und man kann aktuell sehen: Ist es so gelaufen, wie die Leitlinien, wie hohe Empfehlungen es vorschreiben?“ Viele Patienten würden nur zu 30 bis 40 Prozent leitliniengerecht behandelt. „Das ist ein Drama.“

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Der Aufbau der Krebsregister dauert jedoch noch einige Jahre. Ende vergangenen Jahres gab es eine Einigung zur Finanzierung des Aufbaus für acht Millionen Euro. Die Deutsche Krebshilfe übernimmt 90 Prozent der Kosten, die Länder 800 000 Euro. Schon bislang hatten solche Datensammlungen Erkenntnisse gebracht. Man erkannte etwa, dass nicht bei jeder Brustkrebsoperation alle Lymphknoten im Achselbereich entfernt werden müssen.

  • 31.01.2013, 22:10 UhrBrasil

    Na wunderbar, da wird sich der Krebs aber am Riemen reissen und sich schleunigst verpissen! Habt ihr denn auch gleich eine saftige Strafe ausgesetzt, wnn er witer sein Unwesen treibt?
    Es ist schon ein kommoedienstadel dieses Parlament (...) !
    Aber ich prphezeihe Euch, es ist ein Gesetz fuer die Pharmaindustrie und ich wuerde mich nicht wundern, wnn bald auch eine Impfung gegen Krebs auftauchen wuerde, die dann zur Pflicht wird.
    Was diesen verbrechern alles einfaellt um an das Geld der Buerger zu kommen ist schon phaenomenal und der treudoofe Michel macht das alles mit, ohne auch nur zu murren.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 31.01.2013, 23:04 UhrGast

    Hier werden zwei Dinge in einen Topf geworfen.
    Auf der einen Seite ein anonymes!! Krebs-Behandlungs-Register, welches bisher nicht geführt wurde(werden durfte?), weil darin leicht abzulesen wäre, welche Behandlungen keinen gesundheitlichen Nutzen bringen, sondern nur einen finanziellen für einige Interessengruppen.
    Auf der anderen Seite staatlich organisierte Vorsorgeuntersuchungen, was bedeutet, dass staatlich finanzierte Vorsorgezentren aus dem Boden gestampft werden können.
    Ich war empört, als ich eine Vorladung zu einem bereits festgelegten Termin zu einer Untersuchung meiner Brust im Briefkasten fand. Man lässt mich damit jetzt in Ruhe, allerdings gehe ich davon aus, dass ich jetzt auf einer schwarzen Liste derer stehe, die natürlich selbst schuld sind, wenn sie erkranken. Ich möchte auf keiner Liste stehen, ich möchte meine Arzttermine selbst machen und ich betrachte diese staatliche Vorsorgeaggression als Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte.

  • 31.01.2013, 23:11 Uhrchinamed

    Früherkennung und bessere Therapie. Das wäre wirklich schön, wenn es eine wirksame Krebstherapie ab dem 50. Lebensjahr geben würde. Wieweit Früherkennung irgendeinen günstigen Effekt hat ist leider auch umstritten.
    Das Geld wäre besser in der medizinischen Grundlagenforschung aufgehoben.

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