Bundestag
Streit um Steuerabkommen mit der Schweiz

Finanzminister Wolfgang Schäuble findet das neue Steuerabkommen mit der Schweiz „fair“, die Opposition hingegen kritisiert es scharf und kündigte eine Ablehnung des Abkommens durch ihre Ländermehrheit im Bundesrat an.
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BerlinDas angestrebte Steuerabkommen mit der Schweiz ist im Bundestag heftig umstritten. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies am Donnerstag die scharfe Kritik der Opposition an den Vereinbarungen mit dem Nachbarland nachdrücklich zurück. Die Opposition kündigte dagegen eine Ablehnung des Abkommens durch ihre Ländermehrheit im Bundesrat an.

SPD-Fraktionsvize Joachim Poß monierte, dass „Steuerkriminelle“ straffrei blieben: „Der große Steuerhinterzieher kommt mit einem Billig-Tarif davon.“ Der Grünen-Parlamentarier Thomas Gambke beanstandete „totale Intransparenz“: „Die deutschen Steuerbehörden geben ihre Verantwortung an der Schweizer Kasse ab.“ Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sagte, ohne Nachverhandlungen mit der Schweiz habe das Abkommen im Bundesrat keine Chance. In der Länderkammer hat die christlich-liberale Regierung keine Mehrheit.

Schäuble sprach dagegen in der „Aktuellen Stunde“ des Parlaments von der „absolut richtigen Lösung“. Kapital-Einkünfte von Deutschen in der Schweiz würden künftig wie im Heimatland erfasst und veranlagt. Der FDP-Parlamentarier Volker Wissing sprach von einer „Märchenstunde“ der Opposition. Es gebe keine Amnestie, wie behauptet werde.

Schäuble und seine Schweizer Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf hatten das Abkommen in der vergangenen Woche unterzeichnet. Es soll nach der Ratifizierung durch die Parlamente beider Länder zum 1.

Januar 2013 in Kraft treten.

Nach dem Abkommen soll auf Alt-Vermögen noch nicht entdeckter deutscher Bankkunden eine einmalige Pauschalsteuer zwischen 19 und 34 Prozent an den deutschen Fiskus überwiesen werden. Das Geld wäre damit anonym legalisiert. Erträge deutscher Anleger sollen mindestens genauso hoch wie in Deutschland besteuert werden. Auf Zinsen und Dividenden soll eine Quellensteuer von gut 26,4 Prozent gezahlt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es gibt drei Arten von "Steuerzahlern":
    - die mit politischer Lobby und gebauchpinselt werden ! (das sind die überproportional Vermögenden)

    - und diejenigen, die keinen "Gestaltungsspielraum" haben; das sind Normalverdiener !

    - und diejenigen, die grundsätzlich keine Steuern zahlen.

    NOCH LEBEN ALLE FRIEDLICH MITEINANDER HER !

    Wie lange noch ?

  • Singapur - dieser Staatstaat( eigentlich ein diktatorischer Familienbetrieb) hat einflussreiche Freunde(USA). Während die Schweiz mittlerweile zur Steuerwüste mutiert herrschen dort weiterhin paradiesische Zustände. Gut wenn man Freunde hat.

  • Bei Kapitalerträgen wird automatisch von den Banken die Verrechnungssteuer, wenn der Kunde der Quellensteuer ohne steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz unterliegt, an das zuständige Steueramt überwiesen.

    Ich wohne schon lange Zeit in der Schweiz. In punkto Steuern sind die Schweizer auf angenehme Weise sehr korrekt. Das wird hier ordentlich abgerechnet. Und was die Banken anbelangt, die haben gerade das grösste Interesse nicht mehr mit Steuerhinterziehung in Verbindung gebracht zu werden. Die Legal and Compliance Vorschriften wurden deswegen stark verschärft und es wird gnadenlos geahndet wenn hier Mitarbeiter Verstösse begehen. Meine Frau arbeitet bei einer Schweizer Grossbank dieses Umfeld ist für die Mitarbeiter mittlerweile streng reguliert.

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