Bundestag
Struck übernimmt wieder SPD-Fraktion

Für Spitzenpolitiker gilt eigentlich genauso wie für Profiboxer die Regel, dass ein Comeback nach dem Titelverlust nur selten gelingt. Bei Peter Struck ist das anders.

HB BERLIN. Mit der Wahl an diesem Montag kehrt der 62-Jährige in sein altes Amt als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion zurück, das er von 1998 bis Juli 2002 schon einmal ausgeübt hat. Nicht wenige Parlamentarier sind darüber offen erleichtert.

Wäre es allein nach Struck gegangen, hätte es den Ausflug ins Kabinett womöglich überhaupt nie gegeben. Mit den Worten „Du musst das machen“, ließ sich der Ungediente von Kanzler Gerhard Schröder zähneknirschend in die Pflicht nehmen, nach dem unfreiwilligen Abgang von Rudolf Scharping das Verteidigungsministerium zu übernehmen. 65 Tage später, am Abend der Bundestagswahl im September 2002, stand Struck dann schon bereit, eventuell wieder an die Fraktionsspitze zu wechseln. Doch Franz Müntefering griff damals sofort zu.

Innerlich hatte sich der nach einem Schlaganfall längere Zeit gesundheitlich angeschlagene Struck bis vor kurzem schon auf den Vorsitz im Bundestags-Sportausschuss eingestellt, wenn für die SPD nach der Wahl vor zwei Monaten nur die Opposition übrig geblieben wäre. Erst als sich Müntefering endgültig für den Eintritt ins Kabinett entschied und das Wehrressort an die CDU fiel, klärte sich Strucks Zukunft als alter und neuer Fraktionschef.

Seitdem kam der scheidende Ressortchef aus den Abschiedsfeiern kaum noch heraus. Selbst Bundeswehr-Kommandeure erhoben sich von ihren Plätzen, um dem populären Minister bei einem Treffen in Bonn mit teils feuchten Augen zu applaudieren. „Peter Struck war der beste Verteidigungsminister seit Georg Leber“, lobte ihn der neue SPD-Chef Matthias Platzeck auf dem Parteitag vergangene Woche in Karlsruhe, wo Struck mit einem der besten Ergebnisse überhaupt neu in den SPD- Vorstand gewählt wurde.

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