Bundestagsdebatte
Müntefering zieht gegen Praktika-Missbrauch zu Felde

Gegen die Ausbeutung von Praktikanten in Unternehmen, die monate- oder gar jahrelang kostenlos qualifizierte Tätigkeiten ausüben, wehren sich bisher vor allem die Betroffenen selbst sowie die Gewerkschaften. Nun kann die Generation Praktikum auf Unterstützung der Politik hoffen.

HB BERLIN. In der Haushaltsdebatte des Bundestages sagte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering am Donnerstag, es greife eine Methode um sich, die nicht hingenommen werden könne. „Darum müssen wir uns kümmern“. Es sei nicht in Ordnung, wenn in Unternehmen junge Menschen als Hospitanten oder Praktikanten mit der Arbeit von Vollzeitkräften betraut, dafür aber nur wenig oder gar nicht bezahlt würden. Diesen Unternehmen müsse die Gesetzeslage erklärt werden, forderte Müntefering. Junge Menschen, die aus den Universitäten kämen, dürften nicht missbraucht werden, sondern sollten ordentlichen Lohn bekommen. Er verwies darauf hin, dass es eine Vereinbarungen von 300 Unternehmen gebe, die solche Praktika-Methoden nicht mitmachten.

Müntefering kündigte zudem an, dass die Bundesregierung angesichts der Ausbildungsmisere ihr Sonderprogramm für jährlich 25 000 Einstiegspraktika für schwer vermittelbare Jugendliche ausweiten werde. Die Zahl der Plätze werde zum 1. Oktober auf 40 000 aufgestockt. Die im Rahmen des Ausbildungspaktes mit der Wirtschaft geschaffenen so genannten Einstiegsqualifikationen hätten sich als erfolgreich erwiesen. In rund 60 Prozent der Fälle hätten sie in eine reguläre Ausbildung gemündet. Das Programm solle bis zum Jahr 2007 und möglichst darüber hinaus weitergeführt werden.

Das Programm für betriebliche Einstiegspraktika wird mit Bundesmitteln gefördert. Im laufenden Jahr waren dafür bislang 68 Millionen Euro eingeplant. Die Jugendlichen erhalten monatlich einen Zuschuss von 192 Euro zum Lebensunterhalt. Zudem übernimmt der Bund einen Anteil an den Sozialbeiträgen in Höhe von 102 Euro.

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