Bundestagswahl 2013
SPD-Troika ringt um Kanzlerkandidatur

Wer kann am besten Kanzler? Steinbrück, Steinmeier oder doch Sigmar Gabriel? Vieles dürfte sich beim SPD-Parteitag um die K-Frage drehen - auch wenn die Sozialdemokraten offiziell davon nichts wissen wollen.
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BerlinPeer Steinbrück hat eine rote Linie gezogen. Unter einer Kanzlerin Angela Merkel will er nicht mehr in ein Kabinett gehen. Sofort wurde spekuliert, der sozialdemokratische Ex-Finanzminister wolle einer neuen Regierung nur als Kanzler angehören. Seine Prognose, was Merkel nach der Wahl im September 2013 machen wird: „Sie wird sich mit der Frage beschäftigen, ob es nicht in Europa einen guten Job gibt.“

Die Kandidatenfrage wird auch beim SPD-Parteitag, der am Sonntag beginnt, eine Rolle spielen. Alle drei bisher gehandelten Kandidaten - Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel - werden mehr oder weniger mit Reden um die Gunst der Parteibasis werben.

Steinbrück hat derzeit Vorteile, aber das Rennen ist für ihn noch lange nicht gelaufen. Der 64-Jährige ist eine der populärsten, aber in der eigenen Partei auch umstrittensten Führungsfiguren. In seinem Element war er stets, wenn er das große Rad drehen konnte: Banken retten, Hedge-Fonds ärgern oder der Schweiz im Streit um Steueroasen mit Peitsche und Kavallerie drohen.

„Aus der ersten und zweiten Reihe in der Politik werde ich mich zurückziehen“, hatte er noch nach dem SPD-Debakel 2009 verkündet. Dann war Steinbrück plötzlich als Kanzlerkandidat im Spiel. Seitdem scheint es, als steuere er dieses Ziel bewusst an. Allerdings ging nicht wenigen in der Partei die Werbetour mit Altkanzler Helmut Schmidt, der ihm öffentlich das Zeug zum Kanzler attestierte, zu weit. Besonders die SPD-Linke sieht ihn kritisch, Steinbrück titulierte seine Kritiker in der Partei auch schon einmal als „Heulsusen“.

Seine Chancen dürften sinken, sollte sich die Linke beim Parteitag mit ihren Maximalforderungen durchsetzen. Denn die oberste Leitlinie für die K-Wahl lautet: Der Kandidat muss auch zum Programm passen. Ein weiteres Problem: Steinbrück muss aufpassen, dass er nicht Teile der Partei durch ein zu selbstherrliches Auftreten vergrätzt. Netzwerke, auch in der SPD, waren noch nie etwas für den Schachspieler und Vielleser.

In Umfragen ist er der beliebteste SPD-Politiker, weil die Bevölkerung ihn seit der Finanzkrise als guten Krisenmanager in Erinnerung hat. Der Parteitag könnte mit einer Rede, die die SPD-Seele wärmt, ein Schritt sein, die Distanz vieler Mitglieder zu verringern.

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Sprunghafter Gabriel

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  • Bundestagswahlen 2013

    Wir wollen für Euch das Beste,
    was seit Jahren nicht geklappt,
    wir feiern uns, feiern Feste,
    ihr wie immer in die Falle tappt.

    Bunte Luftballons, Versprechen,
    unsere Medien setzen in Szene,
    Parteien aufpoliert, erbrechen,
    Parolen - heut Euch alles gebe.

    Ihr lasst Euch schwängern,
    bezahlt unser Gewäsch,
    Ihr werdet Euer Leid verlängern,
    nicht zur Wahl, Euer Pech.

    Werde ich nicht gleich Kanzler,
    gehe ich in die Opposition,
    verkaufe aus zweiter Reihe Panzer,
    schimpfend, die Anderen zum Clown.

    Schuld sind immer andere,
    ein Spiel, Mehrparteiensystem,
    für Euch am Abgrund wandere,
    wir auf Euch herabsehen.

    Ach immer diese Wahlen,
    50 Prozent halten schon den Mund,
    wir ihnen die Würde stahlen,
    geben ihnen zu fressen jeden Schund.

    Ein sattes Volk rebelliert nicht,
    Leid der Anderen, ducken sie ab,
    Abweichler, ihm das Genick bricht,
    notfalls werden die in Brüssel satt.

    Politiker sein ist schwer,
    zum Glück sind wir uns einig,
    Volk kommt nie einig daher,
    werden wir fürs Tun nie gesteinigt.
    Frank Poschau
    04.08.12
    www.frank-poschau.jimdo.com

  • Zu dem Bild fällt mir nur eins ein:
    "Die drei vom EUdSSR-Politbüro"


  • Seine(Peer Steinbrück) Prognose, was Merkel nach der Wahl im September 2013 machen wird: „Sie wird sich mit der Frage beschäftigen, ob es nicht in Europa einen guten Job gibt“
    Wieso -die arme Angela erst lange suchen lassen. In der Troika wird ja dann ein Stuhl frei werden – oder doch nicht? Aber schließlich kann man/frau auch zu viert Skat spielen – muss zwar immer einer dann aussetzen. Aussitzen haben die vier ja sicherlich aber schon zur Genüge geübt.

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