30 Prozent der Aufsichtsratsposten
Union und SPD einigen sich auf Frauenquote

Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsratsposten in börsennotierten Unternehmen sollen mit Frauen besetzt werden. Dass Union und SPD das mit einer gesetzlichen Quote erzwingen wollen, sorgt für großen Unmut in der CDU.
  • 61

BerlinUnion und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf eine Frauenquote für Aufsichtsräte geeinigt. Es werde in mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen ab 2016 eine gesetzliche Quote von 30 Prozent geben, teilten die Parteien in der Nacht zu Montag mit. Weiter heftig gestritten wird über das Betreuungsgeld sowie über die Finanzierung von Pflege und Krankenkassen.

Nach dem Durchbruch bei der Frauenquote sprach die Verhandlungsführerin der Union bei dem Thema, Annette Widmann-Mauz, von einem Durchbruch bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Eine starre Quote bei Vorständen sei dagegen nicht sinnvoll. Deswegen werde auf den Führungsebenen unterhalb des Vorstands gesetzlich eine flexible Quote festgeschrieben. Die börsennotierten Unternehmen müssten demnach selbst "verbindliche Zielgrößen" für einen höheren Frauenanteil festlegen, teilten beide Unterhändlerinnen mit. Schwesig sprach von einem "wichtigen Signal, um die Aufstiegschancen von Frauen zu verbessern".

Der CDU-Wirtschaftsrat wandte sich in deutlichen Worten gegen den Quoten-Beschluss. „Eignung und Leistung müssen Maßstab für Stellenbesetzungen bleiben. Deshalb fordere ich die Verhandlungsspitzen der Union auf, eine starre gesetzliche Quote von 30 Prozent weiblichen Aufsichtsräten zu verhindern“, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, Handelsblatt Online. Der Wirtschaftsrat habe „volles Vertrauen“, dass Selbstverpflichtungen wirken. Unternehmen hätten zudem ein „starkes eigenes Interesse“ an mehr qualifizierten Frauen in Schlüsselpositionen. „Nur so lässt sich der demographische Wandel wirksam bekämpfen“, betonte Steiger.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fürchtet negative Folgen für die Unternehmen. „Erfahrungen mit entsprechenden Regelungen in Norwegen haben nämlich gezeigt, dass die Einführung einer verbindlichen Frauenquote in den Aufsichtsräten den Unternehmen schadet – weil schlicht zu wenige geeignete Kandidatinnen mit den entsprechenden Erfahrungen in der Unternehmensführung zur Verfügung stehen“, heißt es in einer IW-Analyse. Auch die Hoffnung, dass Frauen im Aufsichtsrat eher Frauen in den Vorstand berufen, habe sich nicht bewahrheitet. „Weibliche Führungskräfte entscheiden in Besetzungsfragen ebenso auf Basis von Kompetenzen, Leistungen und Erfahrungen wie ihre männlichen Pendants und nicht auf Basis des Geschlechts.“ Warum daher in Deutschland künftig das Geschlecht einer Person eine Rolle spielen solle, „bleibt das Geheimnis der künftigen Koalitionspartner“.

Seite 1:

Union und SPD einigen sich auf Frauenquote

Seite 2:

Streit Zusatzbeiträge der Krankenkassen

Kommentare zu " 30 Prozent der Aufsichtsratsposten: Union und SPD einigen sich auf Frauenquote"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Als Mann bin ich etwas verwundert ob der Überlegungen zu einer Quote in Aufsichtsräten- wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die natürlich nach Eignung und Wissen auswählt, wer die Gechicke eines Unternehmens leiten soll. Eine Qoute stellt außerdem den Gleichbehandlungsgrundsatz in Frage- denn: Heutzutage sind viele Männerdomänen gefallen-siehe SEB.

  • Diese Auftritte der beurlaubten Finanzbeamtin und egozentrischen Selbstdarstellerin aus der Provinz, die nichts als heiße Luft produziert, sind krank – bitte Neuwahlen, sofort!

  • Interessant! 30 Prozent?

    Mir wurde damals der Beitritt in die Arbeitsgruppe Familie, Frauen und Gleichstellung verwehrt, warum auch immer? Die Frauenquote in dieser Gruppe beträgt heute 87,5 %!!! Und Ja, ich bin ein Mann!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%