AfD-Chef Bernd Lucke „Es gibt ein Problem mit den Meinungsumfragen“

Der Chef der AfD rechnet fest mit dem Einzug in den Bundestag. Meinungsforscher sehen das ganz anders. Doch Bernd Lucke wirft den Demoskopen vor, die Partei kleinzurechnen.
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Bernd Lucke: „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen.“ Quelle: dpa

Bernd Lucke: „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen.“

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BerlinDer Chef der Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke, wirft den Wahlforschungsinstituten vor, seine Partei zu absichtlich zu benachteiligen. „Es gibt ein Problem mit den Meinungsumfragen“, sagte Lucke im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen“, kritisierte der AfD-Chef. „Sie wollen offenbar ihre Hauptauftraggeber, die etablierten Parteien, nicht verärgern.“ Er habe für seinen Vorwurf „eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher“, sagte Lucke. „In den Rohdaten von Allensbach und Forsa liegen wir deutlich über fünf Prozent.“

Während die AfD in den Umfragen bei zwei bis drei Prozent rangiert, rechnet Lucke mit einem sicheren Einzug in den Bundestag. Er habe „auf sieben Prozent getippt“, sagte der AfD-Chef. Kritik an dem Kurs seiner Partei, die für eine Auflösung der Euro-Zone eintritt, wies er zurück. „Wir sind eine demokratische Partei, die mit legitimen Positionen antritt, die keine andere Partei vertritt.“

Kürzlich wurde Lucke auf einer Wahlveranstaltung attackiert. Die Angriffe hätten nichts mit dem Parteiprogramm zu tun. „Die kommen daher, dass uns andere Parteien und die Medien ständig in die Nähe von Rechtsextremen rücken“, sagte Lucke. „Da ist eine Saat gesät worden, deren Früchte nun sichtbar werden.“

Lucke hält eine Rückkehr zur D-Mark ohne großen Schaden für die deutsche Wirtschaft für möglich. „Deutschland kann auch ohne den Euro wirtschaftlich erfolgreich sein“, sagte er. „Diese Positionen sind begründet und kein Populismus“, verteidigte sich der AfD-Chef. Die Risiken bei der Auflösung der Währungsunion wollte Lucke nicht beziffern. „Seriös kann man weder diese Kosten noch die Kosten eines Verbleibs im Euro beziffern“, sagte er.

AfD vs. CDU: Der hitzige Zoff um den Euro

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  • Die Einführung des Euro war der größte Fehler, der in Europa seit dem 2. Weltkrieg begangen wurde. Die Ansicht, Deutschland braucht den Euro nicht und anderen Ländern schadet er, ist richtig. Dem deutschen Otto-Normal-Verbraucher hat er auch geschadet. Unsere Kaufkraft ist seither stark gesunken. Dass der Export davon profitieren soll, lassen wir mal dahingestellt sein. Jedenfalls profitieren längst nicht alle davon. Andere Länder hat der Euro in den Ruin getrieben. Das muss einfach beendet werden.
    Natürlich wird die Abschaffung kein Sonntagsspaziergang, aber langfristig gesehen gewinnen die Länder Europas mit einer für sie jeweils angemessenen Währung wieder Boden unter den Füßen und können sich zumindest wieder eine passende Binnenwirtschaft aufbauen.

  • Es geht nicht nur um den Euro,auch ungehinderte Einwanderung muss in Frage gestellt werden.Dann brauchten Santos Kommentare nicht gelöscht zu werden. Ich werde AfD wählen.

  • Das was Sie schreiben, schildert Herr Lucke (immerhin Professor für Makroökonomie) sehr viel fundierter!
    Die AfD hat niemals davon gesprochen, dass der Euro jetzt und gleich abgeschafft werden kann, bzw. soll!
    Herr Lucke weiss durchaus wovon er spricht, wenn er seine Konzepte für einen Ausstieg, bzw. einer Verkleinerung des Staatenbundes vorstellt.
    Die Partei wird aus meinem Bekannten- und Freundeskreis viele Stimmen bekommen.

  • Mut zur Wahrheit!?

    Diesen Mut zur Wahrheit kann ich bei der AfD nicht erkennen. Die AfD will uns glauben machen, es ginge uns besser, wenn wir den EURO, der als Ballast empfunden wird, los sind.

    So einfach ist das aber nicht. Schauen wir mal in die Schweiz. Durch den schwachen Euro drohte der Schweizer Wirtschaft der Exodus. Auch wenn die Schweiz nicht in der EU ist und ihre eigene Währung hat, so hat der schwache EURO die Schweiz doch in ihren Grundfesten erschüttert. Der Kursrutsch konnte erst beendet werden, indem die Schweiz unbegrenzt EURO aufkaufte, um den Kurs des EURO auf über 1,20 CHF zu halten.

    Die AfD verschweigt, dass wir im Fall des Austrittes aus dem EURO genau die gleichen Probleme bekämen wie die Schweiz. Allerdings träfe es unsere Wirtschaft um ein Vielfaches schlimmer, da Deutschland auf die Exporte angewiesen ist.

    Wenn also schon etwas behauptet wird, dann bitteschön die ganze Wahrheit!

  • Vielleicht sollte sich das ein oder andere sog. Meinungsforschungsinstitut überlegen, seine Bezeichnung in "Meinungsbeeinflussungsinstitut" oder "Institut für Agitation und Propaganda" zu ändern?

  • Erst der Hype um die Piraten, jetzt der um die AfD. Das HB braucht anscheinend ganz dringend die Splitterparteien, um etwas Aufmerksamkeit zu erregen...
    Ich freue mich auf den 22.9. Bis dahin können sich die Surrealisten gerne gegenseitig mit Phantasiewerten aufmuntern, danach herrscht wieder Tristesse.

  • Ich finde es schlimm, dass die AfD unter dem Deckmantel für "Demokratie" den Kontakt zu den "rechten" sucht (u.a. REPublikaner) Es ist auch auffällig, dass hier ganz offensichtlich Lobbyismus durch die AfD erfolgt, sobald irgendein kritischer Ton gegen die AfD laut wird. Die Propagandamaschine der AfD scheint ausgezeichnet zu funktionieren, wenn in "gutem Deutsch" die Stellung des AfD gegen Ausländer parolisiert und polemisiert wird. Ich bin gespannt, wieviele Menschen auf die AfD reinfallen und denen ihre Stimme geben.

  • Ich glaube dem Güllner, dass auch die Rohdaten die AfD auch nicht in einer Höhe anzeigen wie in verschiedenen Onlinetools angegeben. Allerdings sagt das noch nichts darüber aus, wie die tatsächlichen Wahlabsichten sind und wenn es eine Dunkelziffer gibt, welche sogar sehr hoch sein könnte, dann muss man möglicherweise die Arbeitsweise der Meinungsforschungsinstitute hinterfragen. Sind deren Techniken die sie anwenden, möglichlicherweise, nicht völlig ungeeignet einen Stimmungsumschwung zu erfassen. Zu denken geben sollte, dass auch die Handelsblatt-Prognosebörse momentan die AfD bei 20% sieht.

    Im TheEuropean beschreibt Gunnar Sohn die „Asymmetrische Demobilisierung“ als eine Technik mit der Merkel großen Erfolg hatte. Sie konnte durch ihre Art Politik zu machen, erreichen, dass die Gegner ihre Anhänger nicht ausreichend mobilisieren können. Das klappt aber in Hinblick auf die AfD nicht, ja diese „Asymmetrische Demobilisierung“ befördert geradezu den Aufschwung der AfD.

    http://glitzerwasser.blogspot.com/2013/08/umfragen-und-prognosen-zur-wahl.html

  • ... bin erstmals hier, habe auch nicht alles gelesen mir aber trotzdem mal eine Meinung gebildet und bin letztendlich zu dem Ergebis gekommen, dass mir die Kommentare von "Santos" am besten gefallen. Wenn ich es richtig gelesen habe, stammt er aus Portugal... was ja einiges erklärlich macht, denn warum sollte er AfD wählen? Er hat es doch hier schöner, kann sich von unseren Steuergroschen einen wunderschönen Lebensabend erlauben und wenn Deutschland zu Grunde gerichtet wurde durch EMS und ähnliches, ist Portugal garantier geheilt und dann geht er wieder in seine geliebte Heimat. Beeindruckend auch seine Sprachwahl: AfD N E I N D A N K E... ist doch sehr inhaltsreich....! Und jedesmal wenn das ein Nichtwähler liest.. muss der sich sagen, soviel Angst vor einer Partei... also gibt es doch Alternativen... also sind wir doch nicht alternativlos, wie uns Mutti einzutrichtern versucht...

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