Angst vor Steuererhöhungen
Unternehmer leisten Wahlkampfhilfe für die FDP

Die schwächelnden Liberalen erhalten überraschend Hilfe aus der Wirtschaft. Zwei große Unternehmensverbände setzen auf den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag und auf die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition.
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BerlinKurz vor der Bundestagswahl hoffen mehrere Wirtschaftsverbände auf ein Weiterregieren von Union und FDP. Der Präsident des Familienunternehmer-Verbands, Lutz Goebel, und die Bundesvorsitzende des Verbandes Die Jungen Unternehmer, Lencke Wischhusen, machen sich insbesondere für die Liberalen stark. „Die FDP ist trotz aller Schwächen fähig, die Wettbewerbsfähigkeit für die Unternehmen und unsere Volkswirtschaft zu erklären und zu erstreiten“, sagte Goebel Handelsblatt Online. „Wenn alle Parteien nur noch das Verteilen im Programm haben, aber nicht mehr das Erwirtschaften, werden wir schnell wieder der kranke Mann von Europa.“

Wischhusen sagte: „Deutschland braucht die FDP als Stimme der sozialen Marktwirtschaft. Das ist viel mehr als nur Steuerpolitik.“ Die FDP müsse daher endlich wieder die Werte Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung in die Politik hineintragen, dann habe sie auch eine Existenzberechtigung.

In Bayern waren die Liberalen am Sonntag mit 3,3 Prozent aus dem Landtag geflogen. Im Bund liegen sie in Umfragen um die Fünf-Prozent-Marke. Meinungsforscher erwarten am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Schwarz-Gelb und der Opposition.

Goebel warnte vor einer Großen Koalition oder einem Regierungsbündnis aus Union und Grünen. Von beiden Konstellationen erwarte er nicht, „dass sie unser Land in den entscheidenden Fragen voranbringen“. Die letzte Große Koalition habe zwar die Finanzkrise gut gemeistert, sie habe aber auch für die Erhöhung der Mehrwertsteuer und weiter aufgeblähte Staatsausgaben gestanden. „In einer schwarz-grünen Koalition würde die jetzt schon planwirtschaftlich organisierte Energiepolitik noch mehr Subventionen an die Besitzer von Wind- und Solarparks ausschütten“, sagte Goebel. „Die Politik würde bei einer Großen Koalition noch verwaschener als sie heute schon ist“, fügte der Verbandschef hinzu. Das stärke am Ende nur die Ränder links und rechts. „Das kann kein Demokrat wollen.“

Kommentare zu " Angst vor Steuererhöhungen: Unternehmer leisten Wahlkampfhilfe für die FDP"

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  • gediritter
    Besser hätte man es nicht sagen können

  • Neptun
    Sie können Recht haben, denn derzeit ist der Bundesrat in Rot-Grüner Hand.
    Also kann Merkel nur mit der SPD regieren, um Gesetze durchzubringen

  • Den Kopf einschalten ....die Nase

    putzen....dann wählen....

    "Orden der Patrioten" ?????

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