Anti-Euro-Partei
AfD-Chef hält Union für unzuverlässig

AfD-Chef Lucke geht wieder auf Distanz zur Union. Sie sei programmatisch unzuverlässig, kritisiert der AfD-Chef. Seine eigene Partei versucht indes, sich auch zu anderen Themen zu positionieren.
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Mannheim/BerlinWenige Tage nach seinen Aussagen zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der Union nach der Bundestagswahl ist der Chef der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, wieder auf Distanz gegangen. „Ich halte die Union für programmatisch unzuverlässig“, sagte der Vorsitzende der eurokritischen AfD dem „Mannheimer Morgen“ vom Freitag. Wenn eine Partei permanent bei wichtigen Themen umfalle, sei das keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit, sagte Lucke.

Bei der Bundestagswahl in gut einer Woche erhofft sich der AfD-Chef sieben Prozent für seine Partei. „Das sehe ich immer noch“, sagte der 51-Jährige. Im neuen ZDF-„Politbarometer“ vom Freitag verbesserte sich die Partei um einen Punkt auf vier Prozent. Der am Donnerstag veröffentliche ARD-„Deutschlandtrend“ sieht die AfD allerdings nur bei 2,5 Prozent.

Lucke wehrte sich im „Mannheimer Morgen“ gegen den Vorwurf, die AfD nehme vorbehaltlos frühere Mitglieder rechter Parteien bei sich auf. Er verwies auf Kontrollen für Neuzugänge in der Partei. Er selbst grenze sich „ständig nach Rechts ab“, hob Lucke hervor.

Die eurokritische Partei versuchte sich derweil auch zu anderen Themen zu positionieren: In Berlin stellte die AfD am Freitag Thesen zur Zuwanderung, zur Bildung und zum Datenschutz vor. Der stellvertretende AfD-Sprecher Roland Klaus forderte eine am Bedarf des deutschen Arbeitsmarkts orientierte, kontrollierte Einwanderung nach dem Vorbild Kanadas. Zudem forderte er, dass Zuwanderer aus anderen EU-Staaten Sozialversicherungsansprüche in ihren Heimatländern und nicht in Deutschland geltend machen müssten. In der Asylpolitik forderte Klaus eine an der Bevölkerungszahl orientierte Verteilung der Flüchtlinge auf die europäischen Länder.

Die AfD kündigte zudem an, vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe Klage gegen die Substanzbesteuerung von Zinserträgen zu erheben. Die deutschen Sparer seien „die Leidtragenden der verfehlten Eurorettungspolitik“ und erlitten durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) jährlich Vermögensverluste in Höhe von 14 Milliarden Euro, erklärte die Partei in Berlin. Die Besteuerung der "derzeitigen Mickerzinsen" sei unter diesen Umständen verfassungswidrig.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anti-Euro-Partei: AfD-Chef hält Union für unzuverlässig"

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  • Schlimmer kann es ja wohl nicht mehr werden! Aber mit Sicherheit besser!

  • Warum soll neben niederträchtiger Diffamierung,tätlichen Angriffen auf AfDler während der Wahlveranstaltungen, Mobbing durch die MSM etc. nicht auch Stalins Ausspruch wahr werden: "Wahlen werden nicht an der Urne gewonnen! Sondern bei der Auszählung"! Es geht schließlich für der Alteingesessenen darum ihren "rechtmäßigen" Besitz, DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, die sie unter sich aufgeteilt haben, zu verteidigen! Machen WIR ihnen einen Strich durch die Rechnung und machen den Wahltag zu ihrem Zahltag! Zahlreiche Wahlbeobachter werden ein Garant für Rechtmäßigkeit sein!

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