ARD-Wahlarena
Igel Peer greift an

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kämpft in der ARD-Wahlarena seinen letzten großen Kampf vor der Bundestagswahl. Die meisten Punkte holt er aber erst, als die Kameras ausgeschaltet sind.
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MönchengladbachDie Frau meint es gut mit Peer Steinbrück. Warum er sich das mit der Kanzlerschaft denn überhaupt noch antun wolle, in seinem Alter, fragt Heidi Knierim den SPD-Spitzenkandidaten. Seine Antwort bricht das Eis: „Schauen Sie mich an“, sagt Steinbrück nur, breitet die Arme aus und wirkt in der ARD-Wahlkampfarena nach mehr als einer halben Stunde zum ersten Mal souverän und entspannt.

Diese unerwartete, gut gemeinte Frage hatte er nötig, denn der Start in die Live-Sendung am Mittwochabend war rumpelig verlaufen für den Kanzlerkandidaten. Dabei geht es um alles. Er will  die Unentschlossenen erreichen, diejenigen, die die Wahl noch drehen könnten. Die SPD liegt derzeit bei etwa 25 Prozent, CDU/ CSU bei um die 40. Immerhin 3,2 Millionen sahen die erste Wahlarena mit Amtsinhaberin Angela Merkel zwei Tage zuvor. Es ist Steinbrücks letzte große Bühne.

Doch gleich die erste Frage irritiert ihn. Da will ein Zuhörer wissen, was ein Kanzler Steinbrück gegen die Falschfahrer auf den deutschen Autobahnen tun will. Der 56-Jährige aus Wesel am Niederrhein ist gut vorbereitet, kennt Zahlen und Details und hat sich offenbar in das Thema hineingekniet. Er ist vielleicht ein bisschen zu sehr wie Steinbrück. „Ich kann nicht jeden davor schützen, etwas sehr Unvernünftiges zu tun“, sagt Steinbrück. Wie so oft in den vergangenen Monaten wird er etwas patzig, wenn er seine Irritation nicht verbergen kann.

150 Zuschauer aus ganz Deutschland hat der für die ARD produzierende WDR nach Mönchengladbach geholt, die dem ersten Mann der Sozialdemokraten 75 Minuten lang Fragen stellen dürfen, kritische Nachfragen sind ausdrücklich erwünscht. Zu Beginn der Sendung wirkt Steinbrück angespannt, steht steif im Zentrum der runden Bühne, macht um das gläserne Pult herum ein paar Schritte auf die Fragesteller zu, zögerlich nur, um dann wieder zurückzuweichen. Rückzug liegt Peer Steinbrück nicht. Attacke kann er besser – und hält sich mit Seitenhieben auf die Regierung an diesem Abend doch auffallend zurück.

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  • So isses! Neue Besen kehren Besser! Nach guter demokratischer Tradition muss auch mal ein Wechsel möglich sein. Da lobe ich mir das US System mit nur 2 möglichen Amtszeiten! Merkel hätte in dem 2 Amtszeitensystem nicht alle möglichen innerparteilichen Konkurenten wegmobben müssen! Wie wir an NRW sehen entwickeln sich Parteien zu Besitzstandparteien und legen sich wie Mehltau über das Land und ersticken jedes Vorwärtssteben! Und erzeugen Parteienfilz. Rot/grün hat allerdings in BW bewiesen das es möglich ist ein florierendes Bundesland in kurzer Zeit auszubremsen und zu überschulden. Ich mache den Sozialisten und da zähle ich ausdrückücklich auch CDUCSUFDP dazu, garkeinen Vorwurf zu ihrer Kompetenzlosigkeit! Sozialisten können zwar DDR/SED Systeme generieren. Aber niemals mir anderer Leute Geld verantwortlich umgehen! Immer kommt es zu einer Umverteilung an ihre Klientel und die Forderung der komunistischen Seeverbrecherpartei nach Schlaraffenlandeinkommen ohne irgendwelche Gegenleistung zeigt die Ausbeutermentalität der "Aebeitsungeschickten" deutlich! Und auch die Bereicherungssucht der grünen Klientel, Stichwort "Verteuerbare Energien Gesetz" - Schröpfung der einfachen Bürger ist in höchsten Maße abstoßend1 Es mus daher wieder eine vernünftige und verantwortungsvolle Politik eingeführt werden und die Politiker müssen für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden! Der offensichtliche Vertragsbruch, Stichwort ESM, No Bail Out, Geldversenkung nach Süden etc. darf nicht unsanktioniert bleiben! Deshalb sind ALLE Bürger gutberaten nun ein Umsteuern zu bewirken und einer Alternative ihre Stimme zu geben!

  • Volle Zustimmung! Jeder hat eine Chance verdient! Wenn er allerdings diese nicht zielführend nutzt ist "Schluss mit Lustig"! Bei Geldbrück ist die Beurteilung einfach! Durch sein Trampeln in zahlreiche "Fettnäpfchen" hat er klargestellt das er garnicht Kanzler werden will! Zudem einen hat er die zu geringe Bezahlung eines Deutschen Kanzlers offen und ehrlich kritisiert! Schließlich hat er in den letzten Jahren Millionen EUROS mit 1-2 Stündigen Vorträgen verdient! Wenn man 10- 15 Tausend EUROS für ein- zweistündige Vorträge einnehmen kann sowie durch einen Sitz in zahlreichen AUFSICHTSRÄTEN nochmals satte Ertäge einfährt ist dagegen das Kanzlergehalt von ca. 19 000 € im Monat ein Witz. Und da man solche Vorträge und Aufsichtsratsposten auch noch mit seiner Zeit als Abgeordneter mit 10 000 € Gehalt und Nebeneinkünften im Monat verbinden kann ist der Kanzlerjob sicher nicht verlockend! Deshalb fordert die ALTERNATIVE für DEUTSCHLAND auch das Verbot von Nebentätigkeiten für gewählte Politiker! Es ist nun an uns den Wählern diesen Augiasstall auszumisten!

  • An die Redaktion: Offensichtlich versuchen hier einige Forentrolle durch den Gebrauch von Fäkalwörtern und Beleidigungen die Discussion zu sabotieren und zu beenden!

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