Auch SPD-Anhänger
Deutsche für Große Koalition

In der SPD tun sich viele schwer mit der Idee einer Großen Koalition. Umfragen zeigen jedoch: Den meisten Deutschen wäre das am liebsten. Auch die Anhänger der Sozialdemokraten sind mehrheitlich für Schwarz-Rot.
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BerlinDie Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD. 58 Prozent befürworteten in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage für das ZDF-„Politbarometer“ eine schwarz-rote Regierung, jeder Vierte fände das schlecht. Für eine schwarz-grüne Koalition war knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent). Im ARD-„Deutschlandtrend“ vom Freitag bekam eine Große Koalition mit 48 Prozent ebenfalls die größte Zustimmung. In dieser Befragung plädierten nur 18 Prozent für Schwarz-Grün.

Auch den SPD-Anhängern wäre demnach die Große Koalition am liebsten. In dieser Gruppe lag die Zustimmung für Schwarz-Rot bei 64 Prozent („Politbarometer“) und 56 Prozent („Deutschlandtrend“). Allerdings meint jeder zweite Anhänger der Sozialdemokraten, dass die Rolle des Juniorpartners in einer schwarz-roten Regierung der SPD schaden würde, wie das „Politbarometer“ ermittelte.

Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), Josef Schlarmann, hat mit drastischen Worten ebenfalls für eine Große Koalition geworben. Nur in einer Koalition mit der SPD könne Bundeskanzlerin Angela Merkel die vielen Widerstände bei der nötigen Reform der Energiewende überwinden, sagte Schlarmann am Freitag in Berlin. Für die MIT, die 30.000 Mitglieder hat, sei die fehlgeleitete Energiewende die größte Bedrohung für den Industriestandort Deutschland, wichtiger auch als Euro-Fragen. Ohne eine drastische Reform der Energiepolitik drohe Deutschland wegen der hohen Energiekosten eine De-Industrialisierung, die in Wahrheit längst begonnen habe. „Die Energiewende wäre nicht zu korrigieren mit Schwarz-Grün“, betonte Schlarmann.

Der CDU-Politiker kritisierte weiter, die Politik nehme immer weniger Rücksicht auf wirtschaftliche Belange. Dieser Trend habe sich auch unter der schwarz-gelben Regierung fortgesetzt. Da wirtschaftsliberale und konservative Kräfte nicht mehr im Bundestag vertreten seien, stärke dies außerparlamentarische Kräfte wie die FDP oder die Anti-Euro-Partei AfD.

Die CDU-interne Debatte, ob bei einer Koalition mit SPD oder Grünen der Spitzensteuersatz erhöht werden könne, kritisierte Schlarmann als „töricht und verantwortungslos“. „Die Steuerfrage ist eine der wenigen roten Linie, auf die sich die Union noch festgelegt hatte.“ Er unterstellte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auch persönliche Motive, diese Debatte losgetreten zu haben. Schäuble sei als Finanzminister an Mehreinnahmen interessiert und wolle sich zudem als Minister auch in einer Koalition mit der SPD anbieten. Schäuble hat nicht ausgeschlossen, dass es im Laufe von Koalitionsverhandlungen auch in der Steuerfrage Kompromisse geben könnte.

Unbeliebt ist bei den Deutschen die rechnerisch mögliche Koalition aus SPD, Grünen und Linken. Nur 22 Prozent der Befragten im „Politbarometer“ findet das gut, eine große Mehrheit (67 Prozent) ist dagegen. Im „Deutschlandtrend“ sprachen sich nur 16 Prozent für Rot-Rot-Grün aus. Die SPD hatte diese Möglichkeit vor der Bundestagswahl mehrfach ausgeschlossen. Allerdings ist laut „Politbarometer“ fast die Hälfte (47 Prozent) der SPD-Anhänger dafür, dass sich die Sozialdemokraten langfristig für eine Zusammenarbeit mit der Linken öffnen.

Eine Minderheitsregierung ohne eigene Parlamentsmehrheit, wie sie sowohl die Union als auch SPD und Grüne bilden könnten, lehnt eine große Mehrheit der Befragten ebenfalls ab. 72 Prozent sind laut „Politbarometer“ grundsätzlich dagegen, nur etwa jeder Fünfte (21 Prozent) befürwortet diese Möglichkeit. Dabei spielt es keine große Rolle, ob die CDU/CSU oder SPD und Grüne die Minderheitsregierung bilden würden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auch SPD-Anhänger: Deutsche für Große Koalition"

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  • es geht wohl nicht um die wesentlichen Inhalte, sondern um den Zugang der eigentlichen Herrscher zu ihren Marionetten.

    Ansonsten ist rot-rot-grün das offensichtlichste Wahlergebnis - von der Überschneidung der Inhalte ebenso wie bei der Sitzverteilung im Parlament (-Tag und -Rat).

    Die visionslose Merkel ist für Führungsaufgaben ungeeignet.
    Ein Führer muss Visionen vermitteln und Positionen beziehen.

    ...aber die Exportkolonie braucht natürlich keinen Führer.
    Die Exportkolonie braucht eine Vasallenregierung, die weiterhin dafür sorgt, dass geliefert wird.

    Und darum wirds die GröKaz mit der GroKo.

  • Schauen wir doch einfach diesem Laien-Schauspiel zu !

    Jetzt sagen diese "Volksvertreter" , Deutsche für Große Koalition !!! Ist das nicht herrlich, diese Unterstellung und Ausrede.

    Vor der Wahl war mir klar, wenn die FDP verliert, wie es höchstwahrscheinlich weitergeht.

    Der VERURSACHER und MITVERURSACHER für den Zustand unseres Landes/EU/EURO, werden die "POLITIK" von morgen "gestalten" !

    Der Rammbock ist bereits in Sichtweite !

    Das VOLK hat entschieden !

  • @ Rechner

    Zitat : Und die Führung der Amtsgeschäfte IST Regieren.

    - insbesondere würden mich die FDP-Minister beim diesen "Regieren" erfreuen...:-) Ich schätze, dass die sich auch schon freuen...:-) So ohne Mitarbeiter ( Assistenten, Sekretärinnen, Stäbe, etc. )
    Anstatt sich um ihre neuen Jobs zu kümmern, werden sie unter Muttis Rock sitzen...:-)

    Zitat : Auch Unsinn - nichtzustimmungsbedürftige Gesetze kann der Bundestag auch ohne Zustimmung des Bundesrats beschließen.

    - da haben Sie allerdings Recht......außer Bewachung der Einrichtungen können sie sich mit der Auswahl und Auseinanderhalten der zustimmungspflichtigen und nicht zustimmungspflichtigen Gesetzen beschäftigen.....:-) das ist natürlich auch eine Beschäftigung ! :-)
    Sie können auch die Wände im Bundestag neu tapezieren....:-)

    Zitat : Notfalls könnte man auch eine Steuerreform konstruieren, die nicht in das Steueraufkommen der Länder und Gemeinden eingreift.

    - da haben Sie auch nicht unrecht. Sie könnten steuerlich den Satz der Regierungsmitglieder auf 80 % hochschrauben ( da würde auch der Bundesrat nicht meckern ).
    Solche Konstruktionen wären zu begrüßen....:-)

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    Rechner, bei ihnen fangen die Tassen an zu wackeln.....noch stärker als der "Fränkische Wald", aus Ihrem Mundwerk wird es demnächst mehr schäumen, als der "Chiemsee" schäumt, und wenn Sie das "Sparschweinchen im Wägelchen" durch die Gegend rollen, werden Ihre Beinchen stärker beben, als "die Alpen" !

    Gehen Sie lieber ins NPD-Lager und ersparen Sie sich das Ganze !

    Klopfen Sie sich lieber mit Asylanten herum : da können Sie Erfolgserlebnisse erzielen :-) !!!

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