Bundestagswahl
CDU unterstützt Westerwelles Zweitstimmen-Aktion

CDU und FDP setzen ein Koalitions-Zeichen: Beide Parteien einigten sich im Bonner Wahlkreis darauf, Erst- und Zweitstimmen aufzuteilen. Außenminister Westerwelle hofft, dass sich das Prinzip auch anderswo durchsetzt.
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BerlinIm Werben um Zweitstimmen für die FDP prescht Außenminister Guido Westerwelle in seinem Bonner Wahlkreis vor: Auf seine Initiative hin haben CDU und FDP sich vor Ort darauf verständigt, in der letzten Woche vor der Wahl gemeinsam ein Zeichen für die Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung zu setzen. Die Verabredung sehe vor, „dass sich die Bonner CDU auf das Werben um die Erststimme konzentriert und die Bonner FDP auf die Zweitstimme setzt“, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung der Kreisverbände beider Parteien.

Die Verständigung zwischen den Kreisvorsitzenden von CDU und FDP, Philipp Lerch und Werner Hümmrich, kommt somit einer Zweitstimmenkampagne für die Liberalen gleich. Zugleich verzichtet Westerwelle auf die Erststimmen als Direktkandidat, die er dem CDU-Kandidaten wegnehmen würde.

In der CDU-Spitze hieß es zu der Absprache: „Dies ist eine Einzelaktion, die vor Ort entschieden wurde. Für uns gilt weiterhin: Jede Partei kämpft für sich. Wir werden weiter dafür werben, beide Stimmen der Union zu geben.“ Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Osnabrück warb Merkel noch einmal ausdrücklich dafür, beide Stimmen der CDU zu geben.

Die Union will verhindern, dass Wähler in sehr hoher Zahl ihr Kreuzchen bei der FDP machen und der Union damit ein schlechtes Ergebnis einbrocken – wie im Januar bei der Landtagswahl in Niedersachen. Allerdings besteht auch die Sorge, dass die FDP bei der Bundestagswahl nicht den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen könnte. Die Liberalen kommen derzeit in Umfragen auf fünf bis sechs Prozent. Bei der Bundestagswahl 2009 hatten sie 14,6 Prozent geholt.

Lerch und Hümmrich begründen die Absprache für die letzte Wahlkampfwoche damit, dass die Alternative zur „bürgerlichen Regierung“ eine rot-rot-grüne Koalition sei. Nach Angaben aus seinem Umfeld hofft Westerwelle, dass das Vorgehen Schule macht und ein Beispiel für andere Wahlkreise wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundestagswahl: CDU unterstützt Westerwelles Zweitstimmen-Aktion"

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  • mit der 2. Stimmenaktion sehen wir nach der Wahl wieder dieselben Deppen die man nicht gewählt hat, gell?

  • Die FDP hat m. E. versagt. Ausser der Justizministerin. Und den paar Abgeordneten, die sich kritisch zur Euro-Rettungsschirm-Politik geäußert haben. Wenn die Kanzlerin sich nicht so vehement über eine mögliche Koalition mit der AfD hinwegsetzen würde, hätte konstruktives Gedankengut mal wieder eine Chance. Mit welchem Recht setzt sie sich über den Wunsch der Bürger? Das hat doch mit Vernunft zum Wohle der Demokratie nichts mehr zu tun. Genau aus diesem Grunde und aus Überzeugung werde ich meine Zweitstimme der AfD geben. Mich interessieren deren Argumente zu volkswirtschaftlichen (Wirtschaft+Finanzen) und anderen Sachthemen. Und insbesondere auch zum Verhalten Brüssel und dem Europarat gegenüber. Was könnten sie schlimmstenfalls in 4 Jahren anrichten, warum diese Angst? Doch nur, weil dann ein paar mehr "Staatsdiener" nicht alles abnicken könnten - in unserem Namen. Nicht durch Bayern irritieren lassen - das ist eine ganz andere Situation. Also keine Zweitstimmen verleihen, sondern bewußt den Alternativen geben - warum denn nicht?

  • Wie, jetzt muss die CDU für die FDP kämpfen? Gibts nichts mehr vom Baron von Fink (Mövenpick). War wohl mit der Hotelbesteuerung nicht so zufrieden?

    Gut die passen ja auch zusammen. Der Schäuble nimmt einen Briefumschlag mit 100.000,-- DM drin von einem Rüstungslobbyisten an und vergießt den dann (ein Schelm wer böses dabei denkt) und die FDP lässt sich von Mövenpick's Baron von Fink Sponsoren.

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