Bundestagswahl
Rösler und Schäuble grenzen sich von AfD ab

Bisher konnte die AfD die Fünf-Prozent-Hürde in keiner Umfrage überwinden. Die Dunkelziffer der Anhänger wird jedoch hoch eingeschätzt. Wolfgang Schäuble und Philipp Rösler üben indes deutliche Kritik an der Partei.
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BerlinWenige Tage vor der Bundestagswahl haben sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) klar von der europaskeptischen Alternative für Deutschland (AfD) abgegrenzt. „Ich habe für diese Leute nichts übrig, die offenbar tief in der Vergangenheit verfangen sind“, sagte Schäuble am Mittwoch dem Online-Dienst der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die AfD habe „aus lauter Rückwärtsgewandtheit das Wohl Deutschlands im 21. Jahrhundert nicht im Blick“.

FDP-Chef Rösler sagte dem Zeit-Onlinedienst: „Eine Koalition mit der AfD kommt für die FDP nicht infrage“. Das gelte allein schon deshalb, weil sie nicht in den Bundestag einziehen werde, zeigte sich der Wirtschaftsminister überzeugt. Auch Schäuble demonstrierte Gelassenheit: „Monothematische, rückwärtsgewandte Grüppchen sind immer mal wieder gekommen und wieder verschwunden“, sagt der CDU-Politiker.

In allen Wahlumfragen liegt die AfD unter der Fünf-Prozent-Hürde. Allerdings halten es Wahlforscher für nicht ausgeschlossen, dass sich die Chancen für die junge Partei in letzter Minuten noch verbessern könnten und sie in den Bundestag einzieht. Ihr wahrer Wert sei nur schwer zu ermitteln, da die Wähler der Partei sich nicht offen zu ihr bekennen würden, hatte etwa Forsa-Chef Manfred Güllner erklärt.

Schäuble warf der Partei eine Angstkampagne vor: „Wer wie die AfD anfängt, Ängste vor Europa zu schüren, der schürt auch schnell Ängste gegen Migranten.“ Dagegen müsse man sich wehren. Die Behauptung, Deutschland würde ohne Euro wirtschaftlich besser dastehen, sei grundlegend falsch. Deutschland als großes Exportland profitiere vom Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundestagswahl: Rösler und Schäuble grenzen sich von AfD ab"

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  • so so, und nach der Wahl sind alle am Buhlen, oder was?

  • Die FDP wird mit 5,5% in den Bundestag einziehen und Brüderle wird leicht angetrunken triumphierend verkünden: "Die FDP ist wieder da!"
    Das war dann zwar ein Wahlergebnis von minus 9%, aber das stört die ja nicht. Sie bleiben an den Fleischtöpfen ... udn ändern wird sich nichts.

  • Ich habe leider das letzte Mal die FDP gewählt. Schade, dass ich 4 Jahre warten musste und meine Stimme nicht mehr zurückziehen konnte. Ich denke nicht das gerade die AfD Anhänger gezielt in Foren unterwegs sind. Es ist das Volk. Und davon wählen halt viele AfD. Zumindest ist es die Partei, die wieder mehr Menschen animieren kann sich an den politischen Prozessen und Diskussionen zu beteiligen. Ich finde das toll!

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