Bundestagswahl
Wie konnte das nur passieren?

Angela Merkel bleibt auch im Moment ihres größten Triumphs auf dem Teppich. Hut ab! – auch vor der AfD. Grüne und SPD geschlagen, die FDP ganz am Boden – jetzt muss Christian Lindner ran. Die Parteien in der Analyse.
  • 41

Berlin/DüsseldorfKanzlerin Angela Merkel hat einen großen Sieg eingefahren – und hat doch die Sensation verpasst: die absolute Mehrheit für die Union, die am Sonntagabend für einige Stunden möglich schien. So geht Merkel mit Glücksgefühlen, aber nicht als neue Alleinherrscherin in die Nacht.

Nach dem beispiellosen Absturz des bisherigen Partners der Union – der FDP – unter die Fünf-Prozent-Hürde, müssen CDU und CSU ein neues Bündnis eingehen. Merkel hat die Karten in der Hand – und wird wohl zuerst mit der SPD das Gespräch suchen. Die Kanzlerin versicherte noch am Wahlabend, „dass man sich um eine stabile Mehrheit bemüht“. Sie werde „keine Vabanquespiele eingehen“. Erleichtert wird sie daher auch zur Kenntnis nehmen, dass sie sich auch die nächsten vier Jahre im Parlament nicht mit den Euro-Kritikern von der Alternative für Deutschland wird herumschlagen müssen.

Auch die Grünen kämen als Koalitionspartner für die Union infrage. Doch Merkel wiegelt ab, verschiebt jegliche Annäherungsversuche auf die kommenden Tage. Auch die anderen Parteien halten sich bedeckt – bei Koalitionsgesprächen wie personellen Konsequenzen. Bei den Wahlverlieren von der FDP dürfte kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, die Spitzenleute Rainer Brüderle und Philipp Rösler deuteten zumindest an, Verantwortung für die krachende Niederlage übernehmen zu wollen.

Ein Problem hat Merkel trotz des überragenden Wahlergebnisses: Egal, welches Bündnis sie schmiedet, ihr droht ein rot-rot-grüner Gegenpol. „Die Linkspartei ist für uns nicht koalitionsfähig“, sagt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zwar. Der SPD-Politiker schränkt aber ein: „Ich weiß nicht, was 2017, 2018, 2020 ist. Insofern gibt es von mir keine ultimativen Festlegungen über einen Zeitraum von einer Dekade.“ Das klingt so, als sollten Erpressungsversuche zumindest schon einmal angedeutet werden.

Welche Folgen der Ausgang der Bundestagswahl noch hat? Handelsblatt Online analysiert Zustand und Zukunft der großen Parteien.

Kommentare zu " Bundestagswahl: Wie konnte das nur passieren?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das wurde auch mal Zeit. Danke an den Moderator.

  • http://antilobby.wordpress.com/2013/09/09/bewiesen-wahlfalschung-im-vereintem-deutschland-normal/

    ...sicher, nur eine "Verschwörungstheorie".

  • Komischer Weise sehen die Spitzenpolitiker der anderen Parteien das nicht so. Die AfD hat durchaus Beachtung gefunden.

    Wir werden sehen was aus ihr wird.

    Ich hoffe, dass die AfD eine neue Kraft der politischen Mitte wird, eine Kraft für den Mittelstand, eine Bastion für Freiheit (!) und Recht.

    Woher kommen denn die Merkel stimmen? 50% der Wähler sind laut Anlayse von gestern 60 Jahre als und mehr.

    Das heißt, dass die uninformierten oder desinformierten Alten die gute Frau Merkel gewählt haben, weil sie dieser Dame blind vertrauen.

    Spätestens wenn die ohnehin oft mageren Renten für "das europäische Projekt" zusammengestrichen werden, werden diese Menschen begreifen, dass das Vertrauen nicht gerechtfertigt gewesen ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%