CDU und CSU vor Sondierungen
Schmeicheln und poltern

Vor den Sondierungen mit den anderen Parteien sprechen sich erst einmal innerhalb der Union Merkel und Seehofer eng ab. Egal ob Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün: Die CSU muss auf alle Fälle eine Kröte schlucken.
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BerlinWenn CDU und CSU am Freitag in die Sondierungsgespräche mit der SPD gehen, ist dies auch ein Test für das Verhältnis zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer. Denn die möglichen Koalitionspartner lauern nur auf Differenzen zwischen den Schwesterparteien. Allerdings haben sich die CDU-Chefin und der CSU-Vorsitzende trotz unterschiedlicher Interessen zunächst einmal zusammengerauft.

Das war keineswegs selbstverständlich. Denn schon vor der Wahl hatte Seehofers Mantra für Unruhe gesorgt, er gehe aus Koalitionsverhandlungen nur mit der von ihm geforderten, von Merkel aber abgelehnten „Pkw-Maut für Ausländer“. Auch in der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung gab es zunächst Unterschiede. Während führende CDU-Politiker seit der Wahl den Grünen Avancen machen, lebt die bei der Landtagswahl mit absoluter Mehrheit bestätigte CSU-Führung ihre Abneigung gegen die Öko-Partei geradezu lustvoll aus.

Noch am Mittwoch, als die Entscheidung zu einer Sondierung mit den Grünen längst gefallen war, goss Generalsekretär Alexander Dobrindt Öl ins Feuer und ließ sich in der „Welt“ mit den Worten zitieren, dass sich die Grünen in den letzten Jahren „in Geiselhaft von verkorksten und verbohrten Alt-68ern von Cohn-Bendit bis Jürgen Trittin befunden“ hätten. Das passte nicht zu dem demonstrativen Schmeicheln von Merkel und ihrem Generalsekretär Hermann Gröhe um mögliche Koalitionspartner.

Bayerns Ministerpräsident war sogar noch einen Schritt weiter gegangen, als er zunächst ausgeschlossen hatte, sich mit dem Grünen-Spitzenkandidaten überhaupt an einen Tisch zu setzen. Das änderte sich erst, als ihm aus der CDU und offenbar auch der CSU-Landesgruppe bedeutet wurde, er solle die Verhandlungsposition der Union nicht unnötig schwächen. Am Mittwoch kam dann eine der typischen Seehofer'schen Wenden: „Kretschmann ist jetzt dabei, und Trittin ist Vergangenheit. Wenn der dabeisitzt, das stört nicht.“

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  • Trittin hat keine Kinder geschaendet, er hat sich an einer in sich schlimmen Diskussion beteiligt. Neben anderen Institutionen hat vor allen Dingen die katholische Kirche Verbrechen gegen Kinder zugelassen und dies dann auch noch mit Hilfe vieler in oeffentlichen Aemtern versucht zu vertuschen. Das ist auch der Grund, warum die CSU geschlossen nicht mehr zur Messe und zur Beichte geht, denn mit Kinderschaendern woillen sie nichts zu tun haben.

  • Können Sie eigentlich rechnen? Wenn ja werden SIe feststellen das Ihre Phantasieszenarien nicht möglich sind.

  • Frau Kanzlerin, nutzen Sie die einmalige Gelegenheit und bilden Sie eine CDU-Grüne Koalition ohne die CSU.

    Lassen Sie die Grünen alle ihre Hirngespinste ausbreiten und ankündigen und lehren Sie sie dann, was wirklich machbar ist.

    So laufen die CSU-Rechten und die Besserwisser-Grünen gleichzeitig auf und die CDU beweise liberale, doch nicht lobbyistische Qualitäten !

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