CDU will Zweitstimmen für sich
„Eine Kampagne für die FDP ist bescheuert“

Nach dem Bayern-Debakel geht es für die FDP um alles oder nichts. Nur noch eine massive Zweitstimmen-Kampagne kann bei der Bundestagswahl das Überleben sichern. Die Union will den Liberalen dabei aber nicht helfen.
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BerlinDie FDP stand schon einmal am Abgrund – bei der Niedersachsenwahl Anfang des Jahres. Und sie konnte das Schlimmste mit Hilfe der CDU abwenden. Die Liberalen profitierten damals massiv von sogenannten Leihstimmen der CDU-Anhänger. Dabei gibt der Wähler seine Erststimme dem Direktkandidaten der von ihm favorisierten Partei – seine Zweitstimme „schenkt“ er jedoch einer meist kleineren Partei, mit der eine Koalition gewünscht wird. Was in Norddeutschland funktioniert hat, war in Bayern gar kein Thema. Es hätte der FDP wohl auch nicht viel genutzt.

Die CSU mochte die Liberalen eh nicht wirklich – und das komplizierte Wahlrecht tat sein Übriges: Die FDP flog hochkant aus dem Parlament. Im Bund wollen die Liberalen das verhindern – mit einer Zweitstimmen-Kampagne. Doch wird die Union dabei genauso behilflich sein wie in Niedersachsen?

Normalerweise ist eine solche Taktik nur sinnvoll, wenn die gewünschte Koalition ohne Leihstimme voraussichtlich nicht zum Zuge kommt und die eigene Partei gut gepolstert ist. Bei der diesjährigen Bundestagswahl ist das der Fall, dennoch macht die Union derzeit keine Anstalten, ihrem angeblichen Wunschkoalitionspartner über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen.

„Die Zweitstimme ist die Merkel-Stimme, und die wollen wir für die Union gewinnen“, zeigte der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der FDP die Grenzen auf. Auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet warnte in der ARD vor einer Zweitstimmenkampagne zugunsten der Liberalen und betonte: „Die FDP ist in Bayern traditionell immer schwach gewesen, ganz oft nicht im Landtag gewesen, so dass das, glaube ich, keine Auswirkungen auf die Bundestagswahl hat.“ Ähnlich argumentierte FDP-Chef Philipp Rösler: „In Bayern ticken die Uhren anders. Ab jetzt geht es um Deutschland.“ Das Wahlergebnis sei ein „Weckruf für alle Liberale“. Werden solche Appelle ausreichen, um die FDP vor dem Untergang zu bewahren?

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  • Am Ende des Artikels wird wieder der falsche Mythos wiederholt dass die Leihstimmen der Union geschadet haben. Das Gegenteil ist der Fall - mit noch mehr Leihstimmen an die FDP wäre es dank des niedersächsischen Wahlrechts zu einer schwarz gelben Koalition gekommen. Quelle: http://www.wahlrecht.de/news/2013/landtagswahl-niedersachsen-2013.html#strategische-stimmabgabe

  • @ FriedrichMaier

    Zitat : Ich kann gar nicht nach vollziehen, wieso die Deutschen der FDP nicht die verdiente Wertschätzung entgegen bringen!

    - nicht nachvollziehen...? Ich helfe Ihnen auf die Sprünge :

    WO BLEIBT DAS MEHR NETTO VOM BRUTTO......?

    Warum hat man die 24 Mrd. € , die für den Abbau der kalten Progression vorgesehen waren, in den ESM überwiesen....?

    Na, klingelt es jetzt ?

  • Ja vor allen Dingen jetzt, wo Fipsi entschlossen kämpft.
    Also wie der das gestern gesagt hat, da habe ich mich schon gefürchtet.

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