CDU
„Wir sind nur noch eine One-Woman-Partei“

Die SPD-Spitze lässt ihre Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen. Ein Privileg, das die Union ihrer Basis vorenthält. Darüber murrt der CDU-Sozialflügel – und kritisiert zudem die Verhandlungstaktik der Union.
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StuttgartDer CDU-Sozialflügel hat Kanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, die Parteibasis bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD außen vor zu lassen. Der stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende Christian Bäumler sagte, nach dem klaren Sieg bei der Bundestagswahl nehme die CDU-Chefin die Mitglieder kaum mehr mit. „Wir sind nur noch eine One-Woman-Partei.“ Während die SPD ihre Mitglieder sogar über den Koalitionsvertrag abstimmen lasse, mache sich Merkel nicht einmal die Mühe, die Vereinbarung an der Basis zu erklären.

Der Vize-Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) kritisierte zudem, CDU und CSU hätten in den Verhandlungen mit den Sozialdemokraten ein sozialpolitisches Profil vermissen lassen.

„Entweder die Union bremst oder sie kapituliert. Damit überlassen wir das Thema soziale Gerechtigkeit der SPD.“ Dabei wisse man durch Umfragen, dass zum Beispiel der Mindestlohn für einen großen Teil der CDU-Anhänger wichtig sei. Bäumler zeigte sich aber mit den bisherigen Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen insgesamt zufrieden. „Es ist besser als in der schwarz-gelben Koalition.“

Bäumler geht davon aus, dass die Union sich mit der SPD auf eine Regelung für einen flächendeckenden Mindestlohn einigen wird. „Die Union muss die 8,50 Euro akzeptieren.“ Alles andere sei nicht mehr zeitgemäß, sagte der Sozialpolitiker. Er plädierte dafür, dass der Mindestlohn vom 1. Januar 2015 an gilt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " CDU: „Wir sind nur noch eine One-Woman-Partei“"

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  • Freigeis
    Ich stimme Ihnen zu. Die Hinterzimmer-Politik muß endlich aufhören
    Und ja, ich gebe Ihnen Recht, wir sind längst eine Bananen-Repubklik
    Es wäe eigentlich Aufgabe der Presse, diese Dinge lautund deutlich zu kritisieren

  • Man muss hier besonders die Qualifikation des Merkel-Personals hinterfragen! Es scheint schlecht bestellt zu sein. Da macht die SPD den besseren und frischeren Eindruck. Die One-Woman-Show Merkels ist doch längst durchschaut. Deutschland hat diese Frau nicht verdient. Ich frage nich immer wieder, wie konnten so viele Bürger die Union wählen!? Sind sie größtenteils uninformiert, was in Deutschland und dem EU-Raum abläuft. Die Diktatur Brüssel scheint in greifbarer Nähe. Warum nehmen wir das hin?

  • Diese sogenannte Koalitionsverhandlung ist meiner Meinung nach sehr undemokratisch. Sollte es hier zu einem Schulterschluss kommen, kann das Parlament die nächsten 4 Jahre zumachen und alle Abgeordneten die Koffer packen. Einen Bundestag, der nur noch zum Abnicken bezahlt wird, braucht kein Bürger.
    Warum haben alle Parteien so Angst davor, im Parlament um jeden wichtigen Punkt zu debattieren? Die Maut ist wichtig, ebenfalls die Definition bzw. die Reform der Energiewende, was ist mit der Reform des Bankenwesens, den Auslandseinsätzen und und und?? Diese Themen gehören nicht hinter verschlossene Türen "verhandelt". Oder leben wir tatsächlich schon in einer Bananenrepublik?

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