DeutschlandDuell
Energiewender im Strompreis-Dilemma

Wie bleibt die Energiewende bezahlbar? Beim DeutschlandDuell von Handelsblatt Online und Zeit Online lieferten sich die Umweltminister Altmaier und Habeck einen harten Kampf. Mit Patentlösungen taten sich beide schwer.
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BerlinWenn Peter Altmaier loslegt, dann geht er beherzt zu Sache. Das war schon so, als er noch die Geschäfte der Unions-Bundestagsfraktion führte. Und das ist auch heute so, wenn der CDU-Politiker als Bundesumweltminister regelmäßig das Riesenprojekt der Energiewende in seine Einzelteile zerlegt, um dann zu erklären, warum das alles schon seine Richtigkeit hat und der Bürger nicht befürchten muss, über Gebühr belastet zu werden. Denn da ist ja er, Altmaier. Und seine Idee einer Strompreisbremse.

Doch genau an dieser Stelle gerät selbst das Schwergewicht Altmaier unter Erklärungsdruck. Denn ihm sitzt an diesem Abend in Berlin sein grüner Amtskollege aus Schleswig-Holstein, Robert Habeck, gegenüber. Der erste und einzige Energiewende-Minister lässt Plattitüden wie, die Energiewende habe ihren Preis, nicht einfach stehen. Und gibt dem Saarländer kontra.

Die Debatte zwischen den beiden bildet den Auftakt zur Serie „DeutschlandDuell“, die Handelsblatt Online zusammen mit Zeit Online veranstaltet. Auf insgesamt vier Veranstaltungen widmen wir uns in den kommenden Wochen den großen Streitpunkten des Wahlkampfs. Die weiteren Themen werden sein: Euro-Krise, soziale Gerechtigkeit und Steuern. Am gestrigen Abend ging es um die Frage: „Energiewende – gut gedacht, aber schlecht geplant?“

Ein Grundübel sei die hohe Zahl von Unternehmen, die von der im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Ökostrom-Umlage befreit sind oder nur reduzierte Sätze zahlen, sagt Grünen-Minister Habeck. „Entweder Sie verschweigen das oder Sie wissen es nicht“, ärgert er sich über Altmaier. Der kontert und bittet darum, seriös zu bleiben. Er sei dafür, dass EEG beizubehalten, aber grundlegend zu reformieren. Habeck überzeugt das nicht. Altmaiers Argumentation werde dadurch nicht richtiger. Zumal, wie er hinzufügt, die Kanzlerin blockiere, indem sie sich schützend vor die deutsche Industrie stelle.

Rund 100 Zuschauer verfolgen im Veranstaltungsraum von Zeit Online die Diskussion, via Twitter und Mail schalteten sich auch zahlreiche Handelsblatt-Leser ein. Sie sind etwa interessiert daran, wie schnell die Energiewende umgesetzt werden könne und ob es nicht auch eine europäisch abgestimmte Energiepolitik geben müsse.

Kommentare zu " DeutschlandDuell: Energiewender im Strompreis-Dilemma"

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  • "Energiewende ist kein Projekt grüner Spinner"

    Doch, genau das ist sie! Leider wird grünes Gedankengut mittlerweile von vielen ehemals seriösen politischen Kräften imitiert. Die wirren Folgen -wie diese "Energiewende"- muss leider die gesamte Bevölkerung ausbaden.

  • Als Inhaber umfangreicher Aktienpakete von großen deutschen Energieversorgern werde ich die absichtliche Enteignung meines Eigentums nicht abwenden können. Das einzige, das mir bleibt, ist die schwarz-gelbe Regierung abzuwählen, die mich enteignet.
    Wenn CDU und FDP 'auf rot-grün machen', dann kann ich gleich Rot-Grün wählen, was ich am 22.09. auch tun werde. Ich habe ja nichts mehr zu verlieren.

  • Lieber Vandale,
    Sie werden es mir sicher nachsehen, aber die einzige belasbare und glaubwuerdige Zahl, die ich Ihnen zubillige sind die Rueckbaukosten des AKWs Muehlheim-Kaerlich. Die Angaben sind von der RWE und die sollten wissen, was sie kalkulieren. Sie muessen es schliesslich bezahlen. Ihre anderen Bemerkungen sind Postulate, ohne jegliche faktische Grundlage, und die Zahlen ohne Angabe von Quellen.
    Ansonsten ist die Sachlage fuer mich sehr einfach: Ich halte Zahlen und Fakten einer offiziellen Landesbehoerde fuer glaubwuerdiger als die Angaben von Umweltaktivisten oder die Laienmeinung eines Atombefuerworters im Netz.

    Als ausgebildeter Oekonom bin ich auch sehr dafuer Kosten und Investitionsentscheidungen durch den Markt und dessen Teilnehmer entscheiden zu lassen. Hier haben RWE, EON und Citibank schon 2010 entschieden, dass Investitionen in Kernkraft unter nicht-subventionierten Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich sind.

    Welche Glaubwuerdigkeit ich welchen kommunizierten Zahlen zubillige, ist natuerlich meiner Einschaetzung der Glaubwuerdigkeit, den Intensionen und Qualifikation der Resource geschuldet. Da steht die Laienmeinung ganz unten! Deswegen enthalte ich mich auch jeglicher Kosten-Schaetzung. Vor die Wahl gestellt, Ihren Aussagen zu vertrauen oder denen der japanischen NRA, gewinnt natuerlich die NRA. Da sitzen ausgewiesene Fachleute, die zudem wie Sie fuer Atomkraft sind, deshalb "ueber den Zweifel erhaben" mit den Zahlen Politik gegen AKWs machen zu wollen.

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