DeutschlandDuell „Griechenland wird uns noch 20 Jahre beschäftigen“

Soll Deutschland weitere Milliarden an Athen überweisen? AfD-Chef Lucke und CDU-Finanzpolitiker Brinkhaus stritten beim DeutschlandDuell über die Kosten der Euro-Rettungspolitik, Solidarität – und die Zukunft Europas.
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AfD vs. CDU: Der hitzige Zoff um den Euro

BerlinGriechenland braucht ein weiteres Hilfspaket, das hat jetzt sogar Bundesfinanzminister Schäuble eingeräumt. Allerdings will der Bundesfinanzminister dazu vor der Bundestagswahl keine konkreten Zahlen nennen. Ganz anders der Chef der eurokritischen „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke. Beim DeutschlandDuell von Handelsblatt Online und Zeit Online rechnet der Volkswirtschaftsprofessor vor: „Ein Schuldenschnitt für Griechenland ist unausweichlich. Er wird Deutschland zwischen 40 und 50 Milliarden Euro kosten.“

Lucke diskutierte am Donnerstagabend unter der Moderation von Handelsblatt Online Chefredakteur Oliver Stock mit dem CDU-Finanzpolitiker Ralph Brinkhaus zum Thema: „Der Euro – Europas Meisterstück oder Europas Verderben?“

Gleich zu Beginn fordert Oliver Stock den AfD-Chef zu einem Gedankenexperiment auf. Lucke soll sich vorstellen, er wäre Kanzler. „Was würden Sie in den ersten zwei Wochen tun?“ Luckes Antwort: „Ich würde die Euro-Rettungspolitik beenden.“

Außerdem schlägt er ein Wachstumsprogramm für die südeuropäischen Krisenstaaten vor. Wesentlicher Bestandteil davon solle die Einführung eigener Währungen in den Krisenländern sein. Damit, so Lucke, könnten diese Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen.

Brinkhaus hält dagegen. Ein Euro-Austritt Griechenlands sei sehr viel teurer als die derzeitige Rettungspolitik. Zudem könnten die Krisenländer nicht einfach von heute auf morgen eine neue Währung einführen, da dies mit Verwerfungen an den Finanzmärkten verbunden sei. Der CDU-Finanzpolitiker bezweifelt auch, dass die südeuropäischen Länder überhaupt dazu bereit wären, aus dem Euro auszutreten. Man könne sie nicht zwingen.

„Sie kippen immer mehr Geld über den Salat“
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93 Kommentare zu "DeutschlandDuell: „Griechenland wird uns noch 20 Jahre beschäftigen“"

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  • Die miserablen Umfragewerte weit unter 30 Promille und das schwindende mediale Interesse an der Eurokrise bereiten den Professoren Lucke, Henkel & Co immer mehr Kopfzerbrechen. (Man stelle sich nur vor, was Schäubles Äußerungen vor zwei Jahren für einen Rummel ausgelöst hätten!) Da wundert es auch nicht mehr, dass inzwischen Universitäts-Gerüchte die Runde machen, die professorale Spitze wolle sich wieder in den Elfenbeinturm zurückziehen und das "sozioökonomische Experiment" beenden. Die Basis dürfte zwar versuchen ihr ideologisches Wolkenkuckucksheim zu erhalten, aber ohne Professoren wäre die Partei - nun ja - kopflos. Somit wäre die AfD eine echte Eintagsfliege unter den Parteien und würde den Weg Schills gehen, nur schneller.

  • „Griechenland wird uns noch 20 Jahre beschäftigen“

    In diesem Zustand, wo sich dieses Land und noch betroffene Länder hin entwickeln werden, bleibt es nicht bei beschäftigen, sondern, es wird noch turbulent !!!

    Die betroffenen unschuldigen EU-Bürger werden sich wehren und das mit recht !

    Durch POLITIK- und POLITIKERversagen wurde diese nicht ungefährliche Situation erst möglich ! SEIT ROT/GRÜN !

    ABER, diese EU+EURO - Entwicklung wurde nicht für den normalen EU - Bürger entwickelt, nur für wenige !

  • 20 Jahre? bei der lausigen nachhaltigen Routineretterei samt Stabiliatätsmechanismus,fazilität und sonstigem Trallala, dauert die Krise dort eher 200 Jahre, gell? ihr pfeifen1

  • Herr Stock, Chapeau !! Auch wenn Sie es immer noch nicht ganz schaffen Ihre eigene Tendenz wegzulassen, dass war erstaunlich neutral, gemessen an den derzeitigen "Journalismus" in Deutschland. Schade das Lucke so gezwungen wird, dass Offensichtliche am Beispiel GR belegen zu müssen. Das ist nicht ok gegen die Griechen und wird der Sache auch nicht ganz gerecht, weil andere Staaten folgen werden. Aber mehr Raum wird ihm leider nicht geboten und zunächst muss er immer wieder die Lügen der anderen beiseite räumen. Das ergibt nur die halbe Wahrheit.

  • Nu isses aber genug!!

    Vicario, Tobi59, David, Klardenker! 6 !! Setzen !!

  • @globetrotter
    Das ist es ja - zum Glück sind Sie mit dieser Meinung nicht allein!
    MINDESTENS die 15.000 Mitglieder der Alternative für Deutschland sind der gleichen Auffassung. Und mit ihnen sind noch diejenigen, die aus der gleichen Unzufriedenheit wie IHRER die AfD wählen werden, ohne gleich Mitglied zu werden. Plus eine Dunkelziffer von Bürgern, die sich nicht trauen, zuzugeben, dass sie die AfD wählen werden, weil sie nicht als rechts abgestempelt werden wollen.
    Natürlich läge es auch nahe, eine andere Partei, die eine andere EU-Politik als die jetzige anstrebt, zu wählen.
    Das Problem ist nur, dass es eine solche Partei praktisch nicht gibt. Alle haben sich entschlossen, den Bürgerwillen komplett zu ignorieren.

    Ich hoffe sehr, dass sich alle unzufriedenen Bürger einmal das Wahlprogramm der AfD anschauen, damit sie feststellen können, dass es sich mit Sicherheit in den allermeisten Teilen ganz genau mit dem deckt, was sie selbst sich wünschen.
    Man sollte die AfD aber auch dann wählen, wenn sich NICHT alles mit den eigenen Interessen deckt.
    ICH z.B. hätte gern eine Bürgerversicherung, die AfD dagegen nicht. Na und? WICHTIG ist jetzt allein der Euro!
    Denn wenn die Rettungspolitik nicht beendet wird, dann wird sowieso keine Versicherung mehr für die Leistungen des heutigen Standards aufkommen - ganz egal, ob nun mit oder ohne Bürgerversicherung.

  • margrit117888

    Es muß erst noch schlimmer kommen, dann wachen viele auf.
    Aber so lange es Taeln und Suppenküchen und alles gibt, wird sich nichts tun. Leider.
    -------------
    Da man Ihnen nächstes Jahr zum 70 siebzigsten gratulieren,
    wird,stellt sich die Frage,wie hoch ihre Rente ist,ohne jemals einen Pfennig in der Westrepublik
    eingezahlt zu haben.
    Die gibt es nämlich auch für millionen,in Geschenkpapier
    eingewickelt..mit freundlich solidarischem Gruß aus
    der Rentenkasse West.



  • Teil 2
    • „Warum haben wir denn überhaupt eine "Einheitswährung"?
    Sieht man Deutschland, also das "vereinigte Deutschland/seit der Einheit", in Europa und den USA ab 1990 immer noch als Bedrohung an? Bedrohung? Welche Bedrohung?“

    Hauptsächlich Frankreich wollte die Einheitswährung, damit die starke deutsche DM vom Markt verschwindet. Die war für Frankreich eine große Bedrohung und wurde als Waffe empfunden.

    Und JA, Sie haben Recht – wenn sich alle daran erinnern würden, wie eigentlich ihre EIGENEN Interessen aussehen – und nicht die der Banken und Versicherungen oder dem ominösen „Deutschland“, von dem uns die Nutznießer des Euros weismachen wollen, es sei „unseres“, also wenn DAS allen bewusst würde –
    Ja, dann bräuchten wir uns um unser Land gar keine Sorgen mehr zu machen.
    Denn dann wählten alle diese Leute die Alternative für Deutschland und der Euro-Spuk wäre schnellstmöglich beendet.

  • @AndreBerger
    • „Eine Völkerabstimmung, ob der Euro bleiben soll?“

    Geht nicht, wir haben kein Land „Europa“ in dem zentral abgestimmt werden kann. Es kann also nur auf nationaler Ebene abgestimmt werden. Das bedeutet: wir hier können nur von/über Deutschland sprechen. Ich habe deshalb Ihre Formulierung „Völker“ in „Volk“ umformuliert.

    • „Eine Volksabstimmung, ob Griechenland und die "anderen Pleitestaaten" in der Eurozone bleiben sollen?“

    Denkbar und schön wäre es. Aber es gibt im EU-Vertrag keinen Passus, nach dem ein Land austreten kann oder ausgeschlossen werden kann. Dieser Passus muss also erst geschaffen werden.
    Da nicht damit zu rechnen ist, dass die Südländer (die in der Mehrheit sind) so abstimmen, dass sie ausgeschlossen werden können, muss dieser Passus auf anderem Weg erarbeitet werden. Die Alternative für Deutschland schlägt hier vor, durch einen Bundestags-Boykott aller Hilfsmaßnahmen einen solchen Passus zu erzwingen: keine Vertragsänderung - kein Geld.

    • „Eine Volksabstimmung, wer welches Geld (Subventionen) bekommen soll?“

    Das ist völlig illusorisch. Denn die EU ist ja gerade dabei, möglichst viele Bürgerrechte abzuschaffen. Sie wird auf gar keinen Fall das Volk zum Euro befragen – denn sie KENNT ja das Ergebnis, WILL es aber nicht. Bleibt der Euro so bestehen wie er jetzt ist, so werden wir eine sog. Transferunion bekommen, in der dann ganz offiziell - und vor allem, ohne dass Sie noch dagegen einschreiten können – Ihre und meine Steuergelder in andere Länder transferiert werden, wo sie angeblich dringender gebraucht werden als bei Ihnen oder bei mir. Die Zinsen werden weiter so niedrig bleiben, die Preise werden dafür ansteigen, die Erträge aus Ihrer Lebensversicherung werden zusammen schmelzen wie Eis in der Sonne. Damit dürfte auch Ihre 3. Frage beantwortet sein.
    Ende Teil 1

  • Auf der einen Seite kündigt man uns an das Griechenland uns noch 20 Jahre lang mit Milliarden auf der Tasche liegen wird! Auf der anderen Seite werden wir auf weitere finanzielle Grausamkeiten wie PKW Maut. Zuwanderungssoli, Komunalausgleichsabgabe, MWST-Erbschhaftssteuer, Kraftstoffsteuer- Erhöhung und Vermögensabgabe vorbereitet!,

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