Emnid-Sonntagsfrage
Koalition liegt vorne - Piraten und AfD abgeschlagen

CDU/CSU und FDP könnten nach derzeitigem Stand mit einer knappen Mehrheit bei der Bundestagswahl rechnen. Die SPD kommt nicht vom Fleck – setzt dennoch weiter ausschließlich auf die Grünen.
  • 62

BerlinDie Union kam in einer Emnid-Umfrage für die 4„Bild am Sonntag“ wie in der Vorwoche auf 41 Prozent, die FDP legte um einen Punkt zu und verbesserte sich auf fünf Prozent. Damit erreichte Schwarz-Gelb zusammen 46 Prozent. Die SPD verharrte bei 25 Prozent, die Grünen büßten einen Punkt ein und lagen bei 13 Prozent. Die Linke verlor ebenfalls einen Punkt und kam auf sieben Prozent. Die drei Oppositionsparteien zusammen hätten damit 45 Prozent.

Nicht im Bundestag vertreten wären die Piratenpartei mit drei und die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) mit zwei Prozent.

Trotz des anhaltenden Umfragetiefs setzt die SPD im Bundestagswahlkampf weiter ausschließlich auf eine Koalition mit den Grünen. Rot-Grün kämpfe gegen Schwarz-Gelb, "alles andere sind Phantomdiskussionen", erklärte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Samstag in Berlin. Mehrere SPD-Landespolitiker plädierten derweil sogar für eine formale Absage an eine große Koalition.

Die SPD kommt auch in anderen Umfragen derzeit nur auf 22 bis 26 Prozent, Kanzlerkandidat Peer Steinbrück liegt in der Wählergunst seit Monaten abgeschlagen hinter Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU).

Laut "Welt am Sonntag" wird in der SPD-Führungsspitze ein formaler Ausschluss einer großen Koalition erwogen. Das könne auf die eigenen Anhänger und Wahlkämpfer motivierend wirken, berichtete das Blatt aus Parteikreisen. Mehrere SPD-Landespolitiker legten demnach ihrer Partei nahe, der Festlegung Steinbrücks zu folgen, der für sich einen Posten in einer großen Koalition ausschließt. "Die SPD sollte überlegen, ob sie als Partei in Gänze der Union eine Absage erteilt", sagte der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Hendrik Hering der Zeitung. "Niemand in der SPD will eine große Koalition", sagte auch der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) mutmaßte am Wochenende, die SPD werde es eher mit Rot-Rot-Grün versuchen. "Mancher glaubt, es werde wieder eine große Koalition geben. Abgesehen davon, dass wir dies nicht wollen, gibt es nach meiner Überzeugung in der SPD tatsächlich ganz andere Gedankenspiele", sagte Kauder der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" vom Samstag. Er glaube, dass die SPD ein "wie immer geartetes Bündnis mit den Grünen und den Linken eingehen würde, falls es dafür reichen sollte".

Seite 1:

Koalition liegt vorne - Piraten und AfD abgeschlagen

Seite 2:

Steinmeier appelliert an Kampfgeist der Genossen

Kommentare zu " Emnid-Sonntagsfrage: Koalition liegt vorne - Piraten und AfD abgeschlagen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • ...."AfD abgeschlagen"...allein schon diese Überschrift soll dem Leser einen negativen Trend der AfD suggerieren. Tatsache ist, dass die AfD trotz boykottähnlicher Massnahmen oder negativer Berichterstattung in den Medien, jetzt ähnlich viel Zuspruch wie die etablierte FDP hat!

  • So sehe ich die Sache auch, im Moment gibt es für mich nur eine wählbare Partei und das ist die AfD!!!
    Finde es echt gut,daß es zum ersten mal in der deutschen Geschichte eine Partei mit " gesunden Menschenverstand" zum wählen gibt!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%