FDP-Nachwuchs verliert Chef
„Beleidigungen, Verletzungen, Unterstellungen“

Die FDP-Krise trifft nun auch den Nachwuchs der Partei mit voller Wucht. Der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, tritt ab. Er zieht damit die Konsequenz aus teilweise massiven persönlichen Anfeindungen.
  • 15

BerlinNach der Bundes-FDP sucht nun auch der Nachwuchs der Partei mit einem personellen Neuanfang einen Weg aus der schweren Krise der Liberalen. Lasse Becker hat seinen Mitstreitern im Bundesvorstand mitgeteilt, dass er zum Bundeskongress in Düsseldorf als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis) zurücktreten werde. Zur Begründung führte Becker auf seiner Facebook-Seite den „notwendigen und überfälligen“ Generationenwechsel an der Spitze der JuLis, die „Chance einer unbelasteten Führung“ der Jungen Liberalen, aber auch persönliche Gründe an.

„Bei vielen Diskussionen wurde zuletzt mancher Kommentar von mir – weil er eben von mir kam – doppelt und dreifach kritisch durchleuchtet“, erklärte Becker. „Das ist keine gesunde Grundlage für einen gemeinsamen Gestaltungsanspruch den die JuLis gerade jetzt deutlich machen müssen.“ Klar sei aber für ihn, dass es nicht gut sei, wenn Funktionsträger prinzipiell ihrem Vorsitzenden misstrauen.

Becker räumte ein, dass er mit Sicherheit nicht immer der „Kompromisssuchendste“ aller JuLis gewesen sei. Viele seiner Kollegen hätten ihm vorgeworfen, „dass man mir meine Emotionen häufig nicht ansieht“. Trotzdem stehe fest: „Beleidigungen, Verletzungen und Unterstellungen setzen jedem zu. Mir auch.“

Beckers war erst im Frühjahr als Chef der FDP-Jugendorganisation bestätigt worden – jedoch erst im zweiten Wahlgang mit 74 Prozent der Stimmen. Becker ist bereits seit 2010 Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Nach der verlorenen Bundestagswahl ging Becker hart mit der Parteiführung ins Gericht. Er sprach von einem „heftig desaströsen Ergebnis“ für die FDP, das auf Fehler in der Wahlstrategie zurückführte: „Die Kampagne war alles andere als gut. Die Bettelkampagne ohne eigene Inhalte ist ein Fehler gewesen. Das müssen wir in Demut akzeptieren und mit dem Projekt Wiederaufbau beginnen“, sagte Becker damals.

Seite 1:

„Beleidigungen, Verletzungen, Unterstellungen“

Seite 2:

FDP ohne Perspektive im Bund

Kommentare zu " FDP-Nachwuchs verliert Chef: „Beleidigungen, Verletzungen, Unterstellungen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Selbstüberschätzung aller Julis ist phänomenal. Es ist gerade diese Truppe, die den Liberalismus ins Lächerliche, durch ihren grandiosen Opportunismus, geführt hat. Immer schön dem Vorstand nach dem Mund reden. Die alten, lebenserfahrenen Liberalen sind von ihnen bei den Landesvertreterversammlungen regelrecht ins Abseits gestellt worden. Management by Känguru oder besser noch by Blue Jeans (O-Ton Lambsdorf) konnten diese Jungpolitiker perfekt.

  • Wer braucht schon diesen Haufen egoman-brutaler Karrieristen und Betrüger wie Niebel, Döhring, Bahr und co. Die sollen doch arbeiten gehen wenn sie Millionäre werden wollen und nicht auf Kosten des Steuerzahlers ihr Süppchen kochen.

  • Ach, Maggie! Wenn das nach ihnen geht, dann fängt "Links" doch schon einen Meter neben ihrer rechten Schulter an. Und SIE haben hier vor der Wahl 2stellige Prozentzahlen für die AfD prognostiziert und 33% für die Union. Sie sollten hier gar nicht mehr kommentieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%