Forsa-Chef Güllner
„Bei der AfD ist vieles möglich“

Bisher hat die Euro-Krise im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt. Doch nun hat Schäuble mit seinem Griechen-Vorstoß eine neue Debatte ausgelöst. Die SPD nimmt die Steilvorlage dankbar an. Doch profitieren dürften andere.
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BerlinVerplappert oder platziert? So oder so hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit seiner Griechenland-Ansage dafür gesorgt, dass die Euro-Krise im Wahlkampf nun breit diskutiert wird. SPD, Grüne und Linke wollen noch vor der Wahl  alle Zahlen und Details des von Schäuble ins Gespräch gebrachten dritten Hilfspakets wissen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ das Volumen jedoch offen: „Welche Summen gegebenenfalls notwendig sind, kann ich heute nicht sagen. Das können wir erst Mitte des nächsten Jahres sagen“, sagte sie. Ist damit die Debatte beendet? Weit gefehlt, sie geht gerade erst richtig los. Die Wahlkämpfer der inner- wie außerparlamentarischen Opposition erhoffen sich, dadurch ihre Wahlchancen zu verbessern. Doch die SPD wird mit dem Griechenland-Thema kaum punkten können,  meint zumindest der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner.

„Die SPD greift nach jedem Strohhalm und muss zugleich aber staatstragend sein“, sagte Güllner der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Das hat bisher nicht funktioniert und wird es auch jetzt nicht.“  Die Begründung, die Güllner nennt, klingt plausibel. Das Dilemma der SPD sei, dass sie zwar immer protestiert und kritisiert, aber gerade in den Krisenfragen die Entscheidungen der Regierung mitgetragen habe. „Und in der Krise wird eben die Regierung als der Garant der Sicherheit wahrgenommen, der die Menschen abschirmt“, betonte er.

Güllner ist daher überzeugt, dass sich SPD und Grüne eher behindern, wenn sie die Krise nun zum Thema machen. Zudem unterschätzten sie mit ihren persönlichen Angriffen auf Merkel den „unglaublichen Popularitätspanzer“, den die Kanzlerin besitze. „Sie ist einfach beliebt“, sagte der Forsa-Chef.

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AfD könnte von Griechenland-Debatte profitieren

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  • Ja - eindeutig! Ich wähle AfD!

  • Ich konnte einmal von einem klugen Mann lesen: Der Grund, weshalb es in der Bundesrepublik noch verschiedene Parteien gibt liegt darin, dass dadurch die deutschen Bürger dazu gebracht werden, aus unterschiedlichen Motivationen die immer gleiche politische Richtung zu wählen.

    In allen wichtigen Fragen, von Innere Sicherheit und Überfremdung bis zum Euro und der EU, bilden die Parteien eine Einheitsfront. Diese halten es für wichtiger, über Tempo 120 auf Autobahnen zu reden. Die Alternative für Deutschland ist der Spatz in der Hand. Aber sie ist die letzte Ausfahrt. Deutschland braucht nach 60 Jahren endlich mal eine echte Opposition.

  • Eine Morgengruß an alle Handelsblattleser.
    Lasst uns den Tag mit einer Geschichte aus dem Leben beginnen:

    6 AfDler und 6 CDUler fahren mit der Bahn nach Berlin. Die CDUler wundern sich, dass die AfDler mit 6 Mann nur eine Fahrkarte haben.
    Nach einer Weile kommt der Schaffner und die 6 AfDler verschwinden auf der Toilette, Der Schaffner klopft an die Tür und sagt „Fahrkarte bitte“. Daraufhin schiebt ein AfDler die eine Fahrkarte unter der Tür durch und der Schaffner ist zufrieden.
    Das ist stark sagen die CDUler, die den Vorgang beobachtet hatten. Auf der Rückfahrt machen wir das auch und kaufen nur eine Fahrkarte.
    Am nächsten Tag treffen sich die beiden Gruppen wieder und die CDUler wundern sich, dass die AfDler mit 6 Mann gar keine Fahrkarte haben.

    Nach einer Weile als der Schaffner naht, verschwinden die 6 CDUler nach Vorgabe auf der Toilette und auch die AfDler gegenüber auf der Toilette und bevor der letzte AfDler die Tür schließt, klopft er bei den CDUlern an der Tür und sagt „Fahrkarte bitte“.

    Diese Geschichte hat eine Moral „die CDU kann von der AfD lernen, sie kann es nur nicht richtig umsetzen“.

    Euch einen schönen Tag aus Lüneburg.
    Gruß Kerlin

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