Grüne Schadensbegrenzung

Trittin übt sich in Demut

Von Stadtindianern mit pädophilen Forderungen war Trittin früher genervt. Eingeschritten ist er wohl wie viele andere Grüne nicht – was dem obersten Grünen-Strategen kurz vor der Bundestagswahl zum Verhängnis wird.
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Jürgen Trittin auf der Wahlveranstaltung in Augsburg. Quelle: dpa

Jürgen Trittin auf der Wahlveranstaltung in Augsburg.

(Foto: dpa)

AugsburgPlatzregen setzt ein, als Jürgen Trittin ans Mikrofon tritt. Augsburg, Rathausplatz, die letzten paar Kundgebungen vor der Bundestagswahl finden jetzt statt. Es ist kein fulminanter Schlussspurt, den die Grünen und ihr Spitzenmann machen, sondern Schadensbegrenzung. Die rund 150 Grünen-Anhänger fliehen großteils unter die Sonnenschirme der Cafés. „So ist das in einem Wahlkampf. Da gibt es Regen, und da weht einem gelegentlich auch der Wind ins Gesicht“, sagt Trittin. Doch das ist stark untertrieben.

Am Tag zwei nach Bekanntwerden von Trittins presserechtlicher Verantwortung für eine pädophile Forderung in einem Göttinger Kommunalprogramm 1981 geht es für ihn um die richtige Mischung – aus Zerknirschtheit, Mitgefühl mit den Opfern und Vorwärtsverteidigung. „Wir Grünen, mich eingeschlossen mit der Verantwortung, haben in den frühen 80er Jahren eine Position vertreten zur Pädophilie, die muss allen Missbrauchsopfern als Hohn erscheinen“, sagt Trittin. Ein Fehler sei das gewesen. Den Part „Offensive“ hatte zuvor bereits Grünen-Chefin Claudia Roth übernommen, indem sie Unionspolitikern unmoralische Positionen vorwarf.

Trittin ist niemand, der gern in sich hineingucken lässt. Jetzt schon gar nicht, auf den letzten Metern, angesichts dieser Vorwürfe. Was muss er sich vorwerfen lassen? Dass er selbst einmal eine pädophile Forderung erhoben hätte, erscheint nicht wahrscheinlich. Trittin kam vom Kommunistischen Bund in Göttingen zu den Grünen. „Da ging es ihm nicht um sexuelle Befreiung, sondern um die Befreiung der unterdrückten Massen“, sagt jemand aus seinem Umfeld.

Dass er presserechtlich verantwortlich zeichnete für das Programm der Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL), in dem auch die pädophile Forderung enthalten war, war laut Zeugen eine Formalie. Die Passage zu sexuellen Handlungen von Erwachsenen und Kindern stammte von einer „Homosexuellen Aktion Göttingen“. Gruppen mit pädophilen Forderungen gab es schon in den Jahren vor der Gründung der Grünen – doch die Anti-Parteien-Partei bot auch diesen Gruppen über einige Jahre breiten Raum, bis sie damit Schluss machte.

Versöhnliches Dauerlächeln
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44 Kommentare zu "Grüne Schadensbegrenzung: Trittin übt sich in Demut"

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  • Völlig richtig, Wegbereiter von Straftaten arbeiten vom Schreibtisch aus.

    Und gehen Sie auch davon aus, dass die Beauftragung des Prof. Walter zwecks Aufklärung in dieser Sache nur eine wahlkampfgetriebene Masche war, man wollte das Bild der besonders ehrlichen Grünen pflegen.

    Im Vorfeld wird man jedoch hinter verschlossenen Türen darüber taktisch beratschlagt haben. Man kam wohl zu dem Schluss, dass alle gefährlichen Dokumente bereits in Sicherheit gebracht wurden. Zu blöd, dass man etwas übersehen hat.

    Wer denkt ich bilde mir das nur ein, möge bitte mal erklären warum das Büro des Herrn Cohn-Bendit den Archivbestand seiner Äußerungen zur Pädophilie bis 2031 hat sperren lassen?

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cohn-bendits-paedophile-aeusserungen-danys-phantasien-und-traeume-12164560.html

  • Als Stadtratskandidat in Göttingen verantwortete er 1981 presserechtlich das Kommunalwahlprogramm der dortigen Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL), das dafür warb, gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht mehr zu bestrafen."

    Das ist ja wohl unglaublich. Kinder müssen vor Erwachsenen geschützt werden!

    Abwählen !!! AfD wählen!!!

  • Weg mit diesen Deutschland Hassern und Werteverachtern von der Partei Bündnis 90/Die Grünen!!!
    Diese Grün-Kommunistische Gesinnung hat im Deutschen Bundestag NICHTS MEHR zu suchen!!!
    Danke!
    Eine Schande für das deutsche und europäische VOLK!

  • Ich bin tief gerührt!

    Die personelle Stichprobe aus den Funktionärsparteien hatte wohl wieder eine gut einstudierte SoapOpera (Regie: GEZ.ARD) den InfoAllesfressern und vermeintlich AllesVergessern serviert. - Nix da!


    Der selbsternannte Großinquisitor Trittin hat sich VERANTWORTLICH für Kindersex (medial umschrieben: Paedophilie) eingesetzt. Auch wenn er selbst keine reale aktive Straftat begangen hat, muss er als SchreibtischTäter geächtet werden.

    Und eine Partei, die solche Absichten durch Parteitagsbeschluss ins Programm aufnimmt, ist in Europa nicht wählbar. - Auch dann, wenn Beschlüsse solcher Art schnell wieder im Schubfach "Wiedervorlage" versteckt / deponiert werden. Die Verwalter dieser Schublade sitzen heute in div. Parlamenten und warten nur auf den nächsten günstigen Zeitpunkt.

    Zur Erinnerung:
    Der Lärm an Empörung und Entrüstung aus dem grünen Lager über eine flapsige Bemerkung von Herrn Brüderle an eine STERN-Schreiberin in einer Bar bei einem Glaserl Wein.

  • seit 1981 verschweigen, laufen lassen bis zur Enthüllung, dann herumeiern um von einem Fehler zu reden? Toll!



  • So einem gehört der Schädel heruntergehackt, etwas Anderes fällt mir dazu nicht mehr ein!

  • So wie ich es sehe, wollen die Grünen in Deutschland weiterhin Kinderrechte nicht konsequent verteidigen bzw. sie beugen sich weiterhin bereitwillig dem Druck homosexueller Gruppierungen, dass Kinder verzweckt werden dürfen. Die Mutter- und die Vaterbeziehung sind die zwei schönsten, intimsten und prägendsten familiäre Beziehungsformen die Kinder erleben können. Jedes einzelne Kind hat das Potential von der Diversität, die Mutter und Vater in die Erziehung einbringen - und sonst seiner Erlebniswelt bieten - zu profitieren. Trotzdem ist es den Grünen ein ernsthaftes Anliegen, dass der Staat die Befugnis erhalten soll zu bestimmen, dass künftig eine Anzahl der zur gemeinsamen Adoption freistehenden Kinder auf eine dieser wunderschönen, einmaligen familiären Beziehungsformen verzichten muss, damit homosexuelle Männerpaare oder lesbische Frauenpaare Säuglinge adoptieren dürfen. Die Grünen wollen eine Ungleichbehandlung dieser Kinder per Gesetz erwirken. Ich finde die Einstellung der Grünen zu Kindern ist nach wie vor widerlich.

  • An die Handelsblatt-Redaktion

    Ihren "Zensoren" müsste doch aufgefallen sein, dass das "Registrierte Mitglied Vicario" seit Monaten täglich unflätigste und beleidigende Kommentare absetzt.
    Sehen Sie sich einmal seinen letzten Beitraf vom 17.9. um 22.39 Uhr an, der an "schnauzevoll bzw. Eddie" gerichtet ist.
    Diese Art von Beiträgen, die sich täglich mehrmals wiederholen sind für eine Zeitung wie das HB mehr als peinlich. Solches Geschmiere würden nicht einmal die St. Pauli-Nachrichten zulassen. Dass es sich hierbei noch um einen AfD-Aktivisten handelt geht aus allen seiner täglichen Beiträge hervor, was schon für sich spricht.
    Sie sollten sich wirklich ernsthaft überlegen, dieses registrierte Mitglied zu sperren oder die Kommentarfunktion bezüglich AfD-Themen zumindest bis zum Wahltag einzustellen.
    Ich denke, dass ich nicht der einzige bin, der sich von derartigen primitivsten Dauerpöbeleien angeekelt fühlt.

  • @ Andreas

    Es ist ja bekannt dass die ehemalige 'Gruenen Ikone' Joschka Fischer Brandbomben auf Polizeiatos geworfen hat, einen Polizisten mit einem Spaten fast erschlagen hat usw...
    Das die Paedo-Gruppe SWUPPS im Gruenen Vorstand (nicht nur Goettingen lokal) Forderungen zur Legalisierung der eigenen Perverisitaeten gestellt haben,
    das Ex-Ikone Stroebele gerne Inzest erlauben will usw...

    Aber jetzt hat jemand mal Cohn-Bendits Aussagen (FR mit Dt. Untertiteln) im Kommentar gelinkt - das hat mich wirklich umgehauen !!

    http://www.youtube.com/watch?v=M0qvkg2nzg8

    Das ist Gruenen Vorstandspolitik : Kinder von wenigen Monaten bis 6 Jahre jung als Sexspielzeug !! "toll sich gegenseitig mit einem 5-jaehriges Maedchen auszuziehen und zu schmusen und streicheln ... ekelhaft - total ekelhaft.

    Danke fuer Ihre Verteidigung hier Andreas -- als Gutmenschen -- ach was gruen angestrichen BESTMENSCHEN ist sowas ja dann wohl ok.

  • "Die Grünen haben überhaupt keine Ahnung was sie dem deutschen Volk zumuten."

    Irrtum, das wissen die ganz genau, das ist ja Absicht!

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