IW-Index
Deutschland? Nur ein bisschen gerecht

Was ist gerecht? Für die Parteien ist das jeweils etwas anderes. Ein neuer Index vergleicht 28 Länder im Hinblick auf diese Frage. Das Ergebnis spricht nicht überall für Deutschland.
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DüsseldorfSPD und Grüne haben einen Antwort auf die Frage, was gerecht ist: Mindestlohn, finden sie, sei gerecht. Oder Steuererhöhungen für Besserverdiener. Die AfD hat andere Ansichten: Für sie ist der Euro nicht fair. Die CSU wiederum findet es ungerecht, dass Deutsche für die Autobahnnutzung der Ausländer zahlen. Das zeigt: Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage nach Gerechtigkeit, weil sie sich nur schwer objektiv messen lässt. Ob etwas fair ist oder nicht, ist meist eine individuelle Empfindung, sie hängt von subjektiven Wahrnehmungen ab.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) versucht es trotzdem mit einem Index – und vergleicht 28 Staaten im Hinblick auf Gerechtigkeit. Dafür wurden vom Allensbach-Institut verschiedenen Parameter abgefragt. Dazu zählen Bedarfs-, Chancen, Leistungs-, Einkommens-, Regel- und Generationengerechtigkeit.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis: Deutschland steht ganz gut da im internationalen Vergleich und schafft es auf Platz sieben – hinter den skandinavischen Ländern, Österreich und Neuseeland. Danach folgen im Mittelfeld die Niederlande, die Schweiz, Luxemburg, Australien und Belgien. Auf den letzten Plätzen der Skala rangieren Italien, die USA, Griechenland, Rumänien und die Türkei.

Doch das gute Resultat für Deutschland gilt laut Studie nicht für alle Gerechtigkeitsdimensionen. Denn vor allem bei der Chancengerechtigkeit landet Deutschland nur auf Platz 14. Doch für 90 Prozent der Deutschen ist die Chancengleichheit das wichtigste Kriterium für Gerechtigkeit, an zweiter Stelle folgt die Bedarfsgerechtigkeit. Für nicht so wichtig nehmen die Befragte die Frage nach der Verteilung von Einkommen für die Beurteilung von Gerechtigkeit.

Laut der Allensbach-Umfrage wünschen sich die Menschen in Deutschland vor allem Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Qualität der Schulausbildung. Somit bleibt es auch wieder eine individuelle Empfindung, ob diese Studie die Realität fair abbildet oder nicht.

Kommentare zu " IW-Index: Deutschland? Nur ein bisschen gerecht"

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  • Die Gesellschaft in Deutschland geht radikal kaputt, nur
    ist das bisher nur fühlbar aber bald wird es ganz deutlich sichtbar werden.

    Das ist auch der Punkt der als Fundament eines Staates gilt..eine zufriedene gerechte und sichere
    Gesellschaft. Die erodiert seit Jahrzehnten und die SPD
    und Grünen sind die letzten die eine schaffen können.

    Alle Parteien bedienen sich am Fleiss von Mittelstand,Industrie und deren Mitarbeitern um mit dem Geld gefährliche Ideen zu verwirklichen, die den Staat zerstören.

    Auch wenn einige von dehnen angeblich weg sind, ihre kranken Vorstellungen bleiben erhalten.

  • HAha, Deutschland ist gerecht? Es wäre gerecht, wenn alle Einwohner dieses Landes in die Sozialkassen einzahlen würden. Denn der Staat finanziert daraus seelenruhig gesamtgesellschaftliche Aufgaben (z.B. kostenlose Familienversicherung), ohne dass die Sozialversicherten darüber mitbestimmen könnten bzw. ohne dasss diese Aufgaben adäquat gegenfinanziert werden.
    Auch das Nebeneinander von PKV und GKV als Vollversicherung ist mitnichten gerecht - warum wird die PKV nicht in eine Zusatzversicherung umgewandelt?

  • Ich vermute überall da, wo der Islam nicht herrscht!

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