Jauch, Raab und Co
Der Talkshow-Talk zum TV-Duell

Diagramme, kostenpflichtige Votings und Augenfalten-Analysen: Ehemalige TV-Duellanten und andere Experten analysieren auf vier Kanälen das TV-Duell. Und Peer Steinbrück gewinnt bei Pro Sieben 300.000 Euro. Ein Überblick.
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22.00 Uhr

Kaum hatte Stefan Raab als der lebhafteste der vier Moderatoren des "TV-Duells" sich in relative Rage geredet ("King of Kotelett"), kaum hatte Angela Merkel am Ende dem Publikum "einen schönen Abend" gewünscht, schalten sich die vier Sender ARD, ZDF, Pro Sieben und RTL auseinander.

Pro Sieben: Raab, der in überlangen Shows wie "Schlag den Raab" Herausforderungen ganz anderer Dimensionen zu stemmen pflegt, geht nach wenigen Minuten schon wieder auf Sendung. Zunächst fordert sein langjähriger "Show-Assistent" Elton die Zuschauer zum Abstimmen auf, wer das TV-Duell gewonnen hat. Jeder Anruf und jede SMD kosten 0,50 Euro, steht kleingedruckt auf dem Bildschirm. Der Abstimmungs-Sieger erhält, den Regeln der Pro Sieben-Talkshow "Absolute Mehrheit" entsprechend, 300.000 Euro.

RTL, dessen Nachrichtenchef Peter Kloeppel unter den Duell-Moderatoren den zurückhaltendsten Eindruck machte, hält sich auch im Programm zurück: Zehn Minuten Sendezeit, aus denen am Ende zwölfeinhalb werden, sind für "Das TV-Duell - Die Analyse" vorgesehen. Moderator Wolfram Kons verspricht mit raunender Stimme "ganz exklusiv eine repräsentative Forsa-Umfrage", lässt aber erst mal sieben informell um einen Holztisch versammelte Mitglieder eines "RTL-Wählerrats" per Handzeichen abstimmen: Vier zu zweieinhalb Stimmen sehen Steinbrück als Sieger. Kurz darauf folgen weitere Zahlen: Nutzer einer RTL-App sahen zu 54 Prozent Merkel vorn. Bei Twitter enthielten 57 Prozent der Tweets zum TV-Duell das Wort Merkel und nur 43 Prozent "Steinbrück", ergibt ein "erstes Stimmungsbild aus dem Netz". Bei der Forsa-Umfrage antworteten auf die Frage, wer gewonnen hat, 44 Prozent mit Merkel, 43 Prozent mit Steinbrück. Der SPD-Kandidat habe "gefühlt gewonnen", sagt Comoderatorin Ilka Eßmüller.

ZDF: Das ZDF gestattet seiner Duell-Comoderatorin Maybrit Illner eine Pause und bringt zunächst sein "heute-journal". Marietta Slomka führt im Duell-Studio in Berlin-Adlershof Experten-Interviews.

ARD: Die ARD hat bekanntlich eine Menge Talker im Aufgebot und überlässt die Analyse Günther Jauch, der wiederum an Jörg Schönenborn übergibt, den Chefredakteur des WDR Fernsehens und Umfrage-Fuchs der ARD. Der hat sogleich jede Menge Umfragematerial: Mehr Zuschauer hätten Merkel "sympathischer" und "kompetenter" gefunden, dafür mehr Steinbrück "angriffslustiger". Keine Überraschung bei der Frage, "wen die Frauen überzeugender fanden" (Merkel). Insgesamt fanden auch in Schönenborns Auswertung 44 Prozent sie und 43 Prozent den SPD-Mann "insgesamt überzeugender".

Kommentare zu " Jauch, Raab und Co: Der Talkshow-Talk zum TV-Duell"

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  • @Alfred
    Sehe ich genauso. Der oder die pathologischen AfD Hasser haben den Untergang ihrer geliebten FDP schon deutlich vor Augen.

  • Anfänglich fand ich das ganz positiv, daß jemand wie AfD bei der Euro-Thematik eine Gegen-Position einnimmt, obgleich ich nicht dieser Meinung bin.
    Wenn ich aber so mitkriege, welch Geistes Kinder aus den Löchern gekrochen kommen, dann ist das ärgerlich.
    Gerade bei einer Frage wie der Euro-Politik muss es eine DEMOKRATISCHE Alternativmeinung zur "alternativlosen" Politik der Regierung/Opposition geben. Und dies bitte ohne gleich wieder in dieses "Deutschland, Deutschland - über alles" zu verfallen. Das hat doch damit gar nix zu tun. Wir reden dann von Währungs- und Wirtschaftspolitik.

  • Antwort zu TABU: Verlogener und erbärmlicher konnte die Antwort von Merkel nicht sein bei ihrem Hinweis auf die so niedrigen Saläre einzelner Staatsdiener z.B. Polizisten, Finanzamtsläufer usw. Dann muss man diese Leute halt besser bezahlen - aber gemach, diese erwähnten Personengruppen werden allesamt besser und höher besoldet, als die Arbeitnehmer in der sogenannten freien Wirtschaft. Dazu kommen die geschenkten Pensionen, die inzwischen das 3 -fache (und weit mehr) einer durchschnittlichen Rente ausmachen. Diese Bevorzugung ist ein großes Unrecht ggü. den Rentnern: moralisch ein Verbrechen. Auch die Renten werden besteuert, obwohl große Beitragsteile von diesen Geschundenen selbst getragen werden. Warum sagten die Moderatoren nichts dazu?

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