„Jetzt wird das Ding durchgezogen“
Frau Steinbrück redet Klartext

Seine Familie will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück so weit wie möglich aus dem Wahlkampf heraushalten. Doch jetzt tritt Gertrud Steinbrück beim SPD-Konvent auf, spricht Klartext - und rührt ihren Mann zu Tränen.
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Die Ehefrau von Peer Steinbrück hat mit einer sehr persönlichen Schilderung der Wahlkampfbelastungen ihren Mann fast zu Tränen gerührt. „Es wird immer nur geguckt, wo können wir ihn erwischen“, sagte Gertrud Steinbrück am Sonntag bei ihrem ersten öffentlichen Wahlkampfauftritt in Berlin. In Richtung Medien betonte sie auf dem Parteikonvent der SPD: „Die ganzen Bonbons, die da am Hemd kleben, werden immer wieder aufgefrischt, das finde ich schwer zu ertragen.“

Sie könnten wie früher Scrabble spielen, spazieren gehen - stattdessen habe sich ihr Mann für diese Kanzlerkandidatur entschieden. „Und dann wird er nur noch verhauen, für das, was er vorher gemacht hat.“

WDR-Moderatorin Bettina Böttinger fragte daraufhin Steinbrück: „Warum tun Sie es?“ Der 66-Jährige war sichtlich bewegt, kämpfte mit den Tränen und konnte nicht antworten. Daraufhin standen die 200 Delegierten auf und dankten ihm mit langem Beifall.

Seine Frau betonte: „Ich bin preußisch erzogen: Jetzt wird das Ding auch durchgezogen“. Böttinger meinte, Medien würden es oft nicht anerkennen, dass sie es mit Menschen und Persönlichkeiten zu tun hätten.

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  • Steinbrück hatte keinen Grundauf die Tränendrüse zu drücken. Grund haben die, dienach der Agenda 2010 allmonatlich zusehen müssen wie sie über die Runde kommen sollen. Grund haben auch die Rentner, die immer mehr bzw. tiefer in die Altersarmut rutschen.

    Von allen diesen elementaren Ängst hat Steinbrück mit seiner Pension nichts zu befürchten. Ein Mann der sich mit einem Gehalt eines Sparkassendirektors nicht zufrieden gibt.

    Das war nichts. Das war eine unehrenhafte, billige Show!

  • Frau Steinbrück:
    „Es wird immer nur geguckt, wo können wir ihn erwischen“

    +++

    Ja, so ist das leider. Aber Ihr Mann ist hier nicht alleine. Damit ist JEDER Politiker und JEDE Partei konfrontiert. Schade. Ihr Gatte springt selbst „beinhart“ mit seinen Gegnern um, und teilt kräftig aus. Auch das ist ein Teil des Problems.

    Wir Bürger können uns heute viel besser als früher informieren. Ich denke, dass ein Gutteil der Bürger heute mehr Sachwissen über die Eurokrise und die Energiewende hat, als die meisten Parlamentarier. Es funktioniert nicht mehr so einfach wie früher, die Menschen „hinter die Fichte zu führen“ wie Ihr Mann dass nennen würde.

    Die Argumente überzeugen uns nicht, sofern überhaupt welche genannt werden, weil es ja keine Alternativen geben soll. Ausführliche Argumentationsketten, Lösungsvorschläge z. B. in der Eurokrise, die leider wie ein Damoklesschwert über uns hängt, kenne ich von keiner der etablierten Parteien. Und warum wir in Deutschland Steuererhöhungen brauchen, bei Rekordsteuereinnahmen ist bei vielen auch nicht nachvollziehbar. Aus Solidarität für die Euro-Schuldenländer und für die Südeuropäischen Banken? Die Frage was wir uns an Solidarität in D leisten können, ohne die nächsten Generationen massiv zu gefährden, hätte ich gerne von den verschiedenen Parteien beantwortet bekommen.

    Zur Rettungsorgie hat Herr Wulff in seiner Lindauer Rede gesagt: „Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?“ und „Wir Deutsche sollten nicht zulassen, dass ein geschöntes Bild der Kräfte des geforderten Retters gezeichnet wird, auch wenn es unsere eigene Eitelkeit pflegen mag. Auch wir haben mit der demografischen Entwicklung und der Energiewende manches zu schultern - zusätzlich zu schultern. Auch das gehört zur Wahrheit dazu.“

    Bezüglich Steuererhöhungen und Sparen wäre es hilfreich, die Ausarbeitungen/Kritiken der Rechnungshöfe ernst zu nehmen und umzusetzen.

  • Das ist das gleiche Schmierentheater wie bei den Ami's, Da stellen sich die Ehefrauen vor den Wahlen auch hin und loben die Kandidaten was sie doch für gute Ehemänner, Väter und Großväter sind. Aber, auch wenn dem so ist, ist noch lange nicht gesagt das es auch gute Präsidenten/Kanzler sind/werden, das würde auch auf den Sozen Steinbrück zutreffen.

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