Kampf im Büro
Wer hat Angst vor der Frauenquote?

Wenig spaltet die Nation so sehr wie das Thema Frauenquote. Die CDU verschiebt das Thema in die Zukunft, die SPD ist dafür. Die Wahl im September wird auch eine Weichenstellung für die Zukunft der Vorstandsetagen.
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Düsseldorf „Unrealistisch“, sagt Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth. „Unzulässiger Eingriff in das Eigentumsrecht der Aktionäre und Unternehmen“, wettert Fresenius-Chef Ulf Schneider. „Falsch“, findet DIHK-Chef Eric Schweitzer. Und Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen schmunzelt, wenn auf der Hauptversammlung nur wenige klatschen, wenn er das Ziel erwähnt, mehr Frauen in Führungsposten zu bringen.

Wenn es um die Frauenquote geht, hat jeder eine Meinung, wenn auch nicht so eindeutig wie die vier Herren. Die Wirtschaft ist mehrheitlich gegen die Quote und versucht sich mit Selbstverpflichtungen vor ihr zu schützen. Mit mäßigem Erfolg, auch weil das Thema die Parteien innerlich zerreißt.

In der CDU etwa sind die einen pro, die anderen contra Quote. Geeinigt haben sich die die Christdemokraten bislang auf die Einführung einer 30-Prozent-Quote in Aufsichtsräten ab dem Jahr 2020. Frühestens 2014 soll zunächst die „Flexiquote“ von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder gesetzlich verankert werden – eine Selbstverpflichtung der Unternehmen zu einem individuell gesetzten Frauenanteil in Führungspositionen. Der Koalitionspartner FDP lehnt jede Quote ab.

Die SPD ist für eine wesentlich weitreichendere Quote als die CDU. Aber auch hier zeigt sich Zerrissenheit – mitunter sogar innerhalb einer Person. So war SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vor einigen Jahren noch strikt gegen die Quote – heute fordert er sie, damit endlich mehr Frauen in die Vorstände einziehen. „Vor einigen Jahren habe ich es für möglich gehalten, dass die Wirtschaft dies freiwillig bewerkstelligt. Inzwischen stelle ich fest: Sie tut es nicht“, begründete er in einem Interview mit der Tageszeitung „taz“ seinen Sinneswandel. Steinbrück setzt sich für eine gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent ein: „in Vorständen und Aufsichtsräten.“ Auch die Grünen sind dafür.

Aktuelle Zahlen belegen die Einschätzung von Steinbrück. Laut einer Studie der Managerinnen-Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) sind auch im Jahr 2013 noch fast 90 Prozent aller Vorstands- und Aufsichtsratsposten bei allen börsennotierten Unternehmen in Deutschland mit Männern besetzt. Der Anteil der Frauen liegt bei 11,1 Prozent. Auch die vergangenen Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers sind ernüchternd. In den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands, die im Deutschen Aktienindex Dax gelistet sind, sind nur 21,7 Prozent der Mitglieder weiblich – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von gerade einmal 3,7 Prozentpunkten. Und die meisten weiblichen Mitglieder entsenden die Arbeitnehmer.

Einen Grund für die geringe Quote hat etwa Hans-Joachim Körber, Aufsichtsratschef von Air Berlin und Ex-Chef des Handelskonzerns Metro, ausgemacht. Es gebe nicht genügend qualifizierte Kandidatinnen: „Ich würde mir auch ein größeres Reservoir von Top-Frauen wünschen.“

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„Soll ich Männer zwangsweise in Rente schicken?“

Kommentare zu " Kampf im Büro: Wer hat Angst vor der Frauenquote?"

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  • Dann ziehe doch nach China!!

  • Frauenquote :

    Von mir aus zu 100% Frauen in gewissen Positionen, aber nur nach Qualifikation,Eignung ..., nicht nach Quote !

    Wer würde an einer Frauenquote profitieren ?

    60 - 70 Frauen in D !

    Würde man sich politisch so für Frauen in Prekären Arbeitsverhältnissen einsetzten, das wär mal was !

  • Zitat : Wer hat Angst vor der Frauenquote?

    - würde Frauenquote nur in Verbindung mit Kinderquote akzeptieren......ab 5 Kinder ( Bereicherung für unser Land ) wäre eine Frauenquote tragbar !

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