Koalitionsoptionen
AfD-Chef Lucke flirtet mit der CDU

AfD-Chef Lucke bringt sich als Koalitionspartner für die Union ins Spiel, sofern sie ihre Euro-Politik ändert. Die Opposition verlangt nun eine klare Distanzierung Merkels von einer möglichen "Bahamas"-Koalition.
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BerlinDer Vorsitzende der neuen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hält eine Zusammenarbeit mit der Union trotz der momentan noch gegensätzlichen Positionen bei der Euro-Rettung für möglich. Im ARD-„Morgenmagazin“ bekräftigte er am Mittwoch erneut, dass die AfD grundsätzlich bereit sei, mit jeder demokratischen Partei zusammenzuarbeiten, wenn sie sich grundlegend von der Euro-Rettungspolitik abwende. Dies lehnt die CDU/CSU zwar ab, Lucke meinte jedoch: „Also ich denke, die CDU ist nicht unbedingt die Partei, bei der man sagen kann, dass die Wahlversprechen sonderlich verlässlich sind.“

Man müsse abwarten, was die Union nach der Wahl sage, ergänzte Lucke. „Ich habe ja 2009 auch nicht geglaubt, dass die CDU die Wehrpflicht abschaffen wird, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat. Oder dass sie die Laufzeiten der Kernkraftwerke verkürzen würde, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat. Oder dass sie einen Mindestlohn einführen wird, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat.“

Der AfD wird von Meinungsforschern eine Chance eingeräumt, bei der Bundestagswahl am 22. September die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage liegt sie bei drei Prozent. Forsa-Chef Güllner sagte dem "Stern", es sei schwer einzuschätzen, ob die AfD den Sprung ins Parlament schafft - "auch weil viele ihrer Anhänger jegliche Auskunft verweigern". AfD-Chef Lucke hat mehrfach betont, dass er sich eine Zusammenarbeit mit der Union vorstellen könne.

"Diese Frage stellt sich nicht", hatte Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel auf die Frage nach einem Bündnis mit der AfD in einem Interview erklärt. In der Unions-Fraktionsführung hieß es am Mittwoch: "Eine Zusammenarbeit mit der AfD ist völlig ausgeschlossen." CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder sagte dem "Darmstädter Echo": "Eine Gruppierung, die in ihrem Programm stehen hat, dass sie nicht ausschließt, zur D-Mark zurückzukehren, macht unverantwortliche Politik. Das würde Deutschland und seinen Bürgern schwer schaden. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen."

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  • Die AfD ist schon eine putzige Truppe. Gestern, vor dem Flug von Berlin nach Düsseldorf, war die FAZ ausgelegt. In einem Artikel über die AfD ging es um deren Vorstellung von Außenpolitik. Sie (die AfD) orientiere sich an Bismarck, hieß es dort. Frankreich als Bündnispartner innerhalb Europas hätte ausgedient und jetzt würde man sich auf die Zusammenarbeit mit Russland konzentrieren. Aber Polen solle sich keine Sorgen machen, dass es wieder aufgeteilt wird.

    Ach so: Der europäische Währungsverbund soll auch noch aufgelöst werden; geordnet versteht sich.

    Ich habe (innerlich) schallend gelacht. Was für eine Spinnerei. Erzbischof Zollitsch hat wirklich recht. Die AfD wird nicht durch Politiker sondern nur Nostalgiker repräsentiert.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/aussenpolitisches-konzept-afd-nimmt-sich-bismarck-zum-vorbild-12569281.html

  • @ Redaktion
    Der Kommentarbereich ist mittlerweile nicht mehr lesbar. Eine echte Zumutung.

  • ^^Ach ja die Quelle:
    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/berichte-und-interviews/AfD-Chef-Lucke-Wir-kurieren-am-Symptom-100.html

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