Koalitionsoptionen AfD-Chef Lucke flirtet mit der CDU

AfD-Chef Lucke bringt sich als Koalitionspartner für die Union ins Spiel, sofern sie ihre Euro-Politik ändert. Die Opposition verlangt nun eine klare Distanzierung Merkels von einer möglichen "Bahamas"-Koalition.
Update: 11.09.2013 - 15:07 Uhr 69 Kommentare
Merkel distanziert sich, Lucke umarmt sie: Der AfD-Chef möchte im Koalitionspoker mitspielen. Quelle: dpa

Merkel distanziert sich, Lucke umarmt sie: Der AfD-Chef möchte im Koalitionspoker mitspielen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Vorsitzende der neuen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hält eine Zusammenarbeit mit der Union trotz der momentan noch gegensätzlichen Positionen bei der Euro-Rettung für möglich. Im ARD-„Morgenmagazin“ bekräftigte er am Mittwoch erneut, dass die AfD grundsätzlich bereit sei, mit jeder demokratischen Partei zusammenzuarbeiten, wenn sie sich grundlegend von der Euro-Rettungspolitik abwende. Dies lehnt die CDU/CSU zwar ab, Lucke meinte jedoch: „Also ich denke, die CDU ist nicht unbedingt die Partei, bei der man sagen kann, dass die Wahlversprechen sonderlich verlässlich sind.“

Man müsse abwarten, was die Union nach der Wahl sage, ergänzte Lucke. „Ich habe ja 2009 auch nicht geglaubt, dass die CDU die Wehrpflicht abschaffen wird, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat. Oder dass sie die Laufzeiten der Kernkraftwerke verkürzen würde, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat. Oder dass sie einen Mindestlohn einführen wird, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat.“

Der AfD wird von Meinungsforschern eine Chance eingeräumt, bei der Bundestagswahl am 22. September die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage liegt sie bei drei Prozent. Forsa-Chef Güllner sagte dem "Stern", es sei schwer einzuschätzen, ob die AfD den Sprung ins Parlament schafft - "auch weil viele ihrer Anhänger jegliche Auskunft verweigern". AfD-Chef Lucke hat mehrfach betont, dass er sich eine Zusammenarbeit mit der Union vorstellen könne.

"Diese Frage stellt sich nicht", hatte Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel auf die Frage nach einem Bündnis mit der AfD in einem Interview erklärt. In der Unions-Fraktionsführung hieß es am Mittwoch: "Eine Zusammenarbeit mit der AfD ist völlig ausgeschlossen." CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder sagte dem "Darmstädter Echo": "Eine Gruppierung, die in ihrem Programm stehen hat, dass sie nicht ausschließt, zur D-Mark zurückzukehren, macht unverantwortliche Politik. Das würde Deutschland und seinen Bürgern schwer schaden. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen."

„Wer Lucke wählt, landet mit Merkel auf den Bahamas“
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69 Kommentare zu "Koalitionsoptionen: AfD-Chef Lucke flirtet mit der CDU"

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  • Die AfD ist schon eine putzige Truppe. Gestern, vor dem Flug von Berlin nach Düsseldorf, war die FAZ ausgelegt. In einem Artikel über die AfD ging es um deren Vorstellung von Außenpolitik. Sie (die AfD) orientiere sich an Bismarck, hieß es dort. Frankreich als Bündnispartner innerhalb Europas hätte ausgedient und jetzt würde man sich auf die Zusammenarbeit mit Russland konzentrieren. Aber Polen solle sich keine Sorgen machen, dass es wieder aufgeteilt wird.

    Ach so: Der europäische Währungsverbund soll auch noch aufgelöst werden; geordnet versteht sich.

    Ich habe (innerlich) schallend gelacht. Was für eine Spinnerei. Erzbischof Zollitsch hat wirklich recht. Die AfD wird nicht durch Politiker sondern nur Nostalgiker repräsentiert.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/aussenpolitisches-konzept-afd-nimmt-sich-bismarck-zum-vorbild-12569281.html

  • @ Redaktion
    Der Kommentarbereich ist mittlerweile nicht mehr lesbar. Eine echte Zumutung.

  • ^^Ach ja die Quelle:
    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/berichte-und-interviews/AfD-Chef-Lucke-Wir-kurieren-am-Symptom-100.html

  • Lucke hat am Ende des Interviews gesagt:

    [...]vergleichen Sie einfach mal das Bulgarien und Rumänien, die den Euro nicht haben wachsen, während Griechenland seit drei Jahren geschrumpft ist und zwar um 20% [...]

    War wohl als Denkanstoß für Leute gedacht die noch selbst denken (können). Bei in Währungsfragen ungebildeten Leuten die lediglich das Blockparteiengelaber unreflektiert übernehmen kommt das natürlich nicht gut an.

  • Die AfD ist eine absolut seriöse Partei besorgter Bürger und kompetenter Wissenschaftler. Mit Rechtsradikalen haben sie überhaupt nichts zu tun, auch wenn sich vielleicht auch der ein oder andere Spinner dorthin verirrt hat. Aber Spinner gibt es in anderen Parteien auch, in einigen sitzen sie sogar im Präsidium. Die AfD gehört mit Sicherheit nicht dazu. Knapp ein halbes Jahr nach ihrer Gründung mitten in den Wahlkampf hinein haben sie natürlich noch kein komplettes Parteiprogramm. Aber was sie wollen, ist überwiegend vernünftig, und die Leute sind hochgradig kompetent und seriös. Wir sollten froh sein, dass es eine solche Partei jetzt gibt. Ich wähle sie auf jeden Fall. Bin übrigens kein Mitglied und bekomme auch kein Geld für diesen Kommentar, kenne aber viele der handelnden Personen - nicht nur in der AfD - persönlich. Es ist kein Zufall, dass zahllose frühere CDU- und FDP-Anhänger jetzt Plakate für die AfD kleben. Wer seine eigenen Werte verrät, darf sich nicht wundern, dass sich gerade die treuesten und anständigsten seiner Mitglieder abwenden. Die Demoskopen werden am 22. September ihr "Blaues Wunder" erleben....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @ Ralph

    Auf meinem Wahlzettel war nur bei den Zweitstimmen die AfD gekennzeichnet. Oder habe ich da etwas übersehen? Wer kann dazu etwas sagen? Danke!!!

  • @ Euro-Payer.

    Sehe ich auch so. Weiterretten in dieser Form ist viel zu gefährlich. Um sozialverträglich Politik für alle zu machen, muß man erst etwas erwirtschaften, das eigene Volk leben lassen. Lucke will m. W. auch nicht per se raus aus dem Euro. Nur wenn weiterhin Maastricht gebrochen und Rettungsschirme aufgespannt werden, ist die DM eine mögliche Option. Wenn die anderen nicht gehen dürfen, müssen wir das notabene tun.
    Es muß mehr aufgeklärt werden!!! Auch konstruktive Kommentare tragen dazu bei.

  • Die AfD will für das Eurogebiet Korrekturen – ökonomisch notwendig. Unverantwortlich ist hingegen die "Eurorettungspolitik", weil sie die Staatsfinanzen an die Wand fährt. Die Milliardenrechnungen werden nach der Wahl präsentiert.
    Die finanziellen Bürden der Eurorettung verstoßen gegen geltendes Recht. Artikel 125 Abs. 1 des Vertrags zum Euro (AEUV) enthält das sog. „Bail-out Verbot“: Jeder Staat bleibt für seine Finanzen allein verantwortlich. Es ist verboten (!), ihm bei einer Überschuldung und einer Zahlungsunfähigkeit finanziell unter die Arme zu greifen. Die Parteien haben sich darüber einfach hinweggesetzt, um Banken zu helfen. Das Wort „Griechenlandhilfe“ ist eine Volksverdummung. Der Arbeiter, der am Fließband für Daimler malocht, zahlt Steuern, damit reiche Anleger, die sich mit griechischen Staatsanleihen verzockt haben, weniger Geld verlieren!
    Was noch viel schlimmer wiegt: Wir nehmen dem griechischen Volk seine Souveränität und schreiben ihm vor, was es zu tun und was es zu unterlassen hat. Wir Deutschen werden zurzeit in Griechenland als die Gerichtsvollzieher der Banken gesehen und ziehen den Hass großer Teile der Bevölkerung auf uns - obwohl wir dort Milliarden an Steuergeldern verbrennen. Das für Griechenland verordnete Sparprogramm führt zu einem Niedergang.
    Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus? Hier hat die AfD vernünftige Antworten: Griechenland verlässt die Eurozone, kehrt zu einer Weichwährung, ggf. zur Drachme, zurück, und im Rahmen eines geordneten, staatlichen Konkurses verfallen - weit über den bisherigen „Schuldenschnitt“ hinaus - die ausländischen Schulden. Durch die mit dem Austritt aus dem Euro verbundene Abwertung seiner Währung bekommt die griechische Volkswirtschaft wieder eine Perspektive.
    Euro und Europa sind zweierlei! Geld ist ein Tauschmittel, dem wir keine mystische Aura zumessen dürfen! Diese den Völkern ihre Autonomie raubende "Eurorettung" entpuppt sich zunehmend als eine schwere Belastung für Europa.
    Johannes Lambert

  • Die AfD wird in den Bundestag locker einziehen, keine Frage. Danach wird über alles offen gesprochen im Bundestag, dann wird nichts mehr verheimlicht oder schöngeredet.

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