Kritik von Ex-Ministerpräsident

Merkels Energiewende CDU-intern unter Beschuss

Kanzlerin Angela Merkel gerät wegen ihrer Energiepolitik in den eigenen Reihen unter Beschuss. Auch in der Wirtschaft mehren sich kritische Stimmen. Zahlreiche Manager bewerten die Politik der Regierung als katastrophal.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Zunehmend Kritik an der schwarz-gelben Energiepolitik. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Zunehmend Kritik an der schwarz-gelben Energiepolitik.

(Foto: dpa)

BerlinDer frühere Ministerpräsident von  Baden-Württemberg, Erwin Teufel, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) vorgeworfen, bei der Umsetzung der Energiewende schwere Fehler gemacht zu haben. Merkel habe nach der Katastrophe von Fukushima ein Moratorium von drei Monaten gewollt, um in dieser Zeit alle Kernkraftwerke nach den neuen Erfahrungen überprüfen zu lassen. Das habe er für „vernünftig“ gehalten. „Aber sie hat ein paar Tage später ein halbes Dutzend Kernkraftwerke einfach abschalten lassen“, sagte Teufel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Was sollte da ein Moratorium, was sollte dann eine Überprüfung?“ Und dies alles ein halbes Jahr nach der Entscheidung, die Laufzeiten von Kernkraftwerken zu verlängern. „Da ist eine Glaubwürdigkeitslücke entstanden, die nicht leicht zu schließen ist, vor allem bei Leuten, die denken können“, sagte CDU-Politiker.

Die Kritik Teufels kommt für Merkel wenige Wochen vor der Bundestagswahl zur Unzeit, zumal der frühere Stuttgarter Regierungschef mit seiner Schelte nicht alleine ist. Auch deutsche Führungskräfte aus der Energiewirtschaft stellen der Energiepolitik der Bundesregierung ein miserables Zeugnis aus.

67 Prozent bewerten sie als schlecht oder gar katastrophal. Nur 4 Prozent geben eine klar positive Bewertung ab, wie aus einer Umfrage der Personalberatung LAB & Company (2. LAB Managerpanel Energie) in Zusammenarbeit mit der „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ (ZfK) hervorgeht. An Befragung haben sich 517 Energiemanager von Energiekonzernen, Stadtwerken, Unternehmensberatern sowie aus anderen Bereichen der Energiewirtschaft beteiligt. „Wir haben mit deutlicher Kritik gerechnet. Aber eine derartige Klatsche hat uns doch überrascht“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter von LAB, Klaus Aden.

Als besonders kritisch sehen die Befragten, dass die Regierung kein „schlüssiges Gesamtkonzept“ habe. „Die Bundesregierung kennt weder die komplexen Zusammenhänge der Energiewirtschaft noch macht sie den Eindruck, mit neuen Ideen einen klaren Rahmen für die Zukunft zu setzen“, zitiert die ZfK einen Panel-Teilnehmer.

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13 Kommentare zu "Kritik von Ex-Ministerpräsident: Merkels Energiewende CDU-intern unter Beschuss"

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  • Eine Physikerin müsste sogar wissen, dass man aus einem Erdbeben der Stärke 9 und einem Tsunami in Japan nicht ableiten kann, dass dasselbe morgen am Rhein oder der Isar passieren kann. Aber genau diesen Schluss muss sie doch gezogen haben bei ihrer Kehrtwende über Nacht, ein Niveau noch unter einem schlechten Bastler! Und die Entscheidungsträger in der Energiewirtschaft waren auch zu blöd, ihr sofort zu widersprechen und mindestens eine öffentliche Duskussion unter Fachleuten zu fordern!

  • Es gibt Personen in der derzeitigen deutschen Politik, die haben als erste seit 1870 internationale rechtskräftige Verträge zu Lasten des deutschen Steuerzahlers gebrochen (Maastricht/Lissabon, Art.125 EU). Dazu gehören alle, die dem ESM, der Hilfe für Griechenland, Spanien, Portugal und Zypern zugestimmt haben.
    Spätestens beim Blick auf das Wahlplakat der CDU von 1999 komme ich zu dem Schluss: das war Verrat am Steuerzahler!
    http://www.theintelligence.de/images/stories/bilder/cdu_wahlplakat_1999.jpg

  • Da können wir ja froh sein, wenn nicht irgendwo auf der Welt eine Chemiefabrik explodiert oder ein Flugzeug abstürzt.
    Dann nach der Fukushima-Logik müßte man dann sofort alle Chemieparks in Deutschland schließen, sowie auch alle Flugzeuge und Flughäfen stilllegen ...

  • Klar und Fukushima ist nie passiert.

    Es kann laut ernstzunehmenden Experten ca. 100 Jahre dauern bis das Problem im Griff ist. In der Zwischenzeit geht die ganze Gülle in's Meer - und nicht zuwenig.

    Da ja schon eine Ratte im Stande ist, die ganze Anlage lahmzulegen, ist das Einfrierprojekt auch nur ein Feigenblatt für den Rest der Welt.

  • Womöglich hatte eine sozialistisch gedeutete "Physik" mit den Naturgesetzen nur teilweise zu tun ...
    Schön dass sich mittlerweile einige trauen die offensichtliche Katastrophe der Energiewende auch als solche zu benennen. Besser spät als nie. War doch die bisherige Haltung in der Industrie häufig: "Schimpfen ja, aber nur hinter verschlossener Tür."
    Was das Vertrauen angeht, die CDU möge den weit überfälligen Schritt gehen dass EEG endlich in die Tonne zu geben: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

    Am 22.09.: AfD wählen !

  • "Na ENDLICH traut sich mal ein CDUler Klartext..."

    Richtig!
    Vielleicht weil die Leute um sie herum ENDLICH merken und sich sagen trauen, was viele Menschen im Land schon längst kapiert haben.
    Obwohl in Fujikoma (am anderen Ende der Welt!) alles Mögliche stattfand, aber KEINE Atomkatastrophe im Klassischen Sinne, wurde daraufhin hektisch, apathisch, hysterisch und ohne Not der Ausstieg durchgezogen.
    BaWü hat man trotzdem verloren, dumm gelaufen...!

  • Zitat : Merkels Energiewende CDU-intern unter Beschuss

    - einer studierten Physikerin müßte doch der gesunde Menschenverstand zu erkennen geben, dass die Erneuerbaren Energien, Sonne und Wind, nicht dauerhaft zur Verfügung stehen.
    und das man zur Überbrückung der Stillstandszeiten ( Sonne scheint nicht, Wind weht nicht ) auch fernsehen und kaffeekochen will..?!

    und zu diesen Zwecken parallel als RESERVE die konventionelle Energieversorgung aufrecht erhalten muss...?

    Wenn sie diese simplen Tatsachen erkannt hätte, hätte sie doch sehr schnell gecheckt, dass wir mit den Erneuerbaren Energien eine DOPPELTE ENERGIEVERSORGUNG aufbauen...?

    Und diese kosten nicht so viel wie eine Kugel Eis ( Trittin, der Volksverblöderer Nummer 1 in diesem Lande ), sondern BILLIONEN € !

    Dieses Uckermarkmütterchen ist die größte Volksvermögen ( Steuergelder ) - Vernichterin der Neuzeit ! Und die Abzocke erfolgt beim Verbraucher, beim kleinen Mann !

    Sie hat nicht nur ihre Partei und die Politiker eingelullt, sondern auch die Wirtschaft !

    Und diese maßlos unverschämte Kreatur will wieder Kanzlerin werden ?

    Und Großkonzerne wie Siemens und Bosch haben in diesem perfiden Spiel voll mitgespielt !

    #Hier kann nur noch das Volk sein Votum abgeben : A B W A H L des Gesindels am 22.09. !

    Alternativ wählen !

  • Der Erfolg der Energiewende hat nichts mit fehlenden Stromtrassen zu tun. Neue Stromtrassen lindern nur die Effekte einer hirnrissigen Idee.Die Altenativen haben ein immanentes Problem, sie erzeugen nur Energie wenn Wind oder (und) Sonne da sind. Das bedeutet wir benötigen immer 100% konventionelle Backup Energie. Seit Abschaltung der AKW, eine Dummheit von Schwarz, Gelb, Rot, Grün, wie die Einführung des Euros wurde noch kein einziges Pumpspeicherkraftwerk in Planung genommen.
    Alternativenergien funktionieren nur dann wenn sie auch nach markwirtschaftlichen Grundsätzen, Angebot und Nachfrage arbeiten müssen und ohne Subventionen auskommen. Dann wären sie sogar ein Plus, wie sie jetzt gemerkelt, gerötelt und gegrünelt und FDP unterstützt sind, sind sie eine ökonomische und ökologische Katastrophe. Um noch Schlimmeres zu verhindern muß da EEG sofort gestoppt warden anderfalls werden wir die schlimmste Deindustrialisierung Deutschlands seit Versailles sehen. Ein Superministerium ist nur noch ein neuer Freßtrog für unfähige Politgängster.

  • Na endlich gibt mal ein CDU-politiker zu, dass diese großartige Energiewende konzeptionslos ist. Keine Strategie, kein Masterplan, es wird schon gehen, der Verbraucher darfs zahlen. Vielleicht reift ja dann in der nächsten Legislaturperiode noch die Erkenntnis, dass es vielleicht doch nicht so sinnvoll war, so viele Milliarden in einen Kraftwerkspark zu stecken, der nicht grundlastfähig ist.

  • Ehrenwert, dass sich endlich aus dem Establishment mal jemand wagt, Merkel wegen ihrer zerstörerischen Energiepolitik zu kritisieren.

    Aber was die Wahl in gut zwei Wochen betrifft, gilt für mich Friedrich von Schiller: "Zu spät, du rettest den Freund nicht mehr."

    Es wäre aus rein parteipolitischer Sicht für die CDU das Beste, wenn sie bei der Wahl zu Gunsten der AfD so viele Stimmen verlieren würde, dass sich endlich mal die kleinen Restbestände von Vernünftigen, die es in der CDU nach wie vor gibt, zusammentun und ihre Vorsitzende, die die CDU zu einer SDP 2.0 gemacht hat, in die Wüste schicken. Nur dann kann die CDU zu alter Stärke zurückfinden.

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