Lob für CDU-Distanzierung
Hessen-FDP traut AfD Rolle nur im Bund zu

In Hessen wird die AfD wohl keine Rolle spielen. Landes-CDU-Chef Bouffier schließt eine Zusammenarbeit mit den Euro-Gegnern aus, die FDP reagiert erleichtert – auch weil sie die Partei eher in Berlin verortet.
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BerlinDer Vorsitzende der hessischen FDP, Jörg-Uwe Hahn, geht davon aus, dass die Alternative in Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in seinem Bundesland am Sonntag keine Rolle spielen wird. Hahn verortet die AfD allenfalls auf Bundesebene. „Die AfD bedient ausschließlich Bundesthemen und wird deshalb in Hessen keine Rolle spielen“, sagte Hahn Handelsblatt Online.

Zugleich begrüßte Hahn, dass Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nach Verwirrung um seine Aussagen über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Euro-kritischen Partei eine Koalition mit ihr definitiv ausgeschlossen hat. Bouffier habe sich „klar zum Verhältnis der CDU zur AfD geäußert“, sagte Hahn, der im Wiesbadener Kabinett als Justizminister zugleich der Stellvertreter Bouffiers ist.

Zudem habe Bouffier „sein Ehrenwort gegeben, dass er die Koalition nur mit der FDP fortsetzen will. Das sind klare Ansagen vor der Wahl“. Darauf hätten die Bürger einen Anspruch und darauf könnten sie sich verlassen. Auch die FDP habe sich „klar und deutlich mit einem einstimmigen Parteitagsbeschluss zu einem Bündnis mit der CDU bekannt“.
In Hessen wird am Sonntag parallel zur Bundestagswahl ein neuer Landtag gewählt. Bouffier hatte ein mögliches Bündnis mit FDP und der AfD erst nicht ausgeschlossen, am Donnerstag erklärte er nun im ZDF-„Morgenmagazin“: „Es gibt keine Koalition mit der AfD“ und gab dazu sein „uneingeschränktes Ehrenwort“.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel nimmt Bouffier sein Versprechen nicht ab. „In der CDU wird immer offener mit der AfD geliebäugelt“, sagte Gabriel. „Hessens Ministerpräsident Bouffier hat sich gestern sogar mit einem Koalitionsangebot an die AfD verplappert und damit gezeigt, dass selbst er nicht mehr an Schwarz-Gelb in Hessen glaubt.“ Sein nachgeschobenes Dementi sei völlig unglaubwürdig. Ähnlich hatte sich auch SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann geäußert.

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  • Die zittern schön in Berlin vor der AfD, deshalb werden die Angriffe unter der Gürtellinie immer schärfer gegen eine liberal-konservative Alternative im Bundestag.

    Meine Stimme hat die AfD und wie siehts bei ihnen aus ?

  • Ja klar im Bund wird die AfD mit 15% stark vertreten sein!

  • PS: eine sauber arbeitende Moderation/Redaktion zieht hier nicht den "Werbeflächenvorwand" und löscht das Ganze (und nicht etwa nur die "Werbeflächen"), sondern recherchiert, ob an diesen Vorwürfen etwas dran ist.

    Unter anderem kann das HB ja auch mal beim Wahlleiter anrufen und nachfragen, wie er eine saubere Wahl sicherstellt.

    Daraus könnte dann sogar ein Handelblatt-Artikel werden!
    Und zwar einer, der mal wirkliche journalistische Arbeit zeigt, anstelle Agenturmeldungen kopieren.

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