Machtoptionen der Opposition
„Es wird Gespräche über Rot-Rot-Grün geben“

Die SPD-Spitze lehnt ein Bündnis unter Einbeziehung der Linkspartei nach der Bundestagswahl strikt ab. Der linke Parteiflügel hält diese Vorfestlegung für falsch und liefert damit eine Steilvorlage für die Linke.
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BerlinDer Vize-Parteichef der Linkspartei, Axel Troost, hat die offene Sympathiebekundung des linken SPD-Flügels für eine Koalition mit seiner Partei auf Bundesebene begrüßt. „Wenn es eine Mehrheit diesseits der Union gibt, dann wird es Gespräche über Rot-Rot-Grün geben. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden ernsthaft verhandeln“, sagte Troost Handelsblatt Online. „Mindestlohn, Mindestrente, höhere Reichensteuern, Entlastung der arbeitenden Mitte, das wollen wir, und da sind wir absolut verlässlich.“

Die Sprecherin des linken SPD-Flügels, Hilde Mattheis, hatte zuvor kritisiert, dass ihre Partei eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene von vornherein ausschließt und eine größere Offenheit angemahnt. "Wir werden das in unserer Partei auch diskutieren vor dem Ergebnis am 22. September", sagte die Abgeordnete am Donnerstag auf SWR2. Damit widersprach sie SPD-Chef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, die ein Bündnis unter Einbeziehung der Linkspartei nach der Bundestagswahl im September ausschließen.

Mattheis warnte ihre Partei vor einer Neuauflage der Großen Koalition mit der Union. Dies sei eine Option, die "in unserer Partei als die gilt, die man am wenigsten möchte", sagte sie. Eine solche Koalition würde der SPD nicht gut tun und dazu führen, dass viele Parteimitglieder "sich weiter distanzieren würden".

Troost wies darauf hin, dass die SPD ohne die Linke keinen Kanzler stellen werde. Es sei daher gut, dass jetzt endlich Bewegung in die Debatte komme. „Die Abgrenzung ist fahrlässig und kurzsichtig. Da ist aber auch viel Wahlkampfgetöse dabei“, sagte der Linksparteivize. „Wenn die Kameras aus sind, hört man von SPD und Grünen ganz andere Dinge.“ Was SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin jetzt für sich ausschlössen, sei „irrelevant“.

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Auch Gysi liebäugelt mit einem Linksbündnis

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  • Es ist unglaublich interessant mitanzusehen, wie sehr sich die SPD gegen linke Politik wehrt. Das Ausschließen der Linken ist so ziemlich das dümmste was die SPD vor der Wahl machen konnte. Wenn man hinterher nicht zusammenkommt, dann ist das halt schlecht gelaufen. Aber von vornherein den Leuten durch die Blume zu sagen "Wir streiten für eine große Koalition" bekommt der SPD nicht gut. Und solange sie das nicht begreift, solange wird sie keinen Kanzler mehr stellen!

  • Diese Koaltion? Tja, dann ist Deutschland ganz schnell ganz am Ende und wir werden auch noch weitere Zuwaderung kriegen in jeder Menge. Aber nur in die Sozialsysteme
    SPD und Linke ginge ja noch. Schlimmer finde ich die Grünen.
    Warum wird eigentlich von der gesamten Presse deren Pädophilen-Sache so vershwiegen?
    Deutschland schafft sich ab wid dann tatsächlich Wirklichkeit

  • Das wäre der Untergang der traditionellen SPD, die ja schon durch die Sozialverräterschaft um 30 % geschwächt wurde.

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