Nur drei Stimmen Vorsprung

Wahlkreis in Essen wird neu ausgezählt

Die Bundestagswahl ist doch noch nicht abgeschlossen: Der Essener Wahlkreis 120 muss neu ausgezählt werden. Der CDU-Kandidat hatte mit nur drei Stimmen Vorsprung gewonnen – doch dann traten Ungereimtheiten auf.
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Petra Hinz (SPD) hat wieder Chancen auf das Direktmandat. Quelle: picture alliance / dpaSven Hoppe/dpa

Petra Hinz (SPD) hat wieder Chancen auf das Direktmandat.

(Foto: picture alliance / dpaSven Hoppe/dpa)

EssenDie Stimmen im Bundestagswahlkreis mit dem knappsten Ergebnis, dem Essener Wahlkreis 120, werden neu ausgezählt. Das entschied der Kreiswahlausschuss am Freitag nach heftiger Diskussion einstimmig. Der CDU-Kandidat Matthias Hauer hatte das Direktmandat mit nur drei Stimmen Vorsprung vor seiner SPD-Kontrahentin Petra Hinz gewonnen. Bei der Prüfung der Protokolle der Auszählung waren aber in 23 Bezirken Unstimmigkeiten aufgetaucht. Nachzählungen ergaben 31 Stimmen Vorsprung der SPD-Kandidatin.

Nach Angaben des Bundeswahlleiters in Wiesbaden ändert sich durch einen möglichen Sieg von Hinz nichts an der Sitzverteilung zwischen CDU und SPD im Bundestag. Die nordrhein-westfälische CDU darf nach ihrem Zweitstimmenanteil weiter 63 Abgeordnete nach Berlin entsenden, die SPD 52. Die Veränderung wird innerhalb jeder Partei zwischen Direktmandaten und Landeslistensitzen verrechnet.

In seiner Funktion als Kreiswahlleiter schlug Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) vor, die mehr als 150.000 Stimmen im Wahlkreis neu auszuzählen. Nur so könne ein gesichertes Ergebnis festgestellt werden. Am Wochenende werden 320 städtische Mitarbeiter im Schichtdienst dies tun.

Hinz und Hauer bleiben unabhängig vom Ausgang der Neuauszählung im Bundestag. Beide haben sichere Plätze auf den Landeslisten von SPD und CDU. In Essen hatte es am Sonntag auch Probleme mit einem Wahllokal gegeben, das eine halbe Stunde zu spät geöffnet hatte. Juristen des Bundeswahlleiters prüfen, ob und welche Auswirkungen dies gehabt habe. Wie lange die Prüfung dauert, konnte eine Sprecherin nicht sagen.


  • dpa
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16 Kommentare zu "Nur drei Stimmen Vorsprung: Wahlkreis in Essen wird neu ausgezählt"

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  • Sehe ich ähnlich - Deutschland steht im Risiko eine Diktatur 3.0 zu entwickeln. Neuwahlen-Petition hier: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-fordern-neuwahlen-fuer-bundestagswahlen-2013

  • Neuwahlen-Petition hier: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-fordern-neuwahlen-fuer-bundestagswahlen-2013

  • Neuwahlen-Petition hier: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-fordern-neuwahlen-fuer-bundestagswahlen-2013

  • Es wäre interessant, den prozentualen Anteil der fehlerhaft ausgezählten Bezirke im Wahlkreis 120 zu ermitteln. Unterstellt man, dass dieser Wahlkreis nicht besser oder schlechter ist als die anderen deutschen Wahlkreise, und rechnet man den prozentualen Anteil auf die Gesamtzahl der Wahlkreise um, so bekommt man einen Eindruck von der Dimension der Fehlern bei Auszählung bei der BT-Wahl. Eine Neuauszählung mag aufwändig sein, sie nicht durchzuführen bei einem Ergebnis, in dessen Folge ca. 15 % der abgegebenen Stimmen wegen der 5 % Hürde einfach unter den Tisch fallen, ist fahrlässig. Es öffnet Raum für Spekulationen über DDR 2.0 (analog den dortigen Wahlen 1989).

  • 'Der_ewige_Spekulant' phantasiert
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    Habe zuletzt Henryk M. Broder im SWR 3 gehört.
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    Henryk M. Broder verbreitet jüdische Propaganda.

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    'Der_ewige_Spekulant' phantasiert
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    Alleine Martin Schulz - der Präsident des EU-Parlaments - hat 13 Vize-Präsidenten und weitere 37 Leute die ihm direkt zuarbeiten - ausschließlich ihm alleine.

    Es gibt mehr als 30 EU-Komissare, jeder von denen hat ein eigenes Büro und Team, das aus bis zu 20 Leuten besteht.


    Alleine die (Vize-)Präsidenten/Komissare kosten die EU mehrere Milliarden Euro!
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    Haben Sie diese "mehreren Milliarden Euro" auch von Henryk M. Broder?

    Oder haben Sie sich die selbst zusammenphanasiert?

  • 'Dark-Knight' sagt
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    Schon seltsam. Man schaue sich mal die vorläufigen Endergebnisse an die vom Wahlleiter veröffentlicht werden: http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/veroeffentlichungen/BTW2013_Heft2.pdf

    Besipiel gefällig: AfD in Sachsen 6,2% der Zweitstimmen keine einzige Erststimme.
    AfD in Brandenburg 6% der Zweitstimmen keine einzige Erststimme, während selbst "die Partei" dort noch 912 Erststimmen erhielt.
    Schon alles sehr sehr seltsam - und wie praktisch, dass die AfD so kurz unter der 5% Hürde gescheitert ist.
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    Noch seltsamer ist, daß Sie sich nicht die Mühe gemacht haben nachzuprüfen, ob die AfD überhaupt Direktkandidaten in Sachsen aufgestellt hat.

    Das hätten Sie hier tun können:

    http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/wahlbewerber/wahlkreis/l14/

    Und siehe da:

    Die AfD hatte in Sachsen überhaupt keine Direktkandidaten aufgestellt.

    Also konnte sie in Sachsen auch keine Erststimmen bekommen.

    ...

    Und wieder eine Kindergarten-Verschwörungstheorie in der Tonne.

  • @Dark-Knight

    Eine Bemerkung: Ich habe Briefwahl in Hessen gemacht. Die AfD war nur unter den Zweitstimmen aufgeführt wie auch andere kleinere Parteien. Erststimme konnte man nur den Etablierten geben. Wahrscheinlich ist das in Brandenburg und anderen Bundesländern auch so, wenn keine Kandidaten zur Verfügung stehen.
    Das Resultat Ihrer Recherche interessiert. Danke!

  • Zu AfD ohne Erststimmen in Sachsen: die AfD stand nicht auf der Erststimmenliste. Also zumindest war das kein Auszählungsfehler. Da müsste man sich die Zulassung der Direktkandidaten ansehen, ob die AfD in Sachsen und Brandenburg das überhaupt versucht hat bzw. woran es gescheitert ist.

  • Mir fällt gerade ein, wenn man wählt wird das in der Wahlliste, auf der alle wahlberechtigten Personen, die in diesem Wahllokal wählen dürfen, aufgeführt sind, vermerkt. Von daher ist eine Doppelwahl wohl nicht möglich, aber für jemanden anderes wählen ist möglich. Möglicherweise wäre die tatsächliche Wahlbeteiligung sonst noch viel tiefer. Hohe Wahlbeteiligung bedeutet wohl, weniger kleine Parteien über der fünf Prozent Marke.

  • Im Wahlraum im Altenpflegeheim "Martinsstift", Raupelsweg 1 in Mainz folgende Begebenheit:
    Ein um die dreißig Jahre alter Mann möchte wählen und sagt im Zuge eines Umzuges wäre seine Wahlbenachrichtigung abhanden gekommen. Von Seiten der Wahlaufseher kam der Kommentar, kein Problem der Personalausweis reiche völlig aus und man schaute in die eigene Wahlliste und den Perso und stellte fest, der Herr muss in das Nachbarwahllokal in die “Goetheschule“ gehen und dort wählen.
    Ich selbst, obwohl den Perso in der Hand, bekam nur aufgrund meiner abgegebenen Wahlbenachrichtigung und Eintrag in die Wahlliste meine Wahlunterlagen (Stimmzettel) ausgehändigt.
    Meine Bedenken, kann man jetzt einmal mit Perso und ohne Wahlbenachrichtigung wählen und noch einmal nur mit der Wahlbenachrichtigung wählen? Hätte auch jemand anderes für mich mit meiner Wahlbenachrichtigung wählen können, denn für meinen Perso interessierte sich niemand?
    Aus den Wahllisten der Vergangenheit und dem Einwohnermeldewesen kann man sehr leicht eruieren wer ein penetranter Nichtwähler ist und dann einfach mit seiner abgefangenen Wahlbenachrichtigung für ihn wählen, oder?
    Irgendwie war das jedenfalls nicht vertrauenerweckend.

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