Ökonomenstimmen zur Wahl

„Links schwenkt, marsch, marsch!“

Das Aus für die FDP und der Zwang zu einer neuen Koalition werden der Wirtschaftspolitik eine neue Richtung geben, sagen führende Ökonomen. Erstaunlich einig sind sie sich darüber, was die neue Regierung tun muss.
63 Kommentare

Was die Wirtschaft von Angela Merkel erwartet

Nach der Bundestagswahl rechnen führende Ökonomen mit einem leichten Linksschwenk in der Wirtschaftspolitik. „In den letzten vier Jahren hatte die FDP den Schwenk von CDU/CSU hin zu einer Mitte-Links-Agenda etwas gebremst“, schreibt der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, in einem Gastbeitrag für Handelsblatt Online. „Ohne den Einfluss der FDP dürfte der Zeitgeist jetzt etwas stärker zum Zuge kommen.“

Ähnlich sieht das der Chefvolkswirt des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. „Es ist kein Zufall, dass mit der FDP genau jene Partei, die sich dezidiert dem Neoliberalismus verschrieben hatte, nicht mehr in den Bundestag einzieht. Diese Ausrichtung ist nicht mehr gewollt.“

Über die Auswirkungen dieser Neuorientierung gehen die Meinungen der beiden Ökonomen allerdings auseinander. „Deutschland wird seinen Spitzenplatz in der europäischen Wachstumsliga nicht dauerhaft halten können“, schreibt Schmieding. Es werde langsam ins Mittelfeld zurückfallen. „Die Wähler sind nicht bereit, eine Politik zu stützen, die den Standort Deutschland weiter stärken könnte.“ Dank des Erfolges der CDU/CSU werde der Schaden durch mehr Mindestlöhne und höhere Steuern jedoch begrenzt bleiben.

Horn sieht das Ergebnis hingegen positiver. „Die Wähler erzwingen damit ein intelligentes Weiter-so.“ Dieses werde sich auf die Methode Merkel, den ergebnisoffenen Dialog mit dem Bürger auf Augenhöhe zu führen, beschränken. Die Inhalte des Dialogs aber würden sich ändern. „Es geht jetzt darum, die Infrastruktur in Deutschland einschließlich der Energiewende grundlegend durch mehr öffentliche Investitionen zu verbessern. Um dies solide vor dem Hintergrund der Schuldenbremse zu finanzieren, sind Steuererhöhungen der einen oder anderen Art unumgänglich.“ Zugleich würden Arbeitsmarktreformen auf der Agenda stehen, die die Machtbalance etwas zugunsten der Arbeitnehmer verschieben.

Der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, wertet das Wahlergebnis hingegen als Votum gegen Steuererhöhungen. „Alle Parteien, die Steuererhöhungspakete in ihren Wahlprogrammen hatten, sind vom Wähler eindeutig abgestraft worden.“ Sowohl Grüne und Linke als auch die SPD hätten Stimmen verloren. „Offenkundig erkennen die Wähler sehr deutlich, was die Steuererhöhungen an Verunsicherung auslösen.“ Eine künftige Bundesregierung werde an diesem Votum nicht vorbei können. Das sei eine gute Botschaft für den Wirtschaftsstandort.

„Die Katastrophenprediger der AfD haben verloren“
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63 Kommentare zu "Ökonomenstimmen zur Wahl : „Links schwenkt, marsch, marsch!“"

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  • @rechner

    Mit Deiner Art von "Lesen, Verstehen, Denken und Schreiben" wirbelst garantiert die gesamte "Macedonia FreeZone" durcheinander.

    Es geht um das von dir zitierte Land, von dem DU kaum einen Schimmer in die Diskussion einbringst .
    Frag mal bei Johnson Control nach .
    Fast wie in der Sonderschule mit gewissen Nasenbären..

  • @hanspella,

    "Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis!" Zitat von Karl Marx.

    Ausgerechnet dieser widerlicher Marx, der keine Ahnung von der Praxis hatte!!!

    Millionen Menschen sind weltweit Opfer seiner dummen Schwurbeleien geworden bis heute!!!

  • @drawing_distinctions : "fragt man sich, was die Menschen eigtl mit einer Ökonomie wollen, die die Menschen"

    Ökonomie ist nichts was man sich freiwillig nimmt, sondern ein Naturgesetz, ein Teil der Physik. Dazu gehören solche Sachen wie "Eine Sache kann nur an einem Ort sein" oder "Eine Sache die kaputt gemacht wird, existiert anschließend nur noch in Einzelteilen" oder "Um etwas aufzubauen muss man Energie reinstecken".

    Es ist diskutierbar _welche_ Form von Ökonomie man nimmt, aber jede Form von Ökonomie muss diese Fragen beantworten:

    - Welchen Bedarf gibt es
    - Welche Resourcen gibt es
    - Wie kann Ressourcen und Bedarf aufeinander abstimmen.

    Die Vorstellung man könne ohne Ökonomie leben, ist Zeichen einer extrem kindlichen oder magisch/religiösen Weltsicht.

  • Merkel wandelt auf einem sehr schmalen Grat. Das Wahlergebnis zeigt, dass sie in der Europapolitik angekratzt ist. Jedes weitere Verschenken und jede weitere Bürgung von deutschem Geld, treibt massiv Stimmen in eine neue Opposition. Auch die realen Vermögensentwertungen tragen dazu bei, sonst hätte eine AfD nicht auf Anhieb fast 5 % der Wählerstimmen bekommen. Ein Warnschuss an die Regierung! Europa ja, aber nicht mit überzogenen Hilfen und Haftungen unseres Landes, das selbst hoch verschuldet ist!

  • Selten habe ich soviel Murks und Blödsinn gelesen. Die heutigen Kommentare zeigen mir eins ganz klar:
    Niemand will seine Niederlage eingestehen und abtreten.
    Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis! Zitat von Karl Marx.
    Wir werden sehen!

  • Noch unterstützt eine überwältigende Mehrheit die Europolitik der Bundeskanzlerin mittelbar, weil sie der Person Merkel vertraut.

    Eine kritische bürgerliche Opposition hat in kurzer Zeit allerdings schon so viel Unterstützung gefunden, dass Frau Merkel jetzt auf einen Koalitionspartner im gegnerischen politischen Lager angewiesen ist. D.h. die Europolitik von Merkel ist der Grund dafür, dass sie im eigenen politischen Lager keine Mehrheit mehr vorzuweisen hat.

    Da bröckelt was, das ihr noch gewaltig um die Ohren fliegen kann, wenn sie weiter in eine Schulden- und Transferunion hineinläuft. Daran ändern auch die Meinungen von abhängigen Verbandsökonomen nichts.

  • Manipulationen? Eindeutig!

    Versuchen Sie in die Zeile der Suchmaschine Google - die Option "Nachrichten" oder "News" - "rot-rot-grüne Koalition" einzutragen. Unglaubliche Ergebnisse sind erhältlich: die letzte thematische Meldung vor 20 Stunden.
    Wem gehört diesen Internet? Es gibt begründete Gerüchte, dass ausschließlich, unbegrenzt und außer Kontrolle den Nachrichtendiensten.

  • Zitat : „Die Katastrophenprediger der AfD haben verloren“

    Lachnummer ! Die Zukunftsweisende AfD hat ein beachtliches Ergebnis erzielt !

    - das Wahlergebnis hat nur einen kleinen Kratzer : durch Diffamierungen, Lügen der Systemlinge und ihrer medialen Gefolgschaft, Intrigen der GEZ-Anstalt samt ihrer Parteibuchträger, hat es die AfD nicht geschafft, in den Bundestag einzuziehen.
    Aber sei es darum : die Legislaturperiode dieses Bundestages wird zwischen 3 und 6 Monaten betragen, wenn er sich überhaupt zusammenfindet. Dann kann die AfD noch frischer und professioneller auftreten und das notwendige zweistellige Ergebnis anpeilen !

    Ansonsten ist doch viel erreicht worden :

    der GELBE Furunkel im Ar***** der Zonenwachtel ist ausgedrückt und hat sich in der Luft verteilt !
    die GRÜNEN-Kinderschänder können sich jetzt eine komplett neue Führungsriege auswählen und ihre Weggie-Diät genießen !

    die LINKEN Demagogen beißen sich an ihrem Clown Gisy ( IM Notar, Verwalter des SED - Vermögens in Offshore-Gebieten ) fest und sind dezimiert und nicht regierungsfähig !

    und die SCHWARZEN können sich zu einem Prostituierten Tanz mit den ROTEN zusammentun ! Beide werden Federn lassen und sich zerfleischen ! Und dieser Tanz wir im Hinblick auf die Europäischen Themen, die jetzt mit der Europa - Wahl und Umschuldungen der Pleitestaaten in Mittelpunkt rücken, NICHT LANGE DAUERN !

    Besser hätte die Wahl erst gar nicht laufen können. Bis auf den kleinen Kratzer, der auch sehr schnell wieder zuheilt !

  • Auch aus den ÖR-Fernsehredaktionen wird sehr einseitig berichtet. Bei RTL und Co. war das ja selbstverständlich. Bertelsmann besitzt reichlich FS- und Radiorechte. Dazu kommen noch jede Menge Zeitungen (Stern, MM, Brigitte .... Selbst der Spiegel gehört zu 25,25% dazu. Und die Inhaberin, Frau Mohn ist ne gute Freundin von Frau Merkel. Und auch mit Frau Springer (BILD und Co.) kommen die beiden gut zurecht. Ein kritischer Kommentar zur TV-Berichterstattung:
    http://www.sueddeutsche.de/medien/bundestagswahl-im-tv-verliebt-in-die-macht-1.1778073

  • Professoren Hüther und Horn!

    Früher hielt sich jeder König, der etwas auf sich hielt,
    seine Hofschranzen und Hofnarren.

    Heute hält sich jede Organisation, die das nötige Geld hat,
    seine Professoren mit "wissenschaftlichen" Instituten, die
    die "Wissenschaft" pervertiert haben zum meinungsmäßigen
    Bedienen wahlrelevanter Gruppen!

    Hüther ist der (gut)bezahlte Lobbyist der Wirtschaft, Horn der Vor- und Nachkauer gewerkschaftlicher-und sozialdemo-
    kratischer Ideologie zur Belastung der wirtschaftlichen
    Leistungsträger mit dem Ziel der Gleichmacherei durch wei-
    ter steigenden Staatseinfluß.

    "Ich bete an die Macht der Staatsorgane und der Bürokra-
    tie!"

    Die "Hauptwaffe" in der Auseinandersetzung ist die Keule
    des Schlagwortes "Soziale Gerechtigkeit", ein Nonsenbe-
    griff, der noch nie erklärt worden ist, weil er nicht erklärbar ist!

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