Plakat-Streit
Werbeagentur verklagt die SPD

Wegen mangelhafter Qualität will die SPD Wahlkampfplakate im Wert von 400.000 Euro nicht bezahlen – und wird von der Agentur verklagt. Die Chefin der Firma ist zudem die Nichte eines verdienten Parteifunktionärs.
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BerlinIm Streit um wetterempfindlichen SPD-Plakate geraten die Sozialdemokraten nun selbst in die Defensive. Die von der Partei beauftragte Agentur Kompla will die SPD wegen unbezahlter Rechnungen im Wert von rund 400.000 Euro verklagen. Das pikante Details der Auseinandersetzung: Agenturchefin Silke Lahnstein ist selbst Parteimitglied und die Nichte des ehemaligen Bundesfinanzministers Manfred Lahnstein.

Die Parteiführung hatte die aus recyclebarem Papier hergestellten Wahlkampfplakate als „mangelhaft“ bezeichnet und ihre Ortsverbände angewiesen, die gelieferten Exemplare zu reklamieren. Die Plakate halten „Regen nicht stand, weichen auf und fallen ab“, heißt es in einem Schreiben aus dem Willy-Brandt-Haus.

„Nun kämpfe ich nicht nur mit der unbezahlten Rechnung, sondern auch mit Rufschädigung“, sagte Lahnstein dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Die Parteizentrale will sich zu dem laufenden Verfahren vorerst nicht äußern. Doch für Ersatz ist bereits gesorgt, die SPD orderte die Wahlkampfmotive auf herkömmlichen Kunststoffplakaten.

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  • "Holzkeim und Tapetenkleister gemischt und nach dem kleben auch die Oberfläche einstreichen - hält für vier Wochen."


    Auf jeden Fall! Die wirklich guten Plakate scheinen aber eine laminierte Oberfläche oder sowas zu haben.....?


    "Die andere Frage wäre allerdings, ob es nicht mehr Sinn macht den tumben Inhalt von Wahlwerbung an Straßenrändern als Umweltverschmutzung einfach zu verbieten."


    Richtig!! Wer seine Wahlentscheidung von solchem Unfug abhängig macht, muß schon ein wirklich (gaanz höflich ausgedrückt) ... schlichtes Gemüt haben. (o:)
    Vermutlich laufen DAVON aber genügend rum... ):

  • @ Willi Kammschott,
    Holzkeim und Tapetenkleister gemischt und nach dem kleben auch die Oberfläche einstreichen - hält für vier Wochen.
    Die andere Frage wäre allerdings, ob es nicht mehr Sinn macht den tumben Inhalt von Wahlwerbung an Straßenrändern als Umweltverschmutzung einfach zu verbieten.

  • Aber das muss man doch wissen, wenn man mit Sozen Geschäfte macht. Sie bestellen gern, z.B. soziale Wohltaten und bezahlen müssen diese andere, z.B. der Mittelstand. Das ist doch deren Prinzip, insofern passt die Zechprellerei doch wunderbar darein.

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