Politischer Aschermittwoch
„Wählt mich - und haut Euch noch ein Bier rein“

An Aschermittwoch fliegen in Bayerns Festzelten die Fetzen: Steinbrück rechnet mit Merkels „Kabinett der Versager“ ab, Seehofer hält deftig dagegen, Wagenknecht watscht Brüderle. Doch das letzte Wort hat die Kanzlerin.
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Politisches Theater auf hohem Niveau. der Aschermittwoch bietet die versprochenen Redeschlachten. Horst Seehofer arbeitet sich an Peer Steinbrück ab, der wiederum an der Schwarz-Gelb kein gutes Haar lässt. Alle Beiträge im Liveblog zum Nachlesen:

+++ Die Alternative zu Merkels Irrflug +++

Steinbrück schiebt ganz zum Schluss doch noch eine Geschichte nach. Mit Merkel könne man wunderbar fliegen, wisse aber nie wo man landet. Mit Ude und Steinbrück dagegen wisse man immer, wohin die Reise geht.

"Herzlichen Dank für Eure Geduld", um 13:13 Uhr ist Steinbrück fertig. Das Publikum skandiert: "Yes we can".

+++ Watschen zum Abschluss +++

Steinbrück kündigt das Ende an, lässt aber noch schnell das "Kabinett der Versager" Revue passieren - und watscht vor allem die FDP-Minister ab. Rösler sei persönlich ein feiner Kerl, aber "FDP-Chef auf Abruf", Brüderle, das "neue alte Gesicht der FDP ein Büttenredner", von der Leyen die "Talkshowqueen", Westerwelle "der Dekandenzexperte" und Familienministerin Schröder habe "ein Weltbild irgendwo zwischen Helmut-Kohl-Postern und einem Barbiepuppenhaus".

Die Konkurrenz bei den Schwarzen und Gelben seien nervös, ruft Steinbrück, was "auch kein Wunder ist: wir haben zwölf Landtagswahlen hintereinander gewonnen. Wir haben vier Länder zurück geholt. Wir haben die letzten Oberbürgermeisterwahlen gewonnen. Die sind nervös - weil sie wissen: Wir können es packen".

+++ „Europa nicht den Rechenschiebern überlassen +++

Steinbrück hält ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa, das man nicht "den Rechenschiebern" überlassen dürfe. Die Bewältigung der Euro-Krise sei mehr als Finanzpolitik, sie sei Friedenpolitik: "Europa ist Sozialstaatlichkeit, Rechtssichertheit, Aufklärung. Europa ist fantastisch".

+++ Gute Gründe für höhere Besteuerung der Vermögenden +++

Steinbrück greift an: "Wir lassen uns nicht von der konservativen Presse zur Partei der Steuer-Erhöher erklären. Aber es gibt viele gute Gründe, warum wir die Gutverdiener stärker zur Finanzierung des Staates heranziehen müssen."

+++ CSU: „Niemand kann uns aufhalten“ +++

Nach der Mütterrente fordert Seehofer auch mit Vehemenz eine Pkw-Maut für Deutschland: „Wir zahlen auf fast allen Autobahnen Europas. Deshalb ist es höchste Zeit, dass auch andere bezahlen, wenn sie unsere deutschen Autobahnen benutzen.“ Die Erlöse aus der Pkw-Maut dürften ausschließlich in Straßen und Schienen gesteckt werden.

Zum Schluss seiner Rede wechselt Seehofer in den Pathos-Modus und ruft den CSU-Mitgliedern im Saal zu: „Niemand kann uns aufhalten, wenn wir uns etwas zutrauen. Gott mit Dir, Du Land der Bayern!“

+++ Seehofer lobt Obamas Vorstoß +++

In seiner Rede an die Nation hat US-Präsident Barack Obama ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa angeregt. „Für eine solche Freihandelsunion lohnt es sich zu kämpfen“, sagt auch Seehofer. „Darum soll sich die EU bemühen.“ Und sich nicht in Themen einmischen, die sie nichts angehen. Stichwort: kommunale Trinkwasserversorgung.

+++ Der Hanseat kommt zur Bankenregulierung +++

Steinbrücks Tonfall lässt immer stärker den Hamburger herausklingen, das „st“ wird immer spitzer. Der SPD-Kandidat erläutert erneut sein Konzept, die Banken an die Kette zu legen. Die Sparer dürften nicht ihr hart verdientes Geld verlieren, "wenn skrupellose Banker das Geld verzocken".

+++ „SPD und Bayern passen nicht zusammen“ +++

Horst Seehofer kämpft mit der Stimme, er scheint erkältet, doch beim Länderfinanzausgleich wird er trotzdem laut: „Dass Leben soll Leistung bezahlen und keine Ausreden“, sagt er. „Deshalb werden wir über die Klage im Landtag namentlich abstimmen lassen und dann werden wir sehen, wer ein Bayerischer Patriot ist. Bayern und SPD passen nicht zusammen.“

In Berlin will er dagegen um die Mütterrente kämpfen: „Wir werden das durchdrücken, das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“

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