Serie „Bodycheck“ Mit seiner Stimme fängt Trittin keine Stimmen

Geballte Fäuste, stechende Zeigefinger, das Spiel mit der Stimme – auf welche Gestik setzen Spitzenpolitiker und wie wirkt sie? Ein Körpersprachen-Experte analysiert die Kandidaten. Heute: Das grüne Spitzen-Duo.
  • Michael Moesslang
15 Kommentare
Ein gegensätzliches Duo: Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.

Ein gegensätzliches Duo: Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.

DüsseldorfWenn man das Bild eines wahlkämpfenden Politikers vor Augen hat, dann ist das häufig dieses: Mit wildem Fuchteln von Hand und Arm stellt er sein Aggressionspotenzial unter Beweis. Der eine Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, ist so einer. Immer wieder schlägt er mit einem oder sogar beiden Armen virtuelle Feinde tot. Dabei macht dieses Verhalten am Rednerpult auf mich den Eindruck, als hätte ihm das jemand beigebracht. Denn seine Schläge passen eigenartigerweise nicht synchron zu den Worten, wirken also nicht authentisch. Im übrigen ist es auch keineswegs zeitgemäß, so viel Aggression zu zeigen.

Die Präsenz, die Jürgen Trittin bei seinen Live-Auftritten hat, allein schon durch seine Statur, erleben nur die wenigsten Wähler. Deshalb beschränkt sich diese Analyse auch auf den Eindruck, den jene Zuschauer gewinnen, die Trittin via TV bei seinen Reden im Bundestag oder in Interview-Situationen erleben. Wen wir aber hauptsächlich durch die Medien kennen, den können wir nur durch Körpersprache und Stimme einschätzen. Und selbst dann, wenn wir intensiv Wahlprogramme lesen und vergleichen, wird unser Unterbewusstsein immer noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Heute wird von Politikern erwartet, dass sie uns zuverlässig und mit kühlem Kopf durch die größten Krisen führen können. Der cholerisch aufbrausende Politiker-Typ à la Chruschtschow, der bei einer UN-Rede einen dritten Schuh dabei hatte und mit diesem wütend aufs Rednerpult schlug, ist heute nicht mehr gefragt. Vielmehr ist es das Ziel, Vertrauen zu gewinnen. Inhaltlich gelingt dies Trittin sicher bei seiner Wählerschaft. Doch Körpersprache wirkt unbewusst, wirkt tiefer. Und wer mit seinem Finger auf die Zuhörer einsticht oder mit der Faust auf sie schlägt, regt Abwehrmechanismen an.

Auffällig bei Trittin ist, dass er den Oberkörper oft eigenartig weit nach hinten lehnt. Und, dass selbst in emotional-aggressiven Phasen oft eine Hand für längere Zeit in seiner Hosentasche verschwindet. Das ist nicht gerade der Weg, Sympathien – und dadurch Vertrauen – zu gewinnen. Versteckte Hände wirken immer negativ.

„Göring-Eckardt ist nicht spannend genug“
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15 Kommentare zu "Serie „Bodycheck“: Mit seiner Stimme fängt Trittin keine Stimmen"

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  • Die Grünen sind Deutschlandhasser und Deutschlandabschaffer!
    Da muß man derren Sprache und Gestik nicht bemühen!
    Nach Wahlumfragen liegen die jetzt bei ca. 10%, Tendenz stark fallend!
    Hoffentlich kommen die nie mehr in den Bundestag!

  • Längst brennt Trittin nicht mehr: er ist lediglich entbrannt in seine großen Hoffnungen, vlt schleimt er sich deswegen an den großen Rollstuhlfahrer heran, der wenigstens noch als Einpeitscher der Republik, selbst aus dem Rollstuhl heraus, Geltung zu realisieren vermag.

  • Wer sich als "Grüner" versteht, der wählt sowieso gleich die Richtige Partei. Die ÖDP!!!
    Die Grünen sind nicht mehr grün, sondern mutiernen zu einer kommunistischen Verbots- und Gleichschaltungspartei von überholten Ideologie-Ritualen.

  • "Trittin ist ein Wolf im Schafspelz."
    ---
    Beleidigen Sie mir die Wölfe nicht! :-)

  • Falk, sehr gute Analyse! Trittin ist ein Wolf im Schafspelz. Wenn er ehrlich wäre, würde er für die Linke kämpfen; macht er aber nicht, weil die nicht in die Regierung kommen und keine Posten mit guten Bezügen verteilen können.

  • Sprache und Gestik von Trittin wirken abstoßend auf den Zuhörer, genau wie seine "Inhalte".

    In Interviews zeigt er ständig ein "verkniffenes weibisches Gegrinse", so als glaubt er selbst nicht an das , was er sagt. Er ist einer großer Schauspieler und fern jeder Glaubwürdigkeit oder gar Austrahlungskraft.

    Das ist schlecht für Trittin und die Grünen, aber gut fürden Wahlausgang........

  • Die Grünen brauchen Realpolitiker wie Trittin eben und Josef Fischer: der eine hat von Finanzpolitik kaum Ahnung und Fischer von Frieden eben auch nicht.
    Die Grünen sind selbst, was sie der CDU immer vorwerfen: verknöcherte Doktrinäre, die nix verstanden haben und nix verstehen wollen.
    Alte Säcke, die dem akademischen Lumpenproletariat Taxi-Fahren vorbuchstabieren.

  • Trittin ist einer der vielen Alt-Marxisten der zahlreichen K-Gruppen aus der Hinterlassenschaft der 68 iger Generation, die die Grünen geentert haben, um auf einer breiterer Basis Politik zu machen, als da in ihren kommunistischn Zirkeln möglich gewesen wäre.

    KBW, KPD/ML, Kommunistischer Bund Westdeutschland, mit ihren diversen Abspaltungen und Fraktionierungen, das war die Welt des Jürgen Trittin und die Arroganz und die Rechthabereien der Funktionäre dieser Gruppierungen ist auch ein Bestandteil der Person des Herrn Trittin.

  • "Mit wildem Fuchteln von Hand und Arm stellt er sein Aggressionspotenzial unter Beweis."

    Soll diese Beschreibung nicht eher an einen Fastnachter erinnern?

    Ein Fastnachter ist Trittin gewiss nicht, wobei man die Einschränkung machen muss, dass lustig im Norden anders beschrieben wird als in der Mitte oder im Süden Deutschlands.

    Auf mich macht er eher den Eindruck als jemand, der eine Oma hinter dem Ofen warm halten will.

    Und trotzdem muss man für Trittin eine Lanze brechen. Hätten die GRÜNEN besseres aufzubieten, wäre Trittin nicht in dieser Funktion. Seit Petra Kelley sind die GRÜNEN auf der Suche nach einer Ideologie, nach Kandidaten, die die GRÜNEN in ihrem Anspruch vertreten können.

    Die Tatsache, dass es in den anderen Parteien auch nicht viel besser ist, mag kaum den politisch interessierten Wähler trösten.

    Derzeit Fehlanzeige auf breiter Front!

  • Bei Trittin fallen Worte und Körpersprache auseinander. Er ist im Grunde eine gespaltene Persönlichkeit. Schaut man sich seinen politischen Lebensweg an, wird das deutlich. Trittin versucht seine marxistischen Ideen "umweltfreundlich" zu verpacken. Das gelingt ihm nur mit Worten. Sein Körper verrät ihn; der zeigt den wahren Trittin. Für mich ist so eine Partei mit diesem Führungspersonal nicht wählbar.

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