Serie „Wir sind die Neuen“
Auf dem Sprung in den Bundestag

Emmi Zeulner ist CSU-Direktkandidatin in Kulmbach. Den Ort in Oberfranken kennt man kaum, Zeulners Vorgänger schon: Karl-Theodor zu Guttenberg. Das Handelsblatt begleitet Newcomer aller Parteien auf dem Weg nach Berlin.
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Lichtenfels„Die Emmi? Na klar kenn´ ich die!“ Eine Frau auf der Straße in der Nähe des kleinen Bahnhofs in Lichtenfels bleibt stehen und setzt ihre Einkaufstasche ab. „Unserer CSU-Kandidatin für die Bundestagswahl“, sagt sie. „Die kennt hier jeder.“ Und tatsächlich. Wer mit Emmi Zeulner durch das kleine 20.000-Einwohner-Städtchen in Oberfranken geht, der kommt nicht weit. Denn an fast jeder Ecke, vor dem CSU-Gebäude, auf der Straße, auf dem Marktplatz, ist jemand, der ein paar Worte mit ihr wechseln, sie grüßen, umarmen und gratulieren will.

Kein Wunder. Die 25-jährige Zeulner ist die Nachfolgerin von Karl-Theodor zu Guttenberg. Sie ist die Frau, die eine gute Chance hat, als Direktkandidatin für den Wahlkreis Kulmbach in den Bundestag einzuziehen. Sie könnte diejenige sein, die für ihre Region von September an auch in Berlin antritt – und nicht mehr nur als Kommunalpolitikerin. Und sie ist eben „Emmi“, die viele hier schon von klein auf kennen.

Zeulner ist sozusagen mitten in der Politik aufgewachsen. Ihre Eltern hatten eine Gaststätte in Lichtenfels – als Kind war sie immer dabei, half aus, sang mit den Gästen zotige Lieder oder hörte den Diskussionen zu. Und traditionell wird eben genau dort Politik gemacht - beim Bier am Stammtisch in der Kneipe. Da hat es schon angefangen, dass Zeulner „ob qualifiziert oder unqualifiziert“ ihre Meinung in die Runde warf.

Die Lust am Diskutieren und für ihre Meinung einzustehen, hat Zeulner behalten. Es ist ein Grund, weshalb sie Politikerin wurde, erst im Stadtrat, jetzt auch als CSU-Kandidatin für den Wahlkreis Kulmbach für die Bundestagswahl. Ihrer besten Freundin war sowieso schon immer klar. „Emmi wird einmal Politikern. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“

Zeulner studiert eigentlich European Economic Studies in Bamberg, doch seitdem sie als Direktkandidatin im Januar nominiert wurde, bleibt ihr – auch dafür – immer weniger Zeit. Die Termine häufen sich, vor allem abends und an den Wochenenden. Dann arbeitet die gelernte Krankenschwester noch in Teilzeit im Hospiz- und Palliativzentrum in Bamberg, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zeit für ein Bier mit Freuden oder ihrem Freund bleibt da immer weniger. Und der Wahlkampf hat gerade erst begonnen.

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  • Leider nicht das Einzige, was in dem Artikel falsch ist. Die Autorin, die offenbar Großstadt für den einzig lebenswerten Platz hält, bedient alle Vorurteile gegen Kleinstadt und ländlichen Raum, ohne sich wirklich umzusehen. Lichtenfels beispielsweise liegt nicht im Osten, sondern im Westen von Oberfranken. Landkarte könnte helfen.

  • Eines muß man ja ihr lassen. Sei hat wenigstens einen ordentlichen Beruf und arbeitet im Leben.
    Sie weiß also, was Arbeit ist
    Im Gegensatz zu den meisten Politikern
    Da kann man hoffen, dass sie dies auch gut einbringt

  • Wieder welche die nicht arbeiten und viel Erfahrung.

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