Serie: „Wir sind die Neuen“ Charmant, gelassen und ein wenig großspurig

Der FDP-Politiker Bernd Buchholz kann überzeugen, wenn er nur will. Und er will. Manager war er schon, jetzt langweilt er sich beim Golf. Doch nun hat er ein neues großes Ziel im Visier, in Berlin.
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Will für die FDP in den Bundestag: Ex-Vorstandsvorsitzender des Medienhauses Gruner + Jahr Bernd Buchholz.

Will für die FDP in den Bundestag: Ex-Vorstandsvorsitzender des Medienhauses Gruner + Jahr Bernd Buchholz.

HamburgEigentlich haben Café und Terrasse auf der Mönckebergstraße im Hamburg geschlossen. Doch das hindert Bernd Buchholz nicht daran, das zu bekommen, was er will. Sein Trick ist weder besonders raffiniert oder außergewöhnlich. Er redet einfach mit den Menschen. Lächelt. Hört zu. Bittet. Und dann bekommt der FDP-Politiker einen Milchkaffee und ein Glas Orangensaft an den Tisch gebracht, auch wenn der gar nicht zum Café gehört, sondern eben zu jenem nebenan, das geschlossen hat. Alles gar kein Problem. Und dabei lächelt die Kellnerin auch noch. Buchholz, der Charmeur.

Doch es ist mehr als nur Charme, den Buchholz verströmt. Es ist Gelassenheit. Die könne er sich auch leisten, sagt er. Buchholz ist zwar irgendwie ein Neuling im Politik-Geschäft. Im September will er für die FDP zum ersten Mal in den Bundestag einziehen und die Wahlkreise Ostholstein und Stormarn-Nord gewinnen. Doch im Geschäft des Überzeugens ist er ein alter Hase.

Vor einundzwanzig Jahren saß Buchholz zwar schon einmal als Abgeordneter im schleswig-holsteinschen Landtag. Dann wurde er Manager, zuletzt arbeitete er im Vorstand der Bertelsmann AG und war Vorstandsvorsitzender beim Medienkonzern Gruner + Jahr. Bis August 2012 war der 51-Jährige dort. Dann kam das Ende. „Einvernehmlich“ sei er aus dem Unternehmen ausgeschieden teilte der Verlag mit. Seine Abfindung soll in die Millionen gegangen sein. Zu der Höhe will er sich nicht äußern. Aber er stellt klar: „Ich schäme mich nicht dafür.“ Und fügt hinzu: Auf die Diäten eines Abgeordneten sei er nun wirklich nicht angewiesen. Vielleicht auch deshalb seine Gelassenheit, die manchmal etwas großspurig wirkt. Weil er frei ist. Auch von Gedanken an Geld.

Überhaupt hat sich sein Leben radikal verändert. Seit er nur noch Ex-Vorstandsvorsitzender ist, hat er plötzlich viel Zeit. „In das schwarze Loch, das mir alle prophezeit hatten, bin ich nicht gefallen“, sagt Buchholz. „Es ist noch nicht einmal am Rande aufgetaucht.“ All die Reisen,die teuren Hotels, den Jetset: „Ich habe es genossen“, sagt er. Vermissen würde er es aber nicht. Im Gegenteil. Er genieße sein Leben. Golfen, Rudern, Joggen, Zeit für Freunde, sein Leben hört sich an wie Dauerurlaub.

Warum das alles gegen den Bundestag tauschen? Wozu der Stress? „Immer nur Golf spielen ist mir zu langweilig“, sagt er. „Ich kann diese Leute nicht leiden, die immer nur meckern – über die doofen Politiker, über die schlechte Wirtschaftslage – aber nie handeln.“ So wolle er nicht sein. Und er sei eben in der besonderen Lage, kein Geld verdienen zu müssen. Er glaubt daran, dass jeder etwas bewegen kann, wenn er nur will. Da sei er Idealist. Was solle daran schlecht sein?

Er redet und redet und redet
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20 Kommentare zu "Serie: „Wir sind die Neuen“: Charmant, gelassen und ein wenig großspurig"

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  • So ein dummes Geschwätz, lesen sie erstmal das Parteiprogramm der FDP und dann reißen sie das M.... auf! Reine linke Propaganda auf was die meisten Bild-Leser reinfallen, traurig das das Kreuz eines Dummschwätzers genau so viel zählt wie eines der sich mit dem Thema wirklich auseinander setzt. (Ich lese mir sogar das Parteiprogramm der Piraten durch, komm aus dem lachen nicht mehr raus. Aber man sollte wissen wovon man redet oder einfach die Klappe halten)

  • Zumindest hat er einen Vorteil gegenüber den meisten Politikern. Er kennt die Wirtschaft, er kennt die Arbeit.
    Das ist schon mal nicht schlecht

  • Wenn alle FDPler so wären und so denken würden wie Bernd Buchholz, dann würde ich meine Zweitstimme auch mal wieder, wie vor vierzig Jahren, der FDP geben. Er ist authentisch, jungenhaft, sympathisch, ehrlich, herzerfrischend direkt, witzig und ein glänzender Redner. Setzt sich für Gerechtigkeit ein und wäre ein guter Sozialdemokrat geworden. Im Reigen der zahlreichen Verlagsmanager von großen Verlagen hat er sich immer für die Vielfalt der Presse und die Meinungsfreiheit eingesetzt. Solche Politiker braucht das Land.Bernd Buchholz hat Mut und sagt, was er denkt. Gehört zu denen, die die letzte Chance der FDP sind.

  • Da haben wir ihn wieder:
    Den Dampfplauderer mit schwarzer Anwaltsrobe.
    Eine theoretisch passende Ergänzung zu den 600 Politnieten und Lobbyisten im Palaverment, die die Zukunft Deutschlands verspielt haben.
    Die Schulden- und Haftungs-Union der EU-Pleitegeier braucht solche Leute ganz dringend.

  • Zynismus pur: die kleinen Angestellten erarbeiten die Millionen, mit deren Hilfe ein Dandy dann die weitere Unterdrückung der kleinen Angestellten via Lobbyverein FDP betreibt.
    Und das Handelsblatt lobhudelt, inklusive revolving doors. Meine letzte Lektüre hier.

  • Hirnrissiger Quatsch! Die FDP bleibt ein reiner Lobbyverein und eine reine Interessensvertretung wohlhabender, asozialer Hohlköpfe und offener Staatsverächter, die einzig auf Besitztumsvermehrung Einzelner aus ist.
    In diesem Sinne ist die FDP als eine Partei innerhalb einer solidarischen Volksvertretung wie zum Beispiel des Bundestages gerade noch als eine radikale Randgruppe zu sehen.
    Das Kernprofil dieser Partei in Regierungsverantwortung einzig legitimiert, um einer echten Volkspartei wie der CDU zur Mehrheit zu verhelfen, ist für Deutschland schon beschämend genug.

  • FDP = Fette Drei Prozent

    Diese Heuchler ohne Rückgratt!

  • Offensichtlich ist dem Herrn etwas langweilig - warum dann nicht 'mal Politik versuchen.

    ...

    Ich kann natürlich nicht beurteilen ob das an der Journalistin oder an ihrem Sujet liegt - aber der Herr Buchholz kommt hier als ein vollkommen substanzfreier Strahlemann 'rüber.

    Solche Leute sind das letzte was Deutschland braucht.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. +++

  • Soviel Geld und Langeweile,möcht der Durchschnitt
    auch mal haben..und ebenso großzügig abgefunden werden,
    sollte es seinen Arbeitsplatz kosten.
    Es ist einfach nicht mehr möglich,von ganz unten
    in die politische Klasse aufzusteigen.
    Da wimmelts von Doktorranden,Juristen,Managern,
    Volkswirten.
    Das alles braucht das Volk nur bedingt.
    Es braucht die Vertretung durch 90% seinesgleichen.
    Braucht die mit Intuition und unverbildeten Blick
    auf das Volk und auf das Land.
    Eben den,der von unten kommt.

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